Freitag, 10. Juli 2009

RHS Hampton Court Palace Flower Show 2009

Im Juli besuchte ich meine zweite Garten- und Blumenausstellung in England. Wieder eine RHS Show, dieses Mal die Größte in Hampton Court Palace. Dank meinem Arbeitskollegen Barry bekam ich eine freie Eintrittskarte, ansonsten hätte ich wohl diese Show nicht gesehen. Denn mit ca. 35Pfund Eintrittspreis war es ein noch teureres Vergnügen als Malvern Spring Show.

Barry stellte seine private Rubus-Sammlung aus, zeigte die Variationsbreite der Gattung und dass "Brombeeren" eben doch dekorativ sein können. Hampton Court hat zu diesem Zweck ein Zelt, in dem mehrere Privatleute oder Baumschulen ihre "National Collections" zeigen und die Leute darüber unterrichten, sowie fachlichen Expertenrat geben.

Barrys Darstellung seines Rubus-Gartens
Barry gewann mit seiner Ausstellung Gold und war ganz stolz. Auch mir gefiel seine Darstellung, dass sogar Brombeeren in einem Garten zierlich und schön aussehen können.


Die Show ist mitten in London, was für mich ein Alptraum wäre dort mit dem Auto hinzufahren, wo ich noch nie in London mit dem Auto war, nicht weiß wo genau diese Show stattfindet und auch kein Navigationssystem besitze. Mit dem Zug zu fahren erschien zunächst teuer, wäre aber wesentlich stressfreier, zumal auch kein Parkplatz gesucht oder bezahlt werden müsste. Zum Glück stellte sich heraus, dass meine Freundin Emma am gleichen Tage ebenfalls zur Show fahren wollte. So konnte ich letztlich erleichtert bei ihr mitfahren.

Die Anreise war am Ende erstaunlich einfach (wenn man weiß wohin). Von der M3 abgefahren war es gut ausgeschildert und nur ein paar Kreisverkehre und eine ca. 5km kurvige Strecke später, kam der eigens für die Ausstellung organisierte Parkplatz in Sicht. Auf dem Parkgelände wurde eine Tagesgebühr von 10Pfund fällig. Dafür war der Fußweg nicht weit. Nach ca. fünf Minuten waren wir bereits dort.

Hampton Court Palace Flower Show 2009


Das Schaugelände war um einiges größer als das in Malvern. Ansonsten war es ziemlich ähnlich strukturiert, wenn auch hier mehr und größere Schaugärten zu sehen waren, und viele riesige Ausstellungszelte mit Zierblumensorten, floristischer Kunst, Rosen- oder Gemüsesorten aufgestellt worden waren. Auch wesentlich mehr professionelle Betriebe zeigten Gewächshäuser, Gartenmöbel usw., aber alles schien hier noch mehr auf die betuchte Gesellschaft abgestimmt. Zum Teil recht ausgefallen oder modern konnte man hier tausende von Pfund für z.B. Wasserspiele oder kleine Burgruinen ausgeben, wenn man denn das nötige Kleingeld hatte und den Platz.



Ebenso waren manche Schaugärten exzentrisch, andere richtig clever und einfallsreich oder einfach nur wunderschön. Auch hier wurde zwar geschummelt, allerdings fiel mir es hier nicht so extrem auf wie in Malvern. Vielleicht waren die Gartendesigner in Hampton Court einfach professioneller und besser?


tropischer Garten im Boden mit Spiegelwänden


Zu meiner Freude fand ich drei Bonsai-Aussteller in einem der riesigen Zelte.
  • Bushukan Bonsai, Essex 
  • Derbyshire Bonsai und 
  • Mendip Bonsai um John Trott.
Ich bekam große Augen, hatte ich ausgewachsene Bonsai bis dahin eigentlich noch nicht richtig gesehen. Meine Emotionen kochten hoch. Ich machte ein paar Bilder und starrte die Bäumchen einfach nur fasziniert an. Der Besitzer guckte seltsam (oder ich bildete es mir ein), so dass ich mich wie ein ertapptes Schulmädchen fühlte und schnell in der Menge verschwand. Mir ist mein eigenes Verhalten selbst unerklärlich. Wahrscheinlich war ich ganz einfach so hingerissen von der Pracht der Bonsai.

Larix decidua als Wald, ca. 35-39 Jahre alt. Mein Lieblings-Bonsai dieser Ausstellung und definitiv ein "Will-ich-auch!!"-Exemplar
Fantastischer Wacholder Juniperus chinensis 'Itoigawa'
 

Ich brauchte ein bisschen Zeit, um mich zu beruhigen und ausgeglichener zurückzugehen. Zu guter Letzt kaufte ich einen dreijährigen Ginkgo biloba von John Trott, Mendip Bonsai. Zwar hatte ich schon ein paar Ginkgos (damals als Unterlage aus Deutschland gekauft), aber ich wollte mehr Material zum Ausprobieren und Üben haben. Warum Ginkgo? Schließlich nicht gerade ein Anfänger-Bonsai aber ich liebe diesen Baum unheimlich!

Somit waren die Bonsai letztlich der Höhepunkt dieser Ausstellung für mich gewesen. Alles andere war damit in den Hintergrund gerückt. Zurück nach Hause ging ich mit diesen wunderbaren Eindrücken und den Fotos und natürlich mit dem kleinen Ginkgo.

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