Freitag, 2. März 2012

Bonsai topfen 2012

Wie jedes Jahr ist das Frühjahr die richtige Zeit Bonsai umzutopfen. Das Wort "Bonsai" bedeutet "Baum in kleinem Topf", folgerichtig hat ein Bonsai wenig Platz seine Wurzeln auszubreiten. Die künstliche Wurzeleinschränkung verursacht geringen und gedrungenen Wuchs, bedeutet aber auch, dass die Bonsaipflege dadurch extrem intensiviert wird. 

Allerdings müssen nicht alle Bonsai jedes Jahr umgetopft werden. Vielmehr hängt es von der jeweiligen Pflanze selber ab, wie starkwüchsig sie ist und wie lange sie bereits in dem Topf sitzt. Grundsätzliche Regel ist alle zwei Jahre zu topfen, gleichzeitig die Wurzeln zu schneiden und den Bonsai mit frischem Substrat und Nährstoffen zu versorgen.

Je nach Wetter ist für mich zwischen Februar und April die Zeit meine Bonsai zu diesem Thema unter die Lupe zu nehmen. So nehme ich mir jeden einzelnen Bonsai vor, prüfe ob eventuelle Winterschäden aufgetreten sind und schaue mir die Wurzeln an. Idealerweise findet das Umtopfen vor dem Blattaustrieb statt. Oftmals habe ich das Umtopfen aber aus Zeitmangel später im Jahr durchgeführt, ohne dass die Bonsai Schaden erlitten hätten. Ich denke die Bonsai in einem eingewachsenen Topf ohne Wurzelschnitt oder frischer Erde ein weiteres Jahr unter Wasser und Nährstoffmangel leiden zu lassen, ist wesentlich schädlicher als sie zu spät umzutopfen. Denn besser spät als nie, als wenn man am Ende womöglich den Bonsai verliert und auf den Kompost tun muss.


Zum Umtopfen nehme ich kein besonderes Substrat, normale torffreie Komposterde aus dem Gartencenter erfüllt den Zweck für mich völlig. Je nach Pflanze mische ich allerdings Perlite oder Sand zur Verbesserung der Entwässerung unter, oder aber Akadama.
Kleine Plastikgitter befestige ich mit Drahtschlaufen in der Bonsaischale, um das Ausfallen von Substrat durch die Entwässerungslöcher der Bonsaitöpfe zu reduzieren. Ist der Bonsai zu groß und die Gefahr zu hoch, dass er womöglich aus der Schale kippt oder vom Wind umgeblasen wird, dann verankere ich den Bonsai mit Draht an die Bonsaischale.

Ansonsten nehme ich den Bonsai aus der alten Schale, löse alle Wurzel aus dem Ballen und schüttel die alte Erde aus. Danach reduziere ich die Wurzeln, indem ich zu dicke, sperrige Wurzeln entferne oder nur insgesamt alle Wurzelspitzen um ein Drittel schneide.

Ginkgo biloba Wurzeln, in diesem Jahr nun ca. 12 Jahre alt

Anschließend pflanze ich den Bonsai zurück in die Schale, möglichst in die alte Bonsaischale. Würde man den Bonsai bei jedem Umtopfen in eine größere Schale pflanzen, wüchse der Bonsai zu viel und zu schnell und wäre nach nur wenige Jahren ein großer Baum, den man dann besser in den Garten pflanzt als im Topf zu halten. Dadurch dass die Wurzeln jedesmal zurückgeschnitten werden, sollte der Bonsai ohne Weiteres in die alte Schale passen. Außerdem stimuliert der Schnitt das Feinwurzelwachstum, was den Baum gesünder und kräftiger macht, weil durch die vermehrten Feinwurzeln Wasser und Nährstoffe besser aufegnommen werden können. Aufgrund dessen ist es nicht schädlich den Baum in einer kleinen Schale zu halten - diesen Vorwurf habe ich schon mehrmals gehört.

Am Ende sind alle meine Bonsai Unkraut frei, mit frischer Erde versorgt und fit für ein weiteres Jahr voller Wachstum und Schöhnheit in meinem Garten.

Rechts der gleiche Ginkgo biloba, dieses Jahr nun ca. 12 Jahre alt, Links ein Larix decidua Wald

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