Donnerstag, 11. August 2011

Wormery - Wurmkultur

In einem Lehrgang für die Studenten im Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens, wurde ich zum ersten Mal mit der Wurmkultur in Kontakt gebracht. Dort stand eine schwarze, runde, geschichtete Tonne mit Zapfhahn auf kurzen Beinen in der Vermehrungseinheit, dessen Verwendung mir nicht klar war. So erklärte mir Barry das Prinzip.

Jede Schicht kann mit Küchen- oder Gartenabfällen aller Art gefüllt werden, solange es keine Zitrusfrüchte, Zwiebeln, Gewürze, Fleisch/Knochen, holziges oder samende Unkräuter beinhaltet. Die angesiedelten Regenwürmer im Innern der Tonne verwandeln den organischen Abfall zu einem reichaltigen Kompost. Die entstehende Flüssigkeit wird nach unten abgeführt und kann als Flüssigdünger abgezapft werden (riecht zwar bestialisch, ist aber verdammt guter Dünger!). Also ein Mini-Komposter in sauberem Behälter.

Ich war fasziniert! Welch eine schlaue Idee Würmer zu diesem Zwecke zu kultivieren. In Deutschland hatte ich zuvor so etwas noch nie gesehen oder davon gehört.

Ein Jahr später bekam meine Freundin Emma eine ähnliche Tonne zu Weihnachten geschenkt. Interessiert verfolgte ich den Prozess. Ihre "Wormery" allerdings sah etwas anders aus. Es war ein einziges großes Gefäß, das nicht in Schichten aufeinander gestapelt werden konnte. Das machte das Pflegen (gelegentliches Rühren und Vermischen) und auch das Entleeren des fertigen, nutzbaren Kompostes schwieriger. Da fand ich das geschichtete System doch praktischer.

Mittlerweile sind diese Wurmkulturbehälter populärer geworden und es ist einfacher sie im Gartencenter zu kaufen, wo zuvor man diese nur durch Online-Bestellung ergattern konnte.
Nun da ich endlich meinen eigenen kleinen Garten habe, war ich heiß auf die Wurmkultur, zumal ich keinen richtigen Komposthaufen bauen könnte, aus Platzmangel und weil der Grundstücksbesitzer damit nicht glücklich wäre. Also ging ich durch die Gartencenter und fand am Ende tatsächlich was ich suchte. Meine echte "Wormery", schwarz und in Schichten aufeinander stapelbar. Die billigere Variante war die ungestapelte Version. Ein saftiger Preis von 90 Pfund war bezahlt und ich trug meine Wurmkultur glücklich nach Hause. Genny lachte mich nur aus.

Das ist "Tiger Wormery" von www.wormery.co.uk, die ich gekauft habe


Nun kann ich all unsere Küchenabfälle zu schickem Kompost verarbeiten lassen und habe außerdem den besten Flüssigdünger aller Zeiten. Ab sofort fange ich an leere Milchflaschen zu sammeln, damit ich den kostbaren Wurmsaft dort abfüllen kann. Meine Bonsai werden es lieben!

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