Samstag, 28. Juli 2012

Solent Bonsai Society - das Juli-Treffen

Gestern habe ich die erste der drei Bonsaigruppen besucht (siehe auch Blogeintrag "Örtliche Bonsai Clubs"). Die Solent Bonsai Society trifft sich jeden letzten Freitag im Monat in Fareham, Wallington Village Hall.



Natürlich wurden wir direkt als Neulinge erkannt. Angesichts unseres jungen Alters (im Vergleich zu den anwesenden älteren Herrschaften), wurden wir gefragt, ob wir denn wirklich an Bonsai interessiert wären oder uns womöglich vertan hätten. Amüsiert bestätigten wir unser Interesse und wurden dann freundlich willkommen geheißen.

Keith kümmert sich im Vorstand um die Mitglieder. So beantwortete er gleich alle unsere Fragen zum Thema. 18 Pfund kostet der Jahresbeitrag, plus bei jedem Treffen bezahlt man einen Pfund dazu. Absolut ok wie ich finde.

Schnell fand ich dann auch heraus, dass die Eastleigh-Gruppe doch noch existiert und sich nach wie vor jeden Monat trifft. Der Mangel an Information im Internet zu dieser Gruppe ist bei allen bekannt, aber scheinbar findet sich niemand, der Zeit und Willens ist (bzw. das Wissen hat) eine solche Webseite zu betreiben. Daher die veraltete Seite von 2000.

Das Thema an jenem Abend war "Kritik". So brachten die Mitglieder ihre Problembäumchen mit, um die verschiedenen Gestaltungs- und Pflegemöglichkeiten in der Gruppe zu diskutieren. Klang vielversprechend. Derweil saugte ich die Erscheinungen der mitgebrachten Bonsai auf. Mein Favorit war eine Buche in Floßform. Ich hatte schon seit längerem über einen Bonsai in Floßform nachgedacht. Nun einen in Natura zu sehen war einfach nur wunderschön.

Zu Beginn jedoch gab es eine kleine Auktion, bei der man aussortierte Bonsaischalen ersteigern konnte. Unter anderem war ein ehemaliges Mitglied verstorben und vererbte nun seine Topfsammlung an die Mitglieder. Manche Schalen waren aber auch noch unbenutzt, so dass die Noch-Besitzer einfach ihre ungewollten Schalen anboten. Viele Schalen waren sehr gute Markenware, einige auch billige Gartencenterware, aber alles gute Qualität.

Was mir nicht bewusst war, bis zu dem Zeitpunkt, wie penibel diese Schalen behandelt und erhalten werden. Sorgfältig wurde jede Schale begutachtet. Die Farbe und das Muster in der Lackierung spielen eine wichtige Rolle zu entscheiden, welche Seite der Schale die Vorderseite ist. Auch Informationen wie der Herstellungsort (japanisch oder chinesisch) und Hersteller bzw. Vorbesitzer wurden mit der ganz eigenen Schalen-Geschichte erzählt. Oftmals wurde nach Kennzeichnungen am Boden der Schale gesucht (Stempel, Gravierungen etc), welche die Qualität, Alter und Wert der Schale bestätigte. Jede Schale schien ein ganz eigener wertvoller Schatz zu sein, wo am Ende der darin wachsende Baum schon fast wertlos erscheint.

In dem Wissen wie teuer solche Schalen normalerweise im Laden wären, war ich gespannt für welche Preise diese nun versteigert wurden. Überraschend billig! Die meisten gingen für nur eine Handvoll Pfund weg, viele aber auch für nur 1-2 Pfund. Die beste Gelegenheit an gute Schalen zu gelangen, steigerte ich fleißig mit (meine erste Auktion übrigens). Am Ende hatte ich eine ganze Kiste voll Schalen für den Preis von einer brandneuen Standardschale, hätte ich diese in einem Fachgeschäft gekauft. Unter anderem waren darunter zwei Schalen von Mac Penson, jenem verstorbenen Bonsai-Enthusiast, der scheinbar unter Kennern eine bekannte Größe gewesen war.


Zugleich gab es ein paar Akzentpflanzen zu kaufen. Bisher hatte ich nicht viel um Akzentpflanzen gegeben, da ich meine Bonsai ohnehin nicht ausstelle (noch nicht). Allerdings gab es dort auch Miniaturbambus. Fasziniert erfragte ich später Details über Kreation und die Pflege und ist nun auf meiner Wunschliste.

Im Grunde funktioniert das Bonsaiprinzip auch mit den Akzentpflanzen, die häufig nichts weiter als normale Gartenstauden oder Farne sind, die durch den begrenzten Wurzelraum und konituierliches Schneiden klein gehalten werden.

Später bei fortgeschrittenem Abend wurde schließlich kritisiert. Der jeweilige Bonsaibesitzer brachte seinen Bonsai nach vorne und stellte seine Gestaltungsidee vor. Danach konnte jeder seine eigene Meinung dazu beisteuern und fachliche Tipps geben. Sehr interessant, und sogar nur beim zugucken und zuhören sehr lehrreich. Ich kann es kaum erwarten Tipps und Ratschläge zu meinen eigenen Bonsai zu bekommen.

Insgesamt erschien die Gruppe klein, aber sehr charmant, freundlich und organisiert. 26 Mitglieder sind derzeit Teil des Vereins. Es wird jährlich an mehreren Ausstellungen teilgenommen, sowie eine eigene Ausstellung veranstaltet. Das Wissen, das vermittelt wird, ist gehobene Qualität meiner Meinung nach. Daher war die Entscheidung am Ende leicht sich dem Verein anzuschließen. Und ich freue mich auf das Augusttreffen, wenn ein Gastsprecher über heimische Bäume reden wird.

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