Mittwoch, 5. September 2012

Spätsommer Stecklinge

Nach der Blüte von sommerblühenden Stauden oder Sträuchern können Stecklinge genommen werden. Denn nachdem die Blüten welken, schießen die Triebe vor dem Herbst noch einmal kräftig, welche dann perfektes Vermehrungsmaterial sind.

Ich hatte so Einiges auf meiner Wunschliste. Leider blieb mir am Ende nicht ausreichend Zeit alle meine Pflanzen von der Wunschliste zu vermehren. Und wegen des warmem Wetters konnte ich außerdem nicht stundenlang auf Stecklingsjagd gehen, denn ich wollte das Material so schnell wie möglich versorgen. Meine Stecklinge bekomme ich vom Sir Harold Hillier Garten, woher ich eine Vermehrungslizenz bekommen habe.

Als Substrat habe ich Komposterde mit Cornish Grit gemischt. Cornish Grit verbessert die Wasserdurchlässigkeit und Belüftung, fördert gleichzeitig dadurch das Wurzelwachstum, weil die Pflanze nach Wasser und Nährstoffe "suchen" muss. Die Komposterde sichert hingegen eine gewisse Wasserhaltefähigkeit und ein paar Nährstoffe, damit man zum Einen nicht jede Stunde befeuchten muss und zugleich die ersten feinen Haarwurzeln "Futter" finden.

Cornish Grit und Komposterde - Mix etwa 1:1


Vermehrt habe ich schließlich:
  • Callistemon subulatus
  • Ceanothus 'Dark Star'
  • Grevilllea alpina 'Olympic Flame'
und Loropetalum chinense 'Zhuzhou Fuchsia', wobei dies ein Versuch ist. Ich weiß nicht wirklich wie man Loropetalum vermehrt, bin aber von der Pflanze sehr fasziniert und habe auch schon wunderschöne Bonsai gesehen. Meine Vermehrungsbibel gibt mir dazu leider keinen Rat. Somit versuche ich es nun mit Stecklingen. Wenn das nicht klappt bleibt mir noch das Veredeln, allerdings wär ich dann hinsichtlich der Unterlage ratlos. Müsste zu dem Thema mehr recherchieren. Aus Samen ziehen wird schwierig, weil die Mutterpflanze bisher noch nie geblüht / gefruchtet hat. Abmoosen könnte auch schwierig werden, weil das Exemplar einfach zu klein und jung ist.

im Uhrzeigersinn: Loropetalum chinense 'Zhuzhou Fuchsia', Ceanothus 'Dark Star', Callistemon subu, Grevillea alpina 'Olympic Flame'

Das Ganze wurde dann angegossen und in Tüten verpackt, um eine hohe Luftfeuchte zu gewährleisten. Dies ist notwendig, weil die kleinen Stecklinge ohne Wurzeln sich noch nicht selbst mit Wasser aus dem Substrat versorgen können. Daher muss der Wasserverlust durch Transpiration der Blätter auf ein Minimum verringert werden. Erreicht wird dies auch durch das Reduzieren der Blattmasse, weswegen ich die Loropetalum-Blätter geschnitten habe.

Mein Problem in der Vergangenheit war Pilzbefall durch Fäulepilze. In den örtlichen Gartenzentren konnte ich bisher keine Fungizide gegen Stängelfäule oder Botrytis finden. Dort gibt es nur die üblichen Rost-Fungizide gegen Rosenrost etc. welches mir hier nicht hilft.

Ich hoffe durch einen Standortwechsel wachsen die Stecklinge dieses Mal besser. Zuvor hatte ich meine Stecklinge alle zusammen in einem beheizten Mini-Gewächshaus, wodurch sich viele gegenseitig angesteckt hatten. Nun versuche ich es draußen in einem unbeheizten Gewächshaus, jeden Topf einzeln in einer Tüte verpackt. Auch nutze ich nun Wurzelpuder, in der Hoffnung dass die Stecklinge damit schneller als sonst bewurzeln und damit schneller gegen Pilzeinfektionen resistent werden.

Somit bin ich gespannt ob sich dieses Mal eine Verbesserung hinsichtlich der Anwachsrate zeigt. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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