Donnerstag, 11. November 2010

Hillier Arboretum geht nach Hampton Court Flower Show

Dieses Jahr 2011 wird das Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens an der RHS Hampton Court Palace Flower Show teilnehmen! Nachdem Jill und ich Romsey Show 2010 sehr gut gemeistert hatten (als Aufwärmübung quasi), bekamen wir nun Gelegenheit bei den Profis dabei zu sein. Die Hampton Court Flower Show ist neben Chelsea Flower Show die Größte und berühmteste Ausstellung in Großbritannien.

Barry Clarke als erfahrener Veteran in Sachen Ausstellung dank seiner jährlichen Teilnahme mit seinen privaten National Collections, übernimmt die Papierarbeit und schriftliche Organisation, während ich für unsere Präsentation am Ausstellungsort und dessen Organisation etc. zuständig sein werde.

Ein aufregendes Projekt! Jetzt heißt es Ideen sammeln und überlegen wie Dies und Jenes in die Tat umgesetzt werden kann. Insgesamt haben wir zwar nur etwa 1000Pfund zur Verfügung, im Gegensatz zu vielen anderen Ausstellern, die bis zu 40.000Pfund ausgeben.

Mit der Teilnahme erhoffen wir uns natürlich einen neuen Besucherstrom, ist es doch hochqualitative Werbung und trägt den Namen "Sir Harold Hillier" weiter hinaus. Also wenn ihr Anfang Juli nach London reist, besucht uns auf der Show!

Samstag, 4. September 2010

Romsey Show 2010

Meine Chefin hatte mich und meine Kollegin Jill gefragt, ob wir Interesse an Romsey Show für Hillier Garden teilzunehmen, den Stand zu organiseren und auf- und abzubauen. Der Stand selber würde von freiwilligen Helfern am Showtag bemannt werden.

Romsey Show ist eine kleine jährliche Ausstellung im Ort, wo sich die lokalen Bauern und Hofbetriebe präsentieren können. Aber auch Schrebergärten, örtliche Imker, Hundezüchter, Falkner und Handwerker oder Handarbeiterinnen aller Art zeigen ihre Waren und Produkte.

Jill und ich sagten zu, war es doch eine schöne Erfahrung für uns und eine gute Sache für den Lebenslauf. Wir hatten etwa zwei bis drei Wochen Vorbereitungszeit gehabt, obwohl es im Grunde nicht viel vorzubereiten gab. Für die Ausstellung konnte wir keine Pflanzen ausgraben und in einen Topf stecken. Deswegen gingen wir rüber zu Rici von Hillier Nurseries im Cash und Carry-Bereich. Er gewinnt schon seit Jahren Goldmedaillen auf der Chelsea Flower Show, und hatte somit ein paar Showpflanzen über. Wir konnten nehmen was wir wollten, solange wir die Pflanzen einwandtfrei nach der Show wieder zurückbrachten. Wir suchten nach Blüten und Herbstfarben, fanden schließlich dunkelrote Penstemon, leuchtend gelbe Coreopsis, ein paar Gräser und einen wunderschönen Liquidambar.

Gesagt getan, bauten wir am Freitag den Stand auf. Relativ klein mit 1 x 2,5m bekamen wir eine Fläche inmitten des großen Zeltes zwischen den Pfosten zugeteilt. Dennoch ein guter Platz, denn jeder der durch den Eingang ging, würde unseren Stand als erstes sehen.

beim Aufbauen Fertig! Hinter mir ist der Zelteingang.

herbstliche Tischdeko, alles Material aus Hillier Garten gesammelt. Äpfel und Beeren auf einem Bananenblatt

unsere Beeren- und Früchte-Pyramide
Später dann bekamen wir Nachricht welche Medaille wir bekommen hatten. Wie Medaille? Wir hatten keine Ahnung gehabt, dass selbst auf dieser kleinen Lokalausstellung der Stand wie auf eine der großen Ausstellungen bewertet wurde. Auweia.....

Wir hatten Silber bekommen. Angeblich wäre es Gold geworden, hätten wir unsere Früchte-Pyramide mit Pflanzennamen versehen und insgesamt minimal mehr Schilder zu den Pflanzen gehabt. So hätten die Besucher (und die Richter) nicht gewusst, welche Beere zu welchem Strauch gehörte und daher uns abgewertet, Mangels Interpretation. Wir waren auch so glücklich. Unsere erste Ausstellung und eine Silbermedaille bekommen!



Sonntag, 11. Juli 2010

RHS Hampton Court Palace Flower Show 2010

Es ist wieder so weit, Anfang Juli stand die RHS Hampton Court Palace Flower Show wieder an. Auch dieses Jahr war Barry so freundlich mir eines seiner Ausstellertickets zu schenken, so dass ich umsonst die Ausstellung genießen konnte.



Morgens früh fuhr ich zu Barrys Haus und er nahm mich dann mit nach London. Dadurch war ich zwar gezwungen den ganzen Tag mit ihm dort zu bleiben, aber ich hatte mich ohnehin als Assisten für heute angeboten. So kam es, dass ich eine der größten Flower Shows von England einmal aus Sicht der Aussteller und hinter den Kulissen miterlebte. Ich fand es richtig spannend.

Als erstes hieß es Pflanzen wässern und die Präsentationsfläche herausputzen. Sprich unansehnliche Blätter abschneiden bzw. einsammeln, verblühte Blüten absammeln, den Sand zurück schieben usw.

Statt Rubus wie im Vorjahr zeigte Barry dieses Jahr seine Asclepias- and Gomphocarpus-National Collection. Dazu hatte er seinen Stand als Abbild des heimatlichen Standortes von Asclepias (die nordamerikanische Wildnis/Steppe) gestaltet. Folglich waren Gräser und Sand vorwiegend zu sehen, inmitten die verschiedenen Seidenpflanzenarten dann mit ihren Blüten auffielen. Ein altes Holztor und ein Büffelschädel machten die Illusion perfekt, man fühlte sich wirklich in den wilden Westen versetzt.


Ein eigens für die Ausstellung erbautes Miniaturglashaus beherbergte Monarchfalter Danaus plexippus, welche am natürlichen Standort die Hauptbestäuber von Asclepias darstellen. Links und rechts erklärte Barry den Zyklus der Schmetterlinge und wie wichtig sie waren im Kreislauf der Seidenpflanzen, aber vor allem für uns Menschen von Bedeutung haben, da die Puppen des Falters Seide produzieren.



Ich half Barry den ganzen Tag an seinem Stand, verkaufte mit ihm Pflanzen und redete mit Besuchern über Asclepias, so dass Barry schließlich selber ab und an über das Schaugelände gehen konnte und sich abseits entspannen oder essen konnte. Dann wechselten wir uns ab und ich konnte auf Erkundungstour gehen.

Da ich Hampton Court schon vom letzten Jahr kannte, wusste ich dieses Jahr ganz genau was ich wollte. Schnurstracks marschierte ich zum Zelt, wo die Bonsais zu finden waren. Mehr oder weniger waren dort dieselben Bonsai vom Vorjahr zu sehen. Wieder machte ich viele Fotos, nahm mir aber dieses Mal wesentlich mehr Zeit zum Gucken und Inspizieren.

 
Unter anderem:
  • Pinewood Bonsai, Liverpool
  • North of England Bonsai, Darlington
  • Mendip Bonsai Studio, Somerset


Larix decidua

Crataegus monogyna
Über das restliche Schaugelände ging ich nur kurz. Die Schaugärten zu sehen war zwar nett, aber ich war eigentlich nur wegen der Bonsai hier. Außerdem war die Show so ziemlich genau wie letztes Jahr mit denselben Firmen und Baumschulen/Gärtnereien. Einzig die Schaugärten waren anders.


Abends fuhren wir wieder nach Hause. Es war ein zwölf Stunden Tag gewesen und obwohl ich die meiste Zeit nur den Stand betreut hatte, fühlte ich mich ziemlich ausgelaugt. Ständiges Lächeln und freundliches Unterhalten kann offenbar sehr viel Energie verbrauchen. Ich war froh zu Hause zu sein. Armer Barry machte das die ganze Woche lang.

Donnerstag, 15. April 2010

Mein Arbeitsplatz: The Sir Harold Hillier Gardens & Arboretum

Sir Harold, Erbe und Leiter der erfolgreichen Hillier Baumschulen, kaufte das erste Stück Land um und mit Jermyns House im Jahre 1953, um seiner pflanzlichen Sammlung genug Platz zu bieten und außerdem zu erweitern. Er selbst zog mit seiner Familie in das Haus ein und bepflanzte rund ums Haus von seinen Reisen gesammelte Pflanzen oder Geschenke seiner botanischen Freunde. Über die Jahre kaufte er das nordwestlich angrenzende Land dazu und vergrößerte den Garten bis zu seiner heutigen Größe. Der Garten umfasst heute ca. 180acres (etwa 70ha) und ist eine der wertvollsten Pflanzensammlungen in England.

Jermyns House


1977 übergab er den Garten als Stiftung an Hampshire County Council. Seither ist der Garten vom Familienbetrieb getrennt. Als Grund lässt sich wohl vermuten, dass Sir Harold damit das Überleben des Arboretum, unabhängig vom wirtschaftlichem Erfolg der Baumschule, sicherte.

Der Garten beherbergt mittlerweile weit über 43.000 verschiedene Pflanzen. Er teilt sich in vier Hauptbereiche ein, nachdem auch die Mitarbeiterteams arbeiten.

  • Jermyns House (ca. 3ha)
  • Pond Area (ca. 6ha)
  • Centenary Border (ca. 5ha)
  • Wintergarden (ca. 4,5ha)

Die restlichen Flächen sind keinem Team zugeteilt, hier kümmern sich alle gemeinsam um das Arboretum.

Jeder Gartenbereich hat seinen eigenen Charakter (und Charme), der sich in den vier Jahreszeiten ändert. So ist Jermyns House von der Magnolienallee und dem Heidegarten dominiert, während Centenary Border große Staudenbeete beherbergt. Jene wurden in den letzten zwei Jahren komplett renoviert und werden dieses Jahr im Sommer (Juli 2013) zum 60jährigem Arboretumjubiläum feierlich zelebriert. Der Pond-Bereich (engl. für Teich) führt durch das Tal an einem Bachlauf durch einen Sumpfgarten zum großen Teich.

Im Wintergarden befinden sich Pflanzen, die besonders im Winter effektvoll erscheinen. Anders als die Namensgebung hier vermuten lässt, befindet sich dort kein Glashaus, sondern eine offene Gartenfläche. Angepflanzt sind hier botanische Besonderheiten, die mit Rindenschmuck, Winterblüte und -duft ihren Charme verbreiten. Ein kleiner Spaziergang zur Winterzeit zeigt viele Wunder, und dass ein Garten in der kalten Jahreszeit ganz und gar nicht leer oder abgestorben aussehen muss.


Das Arboretum hält zur Zeit 12 National Collections (britische Pflanzensammlungen). Carpinus, Cornus, Corylus, Cotoneaster, Hamamelis, Hillier (plants raised by), Ligustrum, Lithocarpus, Metasequoia, Photinia, Pinus (excl dwarf cvs.) und Quercus.
Ein Antrag für die Cercidiphyllum-Sammlung wartet noch auf Prüfung.

siehe auch Hillier National Collections

Webadresse: Sir Harold Hillier Gardens and Arboretum
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