Donnerstag, 13. September 2012

Unser Vorgarten

Unser Vorgarten ist seit Jahren ungepflegt. Theoretisch soll sich die andere Partei im Haus darum kümmern, so wie wir ebenso ein extra Stück Gemeinschaftsgarten hinter dem Haus pflegen müssen. Der Hausbesitzer schickt zwar einmal im Jahr seinen "Gartenfreund" vorbei, der dann alle Sträucher runterschneidet, aber das findet zur falschen Zeit statt, plus reicht natürlich nicht als Gartenpflege aus.

So wuchern dort Brombeeren und Unkräuter wie wild. Von Garten kann man eigentlich nicht sprechen. Regelmäßig weht der Wind auch Müll von der Straße hinein. Die Mini-Rasenfläche in der Mitte wird nie geschnitten und zufällig verstreute Samen sprießen überall, sei es Walnüsse oder Nigella damascena. Natürlich schimpft die Nachbarin über die wuchernden Pflanzen, die über und unter dem Zaun in ihren Garten kriechen.

Soweit hat mich das Ganze im Grunde eigentlich gar nicht gestört. Was mich gestört hat, waren die mittlerweile großen Lebensbaum-Zypressen, die vor 20 Jahren als Sichtschutz gepflanzt wurden. Tatsächlich ein guter Sichtschutz vor dem Schlafzimmerfenster der anderen Partei im Hause, waren die Bäume aber über drei Meter hoch und ebenso breit gewachsen. Obwohl mit rundlichem Habitus, bildeten sie so eine dichte Hecke, die an der Seite halb auf die ohnehin schmale Einfahrt ragte und somit jeglisches Parken sogar mit einem kleinen Auto recht erschwerte.

Deshalb beschwerte ich mich beim Vermieter, ob dieser Baum nicht entfernt werden könnte, da Beschneiden hier nicht mehr ausreichen würde, um das Problem Parken zu lösen. Glücklicherweise haben wir einen Stein im Brett beim Vermieter, da wir den Garten hinter dem Haus so schön hergerichtet haben und überhaupt alles ordentlich pflegen. Andere Leute vor uns müssen da wohl, wie die gegenwärtige zweite Partei im Hause, sich um nichts gekümmert haben. Umso milder ist der Vermieter uns gegenüber gestimmt.

So recht überzeugen konnte ich ihn allerdings noch nicht. "Schneid doch einfach alles ab was dich stört." Das dumme bei Lebensbaum-Zypressen ist, dass sie von innen braun sind und auch nach einem Schnitt nicht grün werden. Folglich, einmal eine gewisse Größe erreicht, hilft da nur die Kettensäge leider. Daher machte ich ihm den Vorschlag alle Bäume für mich wegmachen zu lassen. Im Gegenzug würde ich den Vorgarten neu gestalten, bepflanzen und für den Zeitraum unseres Mietvertrages den Vorgarten pflegen.

Unser Vorgarten vor etwa drei Jahren, die runden Kugeln sind die Lebensbaum-Zypressen, die man sich noch etwas größer vorstellen muss
Nach zwei Tagen Bedenkzeit rief er mich an und willigte freudig ein. (Wäre ja auch dumm solch ein Angebot auszuschlagen - neuer schöner Garten für umsonst und ich habe mehr Platz zum Spielen.) Weitere zwei Tage später kam er mit seinem "Gärtnerfreund" vorbei und entfernte alle fünf Zypressen.

Ich spreche hier von "Gärtnerfreund", weil nachdem ich ihn nun persönlich kennen gelernt habe, vieles klar wird. Jeden Herbst schneidet er alles runter, egal welche Form oder welche Art von Pflanze, ob es richtig oder falsch ist. In der Tat ist er gut mit Maschinen ausgestattet und weiß sie auch sehr gut zu nutzen. Jedoch Pflanzenkenntnis besitzt er leider Null, weswegen er sich nicht wirklich Gärtner nennen dürfte. Und auch unser lieber Vermieter, sei er nun privat mit seinem Gärtner befreundet oder nicht, fällt leider auch darauf herein und glaubt ihm jedes "beratende" Wort.

Bei der Ausgrabearbeit der Zypressen wurde dann auch wie jedes Jahr alles andere radikal mit Kettensäge oder Heckenschere rund oder runtergeschnitten. Viele der Pflanzen sollten wenn überhaupt im Frühjahr geschnitten werden, wie z.B. Schmetterlingsstrauch oder Hartriegel. Zwischendurch fanden die beiden Wurzeln der Ackerwinde im Boden. Der "Gärtnerfreund" klärte mich freundlicherweise über Ackerwinde auf, ließ aber offen, ob diese Wurzel nicht vielleicht auch etwas anderes sein könnte. Damit ist dieser Mann bei mir leider (tief) durchgefallen.

Unser Vorgarten während der Grabeaktion

Wurzeln der Ackerwinde Convolvulus arvensis

Jedenfalls ist der Vorgarten nun sehr hell und frei. Plötzlich ist so viel Platz da. Herrlich nach Süden gerichtet zwar schön sonnig, aber damit auch sehr trocken. Tolle Pläne habe ich schon. Nun warte ich auf feuchteres Wetter und den Herbst, bis ich mit dem Umgraben und Kultivieren anfangen kann.

Kommentare:

  1. Hallo...zu deiner Frage mit dem Honig.
    Tatsächlich ist es so, dass es da unter den Veganern geteilte Meinungen gibt, ob Honig nun vegan oder unvegan ist. Das Hauptargument, warum es nicht vegan ist, ist die Tatsache, dass die Bienen dadurch quasi ausgebeutet werden. Schließlich produzieren Bienen ja Honig eigentlich für den Eigenverbrauch und damit nicht für den Menschen. Ich hoffe, das erklärt es zumindest ein bisschen. Gibt ja auch tausend verschiende, persönliche Einschätzungen, wie man selbst mit dem Vegansein umgeht...manche konsumieren ihn, andere nicht. :)

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    1. hi steff, vielen dank für deine erklärung. das macht es einfacher die honig-geschichte nachzuvollziehen. es geht also um die potentielle ausbeutung der bienen und nicht um den wert des honigs als "nahrungsmittel". danke :)

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