Montag, 20. August 2012

Re: Wie robust sind Bonsai?

(siehe vorangegangener Artikel: "Wie robust sind Bonsai?")

Nach etwa vier Wochen also zeigen die Yamadori, ausgegraben im verregnetem Sommer, Reaktionen auf den so plötzlichen Standortwechsel vom schattigen Wald in meine Container-Baumschule daheim.

Nachdem es wochenlang kalt und nass war, schlug das Wetter um. Kaum hatte ich die kleinen Bäume zuhause getopft, war es unerwartet warm und trocken, sogar sonnig und heiß kurzzeitig. Nicht gerade was ich für dieses Experiment gebrauchen konnte, hatte ich doch mit der Fortsetzung des "schlechten" Sommerwetters gerechnet. Alle Yamadori standen im Schatten der Gartenhütte und wurden täglich mit reichlich Wasser gegossen.

Dass sie Stresssymptome zeigen würden, war mir klar. Die Frage war allerdings in welchem Ausmaß? Obwohl ich dies hier Experiment nenne, ist es dennoch keine statistische Ausführung, sondern lediglich eine visuelle Beobachtung.

Die Buchen zeigten als erstes Welkeerscheinungen, die mittlerweile derart fortgeschritten sind, dass alle Blätter vollständig braun bzw. abgefallen sind. Ich vermute, dass, obwohl ich sehr vorsichtig war, ich zu viele Feinwurzeln beim ausgraben abgetrennt habe, weshalb für die Pflanzen das Versorgen mit Wasser noch schwieriger ist. Dennoch warte ich weiterhin ab. Wenn auch minimal, besteht die Chance, dass sich die Buchen erholen und neue Blattknospen austreiben.


Die Tsuga heterophylla hingegen sehen nachwievor gut aus. Offenbar als Flachwurzler mit dichterem Wurzelsystem waren hier genug Feinwurzeln vorhanden, um die Pflanze selbst in dieser Stresssituation weiterhin mit Wasser zu versorgen.

Die anderen kleineren Sämlinge, die ich gefunden hatte (z.B. Crataegus sp.), zeigen Welkeerscheinungen, aber ebenso auch frische Neuaustriebe.

Im Ganzen scheint es bisher 50:50 zu sein. Die begehrteren Fagus sylvatica sehen momentan nicht so gut aus, der Rest kämpft sich tapfer durch. Zur Zeit ist das Wetter sehr wechselhaft mit stark schwankenden Temperaturen und variierenden Niederschlägen schwer einschätzbar. Weitere vier Wochen sollten dann endgültig zeigen, welche wachsen und welche nicht.


1 Kommentar:

  1. Interessant und ich bin mal gespannt was daraus wird :-)

    Ich dachte naemlich auch dass ich einen geschenkten Bonsai in den Garten setze...mochte er nicht so gerne.

    Auf die Idee bin ich gebracht worden durch den kleinen Orchideengarten in Puerto de la Cruz. Die haben am Eingangsbereich auch einige Bonsais stehen...

    Herzliche Gruesse

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