Donnerstag, 27. September 2012

Abbotsbury Subtropical Garden 2012

Gestern bin ich nach Abbotsbury zum subtropischen Garten gefahren, der zum Garten des Jahres 2012 gewählt wurde. “One of the finest Gardens I have ever visited” sagt Alan Titchmarsh. Der Garten hat übrigens auch einen eigenen Blog.


Abbotsbury liegt westlich von Bournmouth in der Nähe von Weymouth direkt an der Küste. Die Anreise war bequem im Reisebus, denn ich begleitete unsere freiwilligen Gartenhelfer aus dem Sir Harold Hillier Garten. Zunächst der Autobahn und den Hauptstraßen folgend, war der Weg einfach, bis wir in die Nähe von Weymouth kamen. Die Straßen wurden enger und es war ein ziemliches Zick-zack, so war ich froh nicht selber den Weg finden zu müssen. Der Reisebus hatte Schwierigkeiten um die Ecken zu fahren und musste manchmal anhalten, um Gegenverkehr passieren zu lassen. Abbotsbury selbst ist ein wunderschönes Dorf mit kleinen, traditionellen Sandsteinhäusern sehr atmosphärisch.

Als Hillier-Gruppe bekamen wir freien Eintritt (ansonsten £10,50 pro Erwachsene) und zum Empfang freien Tee und Kaffee. Danach begrüßte uns Stephen Griffith, Kurator des Gartens, herzlich, erzählte ein wenig über die Geschichte des Gartens und führte uns dann etwa eine Stunde herum.

im Viktorianischen Garten

Die frühe Geschichte des Abbotsbury Subtropical Gardens:
1765 etablierte sich der Garten als Küchengarten für die Gräfin Ilchester, die in der nahegelegenen Burg residierte. Damit feiert der Garten bald sein 250jähriges Jubiläum. Seither hat sich der Garten in eine 20acres (8ha) große subtropische Oase entwickelt, dessen exotische Pflanzen aus aller Welt stammen. Viele dieser Pflanzen wurden von den Nachkommen der Gräfin auf zahlreichen Expeditionen entdeckt und nach Großbritannien eingeführt.

Der Garten heute ist größtenteils restauriert, mit vielen neueingeführten Exoten, nachdem 1990 ein Sturm fürchterlichen Schaden anrichtete. Stephen nannte es eine "natürliche und notwendige Auslichtung". Seitdem ist der Garten wesentlicher heller und lichtdurchfluteter. Vor allem gibt es aber nun das ganze Jahr über Interessantes zu entdecken, wo zuvor wohl der Frühling die Hauptsaison gewesen war.




In der Tat ist der Garten eine reiche Oase. In einer kleinen Senke gelegen, befindet sich dort ein subtropisches Mikroklima, welches das Kultiveren der sonst frostempfindlichen Pflanzen ermöglicht. Die Winde wehen kühlere Temperaturen über die Senke hinweg und auch der Regen fällt meist erst weiter nordöstlich, so dass die Pflanzen viel von der Sonne profitieren. Dennoch ist die Luftfeuchtigkeit im Garten durch das Meer und die eingeschlossene Luft in der Senke recht hoch.

Klettert man die neu-gepflanzte Magnolien-Allee auf den Hügel hinauf, ist man fast am Meer und hat von dort eine fantastische Aussicht über die "Dinosaurier-Küste". Der Aufstieg lohnt sich also auf jeden Fall.


Viele der exotischen Pflanzen kannte ich, dadurch dass um Jermyns House herum so gut wie alle frostempfindlicheren Exoten bei uns gepflanzt sind. Obwohl bei uns meist nur ein kleines Exemplar gehütet wird, findet man in Abbotsbury einen dschungelartigen Wald, dicht beflanzt mit all diesen faszinierenden Raritäten, welche meist in Chile, Mexiko oder Neuseeland beheimatet sind. So gab es üppige Bananenstauden, Palmen überall (manche über 100 Jahre alt), Canna, Farne und Baumfarne, Begonien, Tetrapanax, Hedychium, Impatients, Woodwardia, Trochodendron und viele exotische Magnolien, Rhododendron und ca. 70 verschiedene Bambusarten.

Es gab allerdings ein oder zwei kurze Schauer während wir dort waren, was zu der tropischen Atmophäre beitrug. Nun tropfte es von den üppig grünen Blättern und die Luft war feucht. Ich fühlte mich wirklich wie im Regenwald.

Der Garten wird natürlich gehalten, ist dennoch sehr gepflegt. Nur zu Recht ist es der Garten des Jahres 2012. Ein Muss für jeden Gartenfreund !!




Kommentare:

  1. Eine traumhafte Oase!!! Da lohnt es sich bestimmt hinzugehen und in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.

    Herzliche Grüssle

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    1. Ja, ich habe den Aufenthalt richtig genossen! Obwohl der Garten mit nur 8ha relativ klein ist, kann man sich den ganzen Tag dort aufhalten und die Atmosphäre genießen.
      Herzliche Grüße zurück :)

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