Donnerstag, 20. September 2012

Moose gesammelt und vermehrt

Vor ein paar Tagen habe ich bei mir auf der Arbeit Moose gesammelt. Vielerorts hier gilt Moos als Unkraut, vor allem wenn es in den Beeten den Boden vergrünt. Ich persönlich habe nichts gegen Moose, ganz im Gegenteil. (Wer mich kennt, weiß, dass ich meine Diplomarbeit über Moose geschrieben habe.) Aber im Garten gilt es als ungepflegt weitläufigen Moosbelag zu haben. An Baumrinde etc. ist das in Ordnung, aber eben nicht in den Beeten oder auf den Wegen. So habe ich modernes Recycling betrieben und die Moose in kleine Tütchen verpackt, damit sie feucht bleiben. Übrigens kleiner Tipp: Ferrero Rocher-Dosen eignen sich perfekt als Mini-Gewächshaus für Moose (für drinnen und draußen).

gesammelte Moose vom Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens
Damit ich am Ende aber mehr von den schönen Moosen habe, sprich weiterverwendbar sind (z.B. für die Begrünung und Landschaftsgestaltung von Bonsai), habe ich die Moose vermehrt. Dazu habe ich flache Anzuchtschalen (mit Löcher im Boden) mit einer dünnen Schicht Substrat befüllt und dann die Moose mit einer Schere in kleine Stücke zerschnitten.
Bis auf regelmäßiges Befeuchten ist ansonsten nichts weiter zu tun. Selbst wenn das Moos austrocknen sollte, keine Panik. Es kann wieder befeuchtet werden und wächst dann weiter.

Diese Fähigkeit ist überlebenswichtig für Moos, da es im Sommer oft austrocknet. Theoretisch kann man Moose in trockenem Zustand über Jahre lagern und dann nach gründlicher Befeuchtung wieder zum Leben erwecken. Dies ist beispielsweise in Herbarien praktiziert.

Moosvermehrung
Jetzt kurz vor der feucht-kalten Jahreszeit ist das der beste Zeitpunkt, wenn man Moose vermehren möchte. Denn sie sind im Winter in der aktiven Wachstumsphase, während Moose im Sommer ruhen. Somit bildet bald jeder kleine Moosschnipsel eine neue kleine Moospflanze. Über die Wintermonate sollte sich dann ein Moosteppich gebildet haben, der für alles Mögliche verwendet werden kann. Sehr effektiv besonders, da man so nicht Material aus der Natur entnehmen braucht, und damit langfristig die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen vermeidet.

Ich habe hier in jeder Schale eine andere Moosart. Die Moose sind ganz gewöhnlich, kommen in ganz Europa weiträumig vor und sind daher nichts besonderes. Darunter unter anderem Zypressenförmiges Schlafmoos Hypnum cupressiforme, Waldfrauenhaar Polytrichum formosum und Weißmoos Leucobryum glaucum; letzteres mein Lieblingsmoos.

Mit Lebermoosen könnte man genauso verfahren. Meistens wachsen diese jedoch ohnehin ungefragt in meinen Töpfen, so dass eher kein Bedarf besteht.

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