Samstag, 9. Mai 2009

RHS Malvern Spring Gardening Show 2009

Die britische Gartengesellschaft RHS (Royal Horticultural Society) veranstaltet jedes Jahr mehrere Gartenschauen pro Jahr, wovon Malvern, Chelsea und Hampton Court wohl die bekanntesten sind. Bis dahin hatte ich nur vage von diesen Shows gehört, konnte mir also nicht recht vorstellen was ich zu erwarten hatte.

Die RHS Malvern Spring Gardening Show findet traditionell Anfang Mai statt. Mein erster Besuch einer englische Blumen- und Gartenschau. Ich war ganz aufgeregt. Eine völlig neue Erfahrung. Bisher hatte ich, soweit ich mich erinnern kann, nur ein paar Bundes- oder Landesgartenschauen in Deutschland besucht, die man mit den englischen Flower Shows allerdings so gar nicht vergleichen kann.

Der Eintritt war mit 20Pfund mir persönlich recht teuer, aber angeblich war das eher niedriger Durchschnitt und völlig normal. Die Anreise war etwas langwierig, liegt das Gelände etwas außerhalb und zudem war der Andrang sehr groß, so dass die angrenzenden Wiesen in Parkplätze umfunktioniert wurden.


Das Showgelände wird jedes Jahr aufs Neue verwendet. Somit sind alle Schaugärten, Stände und Pavillons nur für die eine Woche aufgebaut und werden danach entweder verkauft oder entsorgt. Das Gelände in Malvern erschien mir zunächst recht groß. Die Karte in meiner Hand war überfüllt mit Informationen und Sehenswürdigkeiten. Wohin zuerst? Da außerdem tausende Menschen mit Ellenbogen und kleinen Plastikkarren unterwegs waren, machte es das Schauen und Fotografieren schwieriger.

Es gab unzählig viele tolle Sachen zu sehen. Alle Stände boten ihre Ware zum Verkauf an, so dass ich ein ums andere Mal mir einen eigenen Garten wünschte. Da gab es Steinfiguren, Statuen und Ornamente zur Gartendekoration, Gartenmöbel, Gartenpavillons oder Gewächshäuser, Kunstobjekte und Skulpturen, allerlei Gartengeräte von billig Rosenscheren bis zu teuren Markenprodukten. Und jede Menge Pflanzen zu kaufen. Baumschulen, Gärtnereien und Gartenzentren nutzten diese Gelegenheit für sich zu werben und neben dem eigentlichen Geschäft in der Showwoche massig Extra umzusetzen, da sehr viele Amateure bzw. reiche Leute mit teuren Hüten zu Besuch waren. Die beste Kundschaft vermute ich mal.

Ein Drittel des Geländes diente zur Präsentation der Schaugärten. Junge Landschaftsarchitekten und Designer zeigten ihre Talente. Wie ich hörte sind diese Flower Shows extrem teuer als Teilnehmer, aber so gut wie unumwindbar, wenn man in der Designerwelt etwas erreichen will. Denn sie dienen als wichtiges Sprungbrett in den Markt.

"All the Right Notes, But..." by Andy Tudbury

"Not Any Garden, My Grandmas" by Jack Dunckley
Jeder Schaugarten und jeden Blumenausstellung wird zu Beginn der Show von einer ausgewählten Gruppe Richter gewertet. Kriterien wie Thema, Pflanzenwahl und Ausführung werden bewertet und zeigen sich am Ende in Form von Medaillen (bronze, silver, silver-gilt und gold). Wobei durchaus mehr als eine Goldmedaille vergeben werden kann. Eine besondere Auszeichnung ist "Best in Show", die von den Besuchern gewählt wird.



Allerdings wurde in diesen Schaugärten viel geschummelt. Viele dieser Pflanzen würden niemals so einträchtig zusammen in einem Garten wachsen, weil beispielsweise die Standortansprüche komplett verschieden sind (Schattenpflanzen neben Sonnenpflanzen usw.) oder weil die Blütezeiten natürlicherweise gar nicht zusammen fallen. Hier wurden also die Pflanzen künstlich manipuliert zu diesem Zwecke und somit nur schön anzusehen für eine Woche, aber als Inspiration für den eigenen Garten völlig zwecklos. Schade. Ich war enttäuscht, sozusagen verarscht zu werden.

In einem riesigen Festzelt präsentierten spezielle Baumschulen und Gärtnereien ihre Pflanzenauswahl und Neuzüchtungen. Farne, Hostas, Heuchera, Fuchsien, Dahlien, Chrysanthemen in den verschiedensten Sorten waren jeweils dargestellt. Auch Bonsai fand ich dort. Fasziniert blickte ich auf die professionell angezogenen Exemplare und träumte davon, dass meine Bonsai eines Tages auch so aussehen würden. Bis dahin hatte ich eigentlich noch nicht viele Bonsai gesehen, während meine eigenen alle sehr junge Sämlinge waren, statt ausgewachsene Bonsai wie diese.


Ich konnte nicht umhin mir weitere Jungware zu kaufen. Ginkgo biloba hatte ich bereits, wollte aber mit einem weiteren experimentieren. Ebenso sah ich einen wunderschönen japanischen Ahorn mit panaschierten Blättern in der Ausstellung, wobei ich panaschierte Blätter sonst eher nicht mag. Denselben bot der Bonsaiexperte als Jungpflanze an. Somit wanderte auch ein Acer palmatum 'Kagiri Nishiki' in meine kleine Sammlung. Freudestrahlend trug ich meine Errungenschaften nach Hause.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...