Samstag, 30. Juni 2012

Meine Bonsai Aufzeichnungen

Vor ca. zwei Jahren hatte ich angefangen Aufzeichnungen über meine Bonsai zu erstellen. Denn so langsam wurde mir bewusst wie viel Information nach Jahren bereits verloren gegangen war und durch meine Zeit als Student im Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens wurde mir außerdem die Wichtigkeit der Informationen für die Zukunft bewusst. Zumindest wenn ich das "Hobby" des Bonsai-/ und Pflanzensammelns ernsthaft, professionell und dauerhaft betreiben wollte.

Idealerweise wollte ich die Aufzeichnungen digital erstellen, sprich in einer Art Datenbank auf dem Computer. Leider reichte mein Wissen nicht aus, eine praktikable Datenbank zu erstellen, bzw. der Zeitaufwand schien enorm. Außerdem sollte die Datenbank einfach erreichbar sein, wenn man schnell etwas nachschauen oder eintragen wollte. Der Computer macht das Leben zwar in vielen Situationen einfacher heutzutage, erfordert aber Elektrizität, ist unhandlich in Sachen Mobilität (selbst ein Laptop, dadurch dass man immer Angst haben muss er wird geklaut, begrenzt es somit die Nutzung), und benötigt mindestens doppelt so viel Zeit wie ein altmodisches Karteikartensystem um neue Eintragungen zu machen oder vorhandene Informationen abzurufen.

Dazu also hatte ich mir mit Absicht ein simples Karteikartensystem ausgedacht. Ein ausrangierter Karton diente als Aufbewahrungsort.
Mein System beinhaltete eine Referrenznummer, unter welcher der Bonsai schnell zu finden war. Zum Beispiel besitze ich mehrere Ginkgo biloba von verschiedenen Quellen und Alter etc. so dass nur der Name alleine als Einsortierung nicht ausreichte. Auf der Vorderseite sollten allgemeine Informationen über die Pflanze stehen, wie etwa Länderursprung, bevorzugte Bodenverhältnisse oder zu welchem Zeitpunkt der Bonsai in meine Sammlung kam und in welchem Zustand, sei es Baumschulware, Geschenk oder Wildfund.
Auf der Rückseite dann sollte die Historie als Bonsai stehen, also alle Arbeiten die ich an dem Bonsai durchgeführt habe, chronologisch nach Datum notiert. Dazu gehörten Arbeiten wie Umtopfen, Schnittmaßnahmen aller Art, Schädlingsbefall, Messungen der Höhe oder Stammumfang usw.

Frühzeitig musste ich dann feststellen, wie zeitaufwendig es war, die Kartei herzustellen. Vor allem auch wie mühselig es war verlorene Information wiederzuerlangen. Viele Einzelheiten blieben ein Ratespiel und können nur noch als grobe Richtung dienen. Aus diesen Gründen blieben meine Karteikarten bald für lange Monate halb angefangen unberührt im Karton.

Nun da meine Sammlung wieder um einiges gewachsen ist und auch um einiges reifer geworden ist, starte ich nun einen neuen Versuch. Wieder einmal heißt es verlorene Information aus meinen Erinnerungen zu graben. Dieses Mal in Form einer Tabelle am Computer (neben meinen Notizzetteln), damit die Information auch auf meiner Webseite zur Verfügung steht.

Somit bin ich also wohl für den ganzen Tag beschäftigt heute, meine Notizen zu durchforsten und eine neue Inventurliste meiner kleinen Baumschule zu erstellen. Das Ergebnis erfahrt ihr wie immer hier, und natürlich dann auch später auf meiner Webseite www.botaniquarium.eu

Mittwoch, 27. Juni 2012

Frosthärtezonen der Royal Horticultural Society überarbeitet

Bisher arbeitete die RHS mit vier Härtezonen, um die Frosthärte von Pflanzen zu kategorisieren. Diese Härtezonen wurden 1960 entwickelt, waren aber sehr grob. H1 bedeutete frostempfindlich, H4 bedeutete frosthart.
'The original rating system has served us well,' says Jim Gardiner, RHS Director of Horticulture. 'But we have felt for some time that it doesn’t provide enough detail on degrees of hardiness. Today’s gardeners are much more aware of changes in the climate and are looking for more information.'
Die Amerikaner arbeiten mit einem ähnlichen System, richten sich hierbei allerdings an jährliche Durchschnittstemperaturen. Das alte RHS-Härtezonensystem war daran angelehnt. Großbritannien mit maritimem Klima passt allerdings nicht wirklich in das System, vor allem auch, da es wohl mittlerweile langfristige Klimaveränderungen gibt, die 1960 noch nicht aufgetreten waren.

Das neue System also soll das britische Klima besser widergeben und mit sieben statt vier Zonen bietet es damit eine wesentlich feinere Einstufung. Außerdem richtet sich das neue System nun nach potentiell vorkommenden Tiefsttemperaturen, statt den unpraktikablen Jahresdurchschnittstemperaturen, die damit nicht Extreme widergespiegelt hatte.

Hier der Link der neuen Härtezonen-Tabelle zum herunterladen und ausdrucken:
http://www.rhs.org.uk/Media/PDFs/News/2012_RHS-Hardiness-Rating

Den original Artikel findet ihr hier:
http://www.rhs.org.uk/News/Hardiness-rating-system-improved

Sucht man im Internet findet man viele Angaben zu Härtezonen. Die meisten sind allerdings vom amerikanischen System abgeleitet und wenig praktikabel, wie auch absolut nicht einheitlich je nach Quelle. Will man die Härtezone für beispielsweise Liquidambar finden, bekommt man verschiedene Angaben wie Zone 8, Zone 4 oder Zone 3b. Kann man zunächst nichts mit anfangen, so dass man nach der äquivalenten Temperaturangabe suchen muss.

Das System der RHS hingegen bietet eine einheitliche Einteilung, die professionell und seriös ist. Eine passende Karte, welche die Zonen verbildlicht, konnte ich bisher noch nicht auftreiben.

Der Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart arbeitet higegen mit dieser Karte, die ich für den deutschen Raum sehr hilfreich finde:
www.ulmer.de


Donnerstag, 21. Juni 2012

Jost Wallis Garten

Jost lernte ich im Januar 2012 über das Internet kennen. Hört sich erst einmal merkwürdig an, bedeutet aber nur, dass wir Emails miteinander schrieben. Jost als leidenschaftlicher Pflanzensammler, jagte einen seiner Lieblinge Quercus monimotricha (siehe Profil auf Oaks of the World Website oder Oaks of Chevithorne Barton) hinterher. Ein schwieriges Unterfangen, da diese Eiche sehr selten ist, nur von Liebhabern vermehrt wird und nicht kommerziell vertrieben werden darf. Seit zehn Jahren war er auf der verzweifelten Suche und fand schließlich meine Q. monimotricha in meiner Bonsaisammlung im Internet.

Es entstand ein sehr freundlicher Kontakt und reger Email-Austausch mit Vorfreude auf Josts Traumerfüllung, die begehrte Eiche bald sein Eigen nennen zu dürfen. Im Juni dann war es soweit. Ich fuhr für eine Woche nach Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen und junge Sämlinge der Eiche nach Tecklenburg zu bringen.

Josts Haus und privates Arboretum war nicht leicht in den Feldern zu finden, zumal ich stolzer Kartenbenutzer bin, statt Navigationssystem. Ging ja früher auch ohne, und so war am Ende alles gut. Jost hieß uns sehr herzlich mit Kaffee und Kuchen willkommen. Sogleich fingen wir rege an über Gärten, Pflanzen und England zu reden. Jost ist ein Magnolien-Experte und hat eine beeindruckende Sammlung in seinem Garten. Ich konnte es kaum erwarten auf Erkundung zu gehen. Dummerweise hatte ich weder Notizbuch noch Kamera oder genug Zeit dabei. Wie dämlich von mir zu denken innerhalb von zwei Stunden durch seinen Garten zu streifen. Natürlich lange nicht genug Zeit.

Jost versuchte in der knappen Zeit mir so viel wie möglich zu zeigen und sprühte vor Enthusiasmus. Sein Gartenassistent Rico war von ähnlichem Virus angesteckt. Ich kam mir gänzlich unwissend vor, von all diesen Magnolien, Eichen, Palmen und anderen speziellen Bäumen scheinbar kaum etwas zu erkennen. Ich versuchte so viel wie möglich in mich aufzusaugen.

Anfang der 80er Jahre begann Jost seine gesammelten Bäume in den Garten zu pflanzen, reiste selber viel (mit der Magnolia Society), um neue Exemplare seiner Sammlung hinzuzufügen, fand ähnlich gesinnte Freunde oder profitierte von den richtigen Kontakten, ähnlich dem meinen. Somit waren alle Bäume nicht älter als 30 Jahre. Dabei sahen manche Bäume mit ihren wuchtigen Stämmen älter aus.

Erstaunlicherweise wachsen viele Exoten in Josts Garten und scheinen jedes Jahr dem deutschen Frost zu trotzen. Allerdings hat Jost sein eigenes kleines Patent entwickelt, die empfindlichsten Pflanzen zu schützen. Sehr simpel, aber sehr effektiv. Einige Pflanzen erkannte ich dann doch, hatte sie jedoch noch nie in Deutschland wachsen sehen. einer meiner favorisierten Kiefern Pinus engelmannii war dort tatsächlich auch zu finden. Noch relativ jung und klein im Vergleich zu dem riesigen Exemplar, das wir im Hillier Garten stehen haben, aber dennoch wunderschön.


Die Zeit verging viel zu schnell und ich bereute den Tag so eng verplant zu haben. Jost gab Vollgas, erzählte von seinen Kreuzungsversuchen und Handbestäubungen, während ich völlig fasziniert von einem Baum zum nächsten ging. Das wäre auch mein Traum, ein eigenes kleines Arboretum zu haben, voll mit den Schätzen der Pflanzenwelt. Als Dankeschön für das wertvolle Mitbringsel aus England, überreichte mir Jost eines seiner Schätze, die er von einem weiteren Pflanzenenthusiast bekommen hatte. Stecklinge eines Miniatur-Mammutbaumes, die ich als Bonsai wachsen lassen sollte. Ich war hin und weg und überglücklich, doch mit dem Zeitdruck im Nacken war es schließlich ein schnelles Verabschieden.

Ich habe mir fest vorgenommen, sobald ich wieder in Deutschland bin, möchte ich Josts Garten noch einmal besuchen. Dann besser vorbereitet (mit dem Wissen was mich erwartet), Notizbuch, Kamera und wesentlich mehr Zeit im Gepäck.
Vielen Dank für deine Gastfreundschaft Jost!

Josts Webseite über seinen Garten findest du hier: MagnoliaGarden.de

Mittwoch, 20. Juni 2012

Floriade Fotos

Für alle die ein paar mehr Bilder von der Floriade sehen möchten, hier der Link zu meinem öffentlichen Fotoalbum auf Picasa.

Floriade 2012 Fotoalbum auf Picasa
Floriade 2012, Venlo, NL

Dienstag, 19. Juni 2012

Floriade 2012 in Venlo, NL

Die Floriade ist eine internationale Pflanzen- und Blumenausstellung, auch als World Horticultural Expo genannt, welche alle zehn Jahre in den Niederlanden stattfindet (zuletzt 2002 in Haarlemmermeer - nicht zu verwechseln mit der Floriade in Canberra, Australien).  Anders als die professionell kommerzielle IPM (Internationale Pflanzenmesse) in Essen, D präsentieren sich hier die Länder der Welt mit einem kleinen Schaugarten, Pavillon und/oder Souvenirladen.



Die Floriade eröffnete am 5. April 2012 in Venlo und endet am 7. Oktober 2012. Das angelegte Schaugelände soll anschließend mit den Gärten und Parkanlagen erhalten bleiben, dann ganzjährlich für Besucher geöffnet, lediglich die Pavillons und Läden werden abgebaut. Die großen Gebäude sollen später als Büroräume genutzt werden.

Wettertechnisch hatten wir viel Glück. Es schien die Sonne und es war angenehm warm mit geschätzten 23°C. Die Anfahrt mit dem Auto war einfach und auch das Parksystem (kostet 10,00 €) sehr gut organisiert. Mit kostenfreien Shuttelbussen werden alle Besucher zum Eingang gefahren.

Noch bevor man das Gelände betritt, fallen die vielen ausgesäten Wildblumen an den Straßenrändern ins Auge, die erfolgreich verschönern. Korn- und Mohnblumen wogen sich mit Kamille und Schaumkraut im Wind.


Gleich am Eingang dann treffen sich die Heerscharen von Menschen, die aus allen Richtungen anreisen. Dennoch geht alles flüssig und die Tickets sind in wenigen Minuten bezahlt. Wieder ein Lob an die gute Organisation!

Mit der Geländekarte in der Hand heißt es zuerst einmal: orientieren. Auf 66ha (163acres) gibt es Unmengen zu sehen und entdecken. Trotz acht anstrengenden Stunden des Laufens, habe ich am Ende nur etwa die Hälfte gesehen. Glücklicherweise fährt die Seilbahn von einem Ende zum anderen, so dass der Laufweg sich um Einiges verkürzt. Da der Eingang sich mittig befindet und man so zwangsläufig das linke oder rechte Ende des Geländes erreicht, müsste man ansonsten denselben Weg zurücklaufen, um die andere Seite zu sehen. So bietet die 1,1km lange Seilbahn also eine entspannte und schnelle Lösung und ermöglicht außerdem eine wunderbare Aussicht aus der Vogelperspektive aus 30m Höhe.


Manche Länder überzeugten mit authentischen Gebäuden und Gärten. Beispielsweise war der chinesische Garten wie ein Palastgelände angelegt. Mit Pagoden, Koi-Teich und typisch chinesischen Pflanzen wie Pfingstrosen und Kiefern, kam es einer Reise nach China gleich. Da ich Fan von Chinas Landschaft, Kultur und Gärten bin und durch meine Pekingreise das Land ein klein wenig kennenlernen konnte, hat mir dieser Garten am besten gefallen.


Dort konnte man auch Bonsai kaufen, von denen ich allerdings sehr enttäuscht war. Es gab kaum Unterschied zur Billigware, die man in jedem Gartencenter bekommt, als der überzogene Preis für diese schlecht angezogene/gepflegte Massenware. Da hatte ich auf solch einer Ausstellung etwas Besseres erwartet.

Andere Länder überzeugten durch intelligentes Design (bewachsene Dächer und begrünte Wände) und zeigten damit wie weit man die "Vergrünung" von Gebäuden und Stadträumen treiben könnte. Andere Aussteller zeigten die Variationsbreite der modernen Züchtung, ausgeklügelte, moderne Kunst mit Blumen oder schulten mit interaktiven Elementen über Innovationen, Import-/Exportmärkte oder bestimmten landestypischen, pflanzlichen Produkten.




Entdecken konnte man auch einen Bienenstock von innen, die pflanzliche Evolution oder auch die eigenen Sinne wie Riechen, Tasten und Schmecken. Am meisten wurde aber das Auge gefordert. Es gab so viel zu sehen, dass ein Tag nicht ausreicht. Der Eintrittspreis von mind. 25,00 € pro Erwachsene mag abschrecken, aber ich finde, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Ich kann die Floriade als Tagesausflug nur empfehlen; es war ein fantastischer Tag!

Samstag, 9. Juni 2012

Sturmschäden auf der Arbeit

Die letzten zwei Tage waren sehr windig mit ca. 60km/h starken Böen. Auf der Arbeit im Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens gab es so manche Schäden, allerdings weniger als befürchtet. Da hatte der Sturm Anfang des Jahres mehr Schaden angerichtet.

Pinus sylvestris in Brentry Woodland

Diese Kiefer hat den Freistand leider nicht so gut überstanden wie die anderen Baum"kollegen". Vor ca. zwei Jahren wurde in Brentry angefangen den Kiefernbestand auszudünnen. Zum einen um mehr Licht in den Wald zu bekommen und zum anderen um Platz für neue Pflanzungen innerhalb der Baumsammlung zu schaffen.

Völlig unerwartet zerbrach diese Fichte buchstäblich in zwei Hälften. Picea abies 'Tabuliformis' gehörte zu einen der ersten Pflanzungen in Sir Harolds Privatgarten und ist somit geschätzt über 50 Jahre alt. Unerwarteter Verlust deswegen, weil es Dienstag Abend passierte, bevor der Sturm losbrach und es bis dahin nicht besonders windig gewesen war. Offenbar war das Holz bereits geschwächt bzw. angebrochen gewesen und hatte letztlich unter dem Gewicht des Regenwassers auf den Nadeln nach/aufgegeben.

Picea abies 'Tabuliformis' zerbrach in der Mitte

Das frische rekrutierte Arb-Team Matt und Will haben nun alle Hände voll zu tun, gefallene Bäume und Äste zu beseitigen und vor allem den Garten wieder hindernisfrei für Besucher zu gestalten. Ohnehin ist die Liste schon lang genug, aufgrund dessen wir drei Monate auf Mannschaftsersatz warten mussten, seit (der alte) Matt und Tom das Team Anfang des Jahres verlassen hatten.

Dienstag, 5. Juni 2012

Angriff Sommersonnenseite

Während Genny heute fleißig den Boden im Gemüsebeet kultiviert hat, um danach die Erbsen und Physalis zu pflanzen (und hauptsächlich Kiesel sammelte), habe ich angefangen auf der "Sonnenseite" des Gartens aufzuräumen.



Die massiv verbreiteten Taglilien mussten weg, der Goldröschenstrauch gezähmt und das Efeu vom Zaun. Wie sich schnell zeigte war das Efeu dann auch im Rasen und in den Sträuchern zu finden und hatte sich mit dicken Wurzeln und Stamm fest etabliert. Zudem hatten sich Akeleien überall versät. Wildnis im eigenen Garten sozusagen.

Die Rasenkante habe ich mit einem Halbmond Stecheisen geschnitten. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr mit den englischen Rasenkanten angefreundet habe. Als ich das erste Mal nach Großbritannien kam und ich zum ersten Mal eine solche Rasenkantenschere in der Hand hielt, konnte ich mich vor Lachen kaum halten und musste ständig über die Briten mit dem Kopf schütteln. Nun ist das Rasenkantenschneiden natürlich meine wöchentliche Aufgabe auf der Arbeit im Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens, so dass es nichts Besonderes mehr für mich ist. Ziemlich schnell konnte ich aber die Notwendigkeit und vor allem auch die Schönheit in der definierten Trennung zwischen Rasen und Beet erkennen. Heute würde ich immer eine englische Rasenkante in meinem Garten haben wollen. Ich finde es gibt dem Garten mehr Stil und Klasse.



Nachdem nun die Taglilien und das Efeu ausgegraben waren, hieß es Muscari-Zwiebeln und Steine aufsammeln. Immer wieder fand ich Wurzelgeflechte der Ackerwinde. Zum Schluss grub ich die Erde um und mischte Kompost unter, um die Qualität des Bodens zu verbessern und außerdem den Höhenunterschied zwischen Rasen und Beet auszugleichen. Die Sträucher zur Rechten ließen wir zunächst unberührt.

Endlich begann der spaßige Teil: Pflanzen platzieren und einpflanzen. Beim Umzug hatte ich Stecklinge von Gennys Lieblingspflanzen aus ihrem Garten vermehrt. Dazu gehörte Salbei, Zitronenmelisse, Fetthenne und Fenchel. Da wir beide Kräuter extrem lieben und dieses Beet den ganzen Tag volle Sonne bekommt, war dies der ideale Platz für unseren Kräutergarten. Hinzu kam Schnittlauch, Rosmarin und ein kleiner Currystrauch, gemischt mit einem kleinen (!) Überbleibsel der Taglilien und eine weiße Küchenschelle Pulsatilla vulgaris 'Alba'. Im Vordergrund haben wir ein wenig Platz für Oregano gelassen.


Montag, 4. Juni 2012

Kieselsammlung

Es ist erstaunlich welch Menge an Kiesel und Steinen wir schon aus unserem Garten gesammelt haben. Besonders auf der "Schattenseite" bei meinem Farngarten scheint es besonders schlimm zu sein, denn dort gibt es eine Stelle, wo purer Zement im Boden ist. Meine armen Pflanzen. Der Zement ist schließlich ätzend. Ich habe versucht das meiste so gut es ging aus dem Boden zu schaufeln und bisher scheint alles gut zu wachsen. Ziegelsteine, Dachschindeln und sogar eine rostige Brechstange haben wir außerdem gefunden. Offenbar haben Bauarbeiter ihren Müll einfach in ein Loch gekippt, nach mir die Sintflut.



Wenn jeder Kiesel 1€ wert wäre, könnten wir uns ein eigenes Haus von dem Geld kaufen. Ich habe mittlerweile aufgehört die Eimer zu zählen, aber ich würde schätzen, dass wir bisher mindestens 25 Eimer Steine zur Müllkippe gebracht haben. Alleine an diesem langen Wochenende, wo wie vier Tage Zeit hatten im Garten zu sein, haben wir täglich ca. drei Eimer mit Steinen gefüllt. Scheinbar unendliche Mengen, denn selbst nach umgraben und auslesen finden wir immer noch zum Teil sogar recht große Kiesel im Boden. Da fragen wir uns: wie konnten wir den vorher übersehen?

Da bleibt nur: dran bleiben! Wir werden weiterhin fleißig sammeln. Bei jedem Unkraut ziehen, oder graben jeder Art. Irgendwann müssen doch mal die ganzen Steine aufgesammelt sein...

Sonntag, 3. Juni 2012

Gemüsebeet-Erweiterung

Dieses Wochenende hatten wir vier volle Tage Zeit unseren Garten weiter aufzuräumen. Denn nach wie vor gibt es viel zu tun, weil die Leute vor uns den Garten jahrelang haben verwildern lassen.

Attackiert haben wir diese Ecke, die eine Erweiterung zu Gennys Gemüsegarten werden soll.



Wo jetzt diverse Töpfe, Eimer und Holz "geparkt" ist, war ein riesiges Buschwerk, das zwar die schäbige Garagenhütte des Nachbarn verdeckte, allerdings ungestüm sich im ganzen Garten hartnäckig ausbreitete. Vorerst also im letzten Monat runtergeschnitten, nun soll das Wurzelwerk ausgegraben werden.

Die Aufgabe stellte sich als ziemlich schwer heraus, weil das Wurzelgeflecht so solide und dick war, dass wir mit einem Spaten da nicht weiterkamen. Rohe Gewalt und eine Axt mussten her. Trotzdem erschwerte die Garage das Unterfangen sehr, da die Wurzeln direkt an dem Betonfundament und sogar darunter gewachsen waren. Der Boden ist zudem voller Kiesel, die das Graben oder hacken mit der Axt ebenfalls nicht erleichtern. Eimerweise sammeln wir die Kiesel aus, obwohl es scheint, dass sich die Kiesel im Boden vermehren. Egal wie viele wir heraussammeln, es sind immer wieder jede Menge zu finden. Ich glaube seit dem wir angefangen haben den Garten aufzuräumen, die Beete umzugraben und Kompost unterzumischen, haben wir seither gute 14 Eimer Kiesel gesammelt.

Genny hatte gestern die Idee, wir sollten die Kiesel einfach vermarkten und damit Geld verdienen. Sei es bunt bemalt oder als Halbedelstein verkleidet. Reiche Leute kaufen doch alles, man muss es denen nur schmackhaft machen. Ich denke das ist eine gute Idee, würde mich ungemein beim Aufsammeln der Kiesel motivieren und vor allem unsere Gartenspardose auffüllen.

Am Ende haben wir doch tatsächlich noch einen Schatz im Garten gefunden: völlig überwuchert von Efeu und Geißblatt fanden wir ein Rankgerüst aus Holz, dass wir nun für unsere Erbsen verwenden werden.

Schneckenwanderung

Nach vier Wochen Trockenzeit ohne einen einzigen Tropfen Regen, hat es gestern Abend wenigstens ein bisschen geregnet. Zumindest genug um die Erdoberfläche anzufeuchten und quasi für den "großen Guss" vorzubereiten, der da hoffentlich noch kommen wird. Denn Wasser wird dringend gebraucht. Trotz des übermäßigen Regens im April waren die Wochen davor und danach so trocken, dass der Aprilniederschlag den Mangel nicht wett machen konnte. So ist auch nach wie vor die Beregnung/Bewässerung des Privatgartens oder das Auto waschen mit dem Gartenschlauch nicht wirklich erlaubt. Ich komme da allerdings nicht drum herum, da meine Bonsai in den kleinen Töpfen innerhalb von zwei Tagen auf den Komposthaufen wandern würden. Das gleiche gilt für den Gemüsegarten.

Heute morgen um sechs Uhr mache ich also direkt einen kleinen Rundgang, um zu sehen wie viel es tatsächlich geregnet hat. Mein Regenmesser sagt mir traurige zwei Liter. Dafür ist es sehr dunstig und es fällt feiner Fieselregen. Der Garten ist oberflächlich sehr feucht, perfektes Wetter für Schnecken. Und in der Tat, sehe ich die Nacktschnecken überall herzumkriechen. Ich kann mir nicht helfen, ich hasse diese nimmersatten Pflanzenkiller so sehr, dass ich sie alle zerquetsche. Nun ist mein Rasen mit unzähligen Schneckenleichen übersät. Ich bin mir sicher dass sich die Vögel darüber freuen werden.

Samstag, 2. Juni 2012

Niederschlag Mai 2012

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im Mai: 41,4mm

Freitag, 1. Juni 2012

Juni: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • Pflanzen wässern
  • verblüte Blüten entfernen
  • Unkraut ziehen/hacken
  • nach Krankheiten und Schädlingen Ausschau halten und sofort Gegenmittel nutzen.

Rasen:
  • regelmäßig mähen (1x pro Woche oder je nach Bedarf)
  • neue Rasenflächen bewässern und gut feucht halten
  • Flüssigdünger applizieren, falls der Rasen schnell grüner und gesünder aussehen soll

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Vermehrung von Sträuchern und Rosen nun durch Stecklinge möglich
  • Wasserschosse und Wildlinge von Rosen entfernen (bestmöglich aus-/abbrechen, ansonsten schneiden)
  • weiterhin regelmäßig neue Triebe von Kletterpflanzen und -rosen an ihre Klettergerüste anbinden
  • Clematis über Ausleger vermehren
  • verblüte Rhododendron ausknipsen
  • schnellwachsende Hecken wie zB. Liguster schneiden

Blütenstauden:
  • Tulpen und Hyazinthen ausgraben, sobald die Blätter welken und absterben. Die getrockneten Zwiebeln dann an einem dunklen, kühlen Ort bis zum Herbst lagern.
  • Stauden nach der Blüte putzen (Blütenstände und trockene, braune Pflanzenteile entfernen)
  • Beet- und Balkonpflanzen können nun gepflanzt werden
  • Lilien und Cannas können nun aus den Töpfen in den Garten gepflanzt werden
  • zweijährige und schnellwachsende einjährige Pflanzen (für Herbstfarbe oder als Schnittblume) können nun ausgesät werden
  • Frühlingsblüher für nächstes Jahr im Gewächshaus aussäen
  • kurzlebige Stauden (zb. Salbei, Lavendel, Nelken etc.) jetzt über Stecklinge vermehren

Balkon:
  • Alle Container/Topfpflanzen können nun aus dem Gewächshaus, da absolut keine Frostgefahr mehr besteht.
  • Töpfe und Tröge können nun bepflanzt werden
  • regelmäßig (wöchentlich) düngen
  • jeden Tag kontrollieren ob gegossen werden muss
  • verblüte Blüten entfernen

Gemüse und Kräuter:
  • Gemüsebeete mit ausreichend Wasser versorgen !
  • Zeit zum Aussäen von: Salat, Chinakohl, Karotten, Mais, Bohnen, Zucchini, Kürbis, Chicoree und Lauchzwiebeln
  • im Gewächshaus ausgesäte frostempfindliche Gemüsepflanzen können nun raus in den Garten
  • Lauch und Kohlgewächse nach draußen pflanzen
  • erste Ernte von Salat, Radieschen und Lauchzwiebeln
  • letzte Ernte von Spargel

Früchte:
  • in Trockenperioden gut bewässern
  • Pflaumen, Äpfel und Birnen ausdünnen, falls zu viele, schwere Früchte vorhanden sind
  • Spalierobst schneiden, anbinden, ausdünnen etc. falls notwendig
  • Erdbeeren vor Graufäule und Vögeln schützen
  • erste Rhabarber- und Erdbeerernte

Unter Glas:
  • für gute Lüftung sorgen, besonders an warmen Tagen !
  • regelmäßig Oberflächen und Luft zur Kühlung befeuchten
  • evtl. eine zweite Schicht Schattierungsfarbe auftragen
  • Pflanzen regelmäßig wässern und düngen
  • bewurzelte Stecklinge und Sämlinge topfen
  • Stecklinge von frostempfindlichen Pflanzen nehmen (zb. Fuchsien oder Pelargonien)
  • Tomaten ausknipsen und wöchentlich düngen
  • Melonen bestäuben und männliche Blüten von Gurkenpflanzen entfernen

Wasser:
  • Unkraut und ungewollte Teichpflanzen, Algen entfernen
  • neue Fische können nun eingesetzt werden



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