Sonntag, 5. August 2012

25th Anniversary Salisbury Bonsai Show 2012

Mein erster Besuch einer richtigen Bonsai-Ausstellung in England. Obwohl natürlich RHS Malvern Spring Show und vor allem auch RHS Hampton Court Flower Show Bonsais ausgestellt hatten, war dies eine reines Bonsaitreffen aller Clubs, Vereine und Spezialbaumschulen der Umgebung. Die Ausstellung fand im Auktionszentrum in Salisbury statt. Einfach zu finden und nach etwa 45minütiger Anreise tauchte ich also in die Bonsaiwelt ein.

Gleich am Eingang befand sich eine Menschenmasse, teils auf Stühlen, teils stehend der Demonstration von Manuel Gonzales (Wessex Bonsai Society) lauschend. Manuel war mir bis dahin noch unbekannt, was sich sehr bald ändern sollte. Er zeigte ausführlich das Drahten an zwei Yamadori Kiefern, erklärte worauf man achten musste, gab viele Tipps und Ratschläge. Immer wieder forderte er auf Fragen reinzurufen und schien sehr locker und absolut in seinem Element. Fasziniert saß ich fast eine Stunde nur da und folgte der Demonstration bevor ich überhaupt etwas anderes vom Rest der Show sah.

Manuel Gonzales (Wessex Bonsai Society)


Erst nach geraumer Zeit also erkundete ich die Räumlichkeiten hinter mir. Im Eingangsbereich waren die Spezialbaumschulen. Collette und ihr Mann aus Farmery Close, die unweit meinem Haus wohnen und von denen ich aus Fareham gehört hatte, hatten dort einen Stand mit einem breiten Angebot und vernünftigen Preisen. Direkt daneben war Mendip Bonsai um John Trott, welche ich auf jeder Hampton Court Ausstellung gesehen hatte (und mir wieder einmal nicht besonders freundlich vorkamen und demnach von mir mehrheitlich ignoriert wurden). Zu meiner Überraschung war auch Herons Bonsai mit Peter Chan dort zu finden. Wobei es nicht wirklich überraschend war, denn Peter ist der Präsident der Salisbury Bonsai Society. Bisher hatte ich den Eindruck, dass Peter wie ein Bonsai-Gott in der Szene gehandelt wurde. Ich war gespannt den Gerüchten auf den Grund zu gehen. Eins wusste ich: der japanische Bonsaigarten im RHS Garten in Wisley wird von ihm kreiert und gepflegt.



Dann gab es noch Gordon Duffett mit teuren, hochqualitativen, handgefertigten Bonsaischalen und Brian MacKichan von Exeter Bonsai Supplies, ein äußerst freundlicher und hilfsbereiter Kontakt, ganz nach seinem Motto: "Advice and encouragement... free of charge!" Mit ihm habe ich mich viel und lange unterhalten und schließlich zweier seiner letzten handgefertigten Akzentschalen gekauft (siehe rechts im Bild). Wie er sagt ist die Fertigung von Akzentschalen sehr aufwendig und eine rechte Tüftelei (und wahrscheinlich der Mühe nicht wert), weswegen er es aufgegeben hat und nun nur noch größere Schalen herstellt und verkauft.


In den hinteren Räumen wetteiferten die Vereine mit ihren schönsten Bonsai und Mame um Preise, Pokale und Medaillen. Vertreten waren folgende:
  • Solent Bonsai Society, 
  • Newbury &  District Bonsai Society, 
  • Warminster Bonsai Club, 
  • Surrey Heath Bonsai Society, 
  • Phoenix Bonsai Group, 
  • Salisbury Bonsai Society und 
  • Wessex Bonsai Society.
Es gab viele schöne Bonsai, die mit Können herangezogen wurden. Allerdings auch einige weniger schöne, die dennoch nett aussahen, aber die Erfahrung offenbar noch fehlte. Kurz: Die Variationsbreite reichte von Anfänger bis zu Fortgeschrittene, was ich persönlich sehr gut fand, konnte ich mich selber schließlich einordnen. Und es machte diese Gruppen und Menschen erreichbar, dadurch dass auch sie noch alle im Lernprozess waren und sich nicht für Fehler schämen bzw. auf einen herabschauen.

Diese Bonsai-Ausstellung gab ausreichend Gelegenheit sich auszutauschen. So redete ich mit so vielen Leuten wie möglich und lernte ziemlich schnell auch Manuel kennen.  Jeder gab wertvolle Ratschläge und tauschte Erfahrungen aus. Allein die Unterhaltungen fand ich sehr hilfreich, aber auch die eigentlichen Stars der Show zu sehen: die gereiften Bonsai.

Hirschaue von Keith, Solent Bonsai Society, Fareham

Crataegus sp. als Floß, "Best in Show" und auch mein Lieblingsbonsai am heutigen Tag

Lachen musste ich allerdings, als ich diverse Akzentpflanzen sah. Da gab es so einige, die bei uns als Unkraut im Kompost landen, welche hier dann aber fein kultiviert wurden. So z.B. Geranium robertianum oder Sedum forsterianum, was mich in meiner Sichtweise doch insofern beeinflusste, dass ich das Konzept "Unkraut" durchaus noch einmal überdenken werde.

Geranium robertianum als Akzentpflanze, eine ganze neue Sichtweise...
Nach Manuels sehr interessanter, lehrreicher und John Trotts eher langweiligen und nichtssagenden Demonstration, war Peter Chan das Schlusslicht des Tages und zeigte in unglaublichem Tempo an vielen verschiedenen Exemplaren zugleich wichtige Pflegearbeiten an Ficus carica, Malus sp., Tamarix sp., Morus nigra und wie man in buchstäblich wenigen Minuten einen Juniperus-Wald aus einer normalen Standardbaumschulware bekommt. Die beeindruckende Präsentation war definitiv nichts zum Einschlafen. Toll fand ich auch, dass er gleich mehrere Exemplare der gleichen Sorte zeigte, woran er verschiedene Art und Weisen der Pflege erklärte und dann eben anhand der Beispielspflanze das Ergebnis präsentierte.

Peter Chan, Herons Bonsai, Surrey


Am Ende fuhr ich mit immens vielen neuen Eindrücken, Ideen, Kontakten und neuen Freunden nach Hause. Mein Plan mich der Fareham-Gruppe beim nächsten Monatstreffen anzuschließen steht nun fest. Von allen nahegelegenen Vereinen hat diese den besten und freundlichsten Eindruck hinterlassen. Außerdem möchte mich auch der Wessex-Gruppe um Manuel anschließen, die mit Fareham eng befreundet sind und ebenso sehr freundlich, fast familiär erschienen.
Dennoch werde ich nachwievor auch die Eastleigh-Truppe kennenlernen wollen und evtl. auch mal bei einem Treffen der Salisbury-Gruppe erscheinen. Dennoch habe ich momentan das Gefühl, dass Fareham und Bournmouth wohl die beste Wahl für mich ist.

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