Freitag, 5. Oktober 2012

Herbst im Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens

Der Herbst ist nun da. Obwohl dieses Jahr die Jahreszeiten völlig durcheinander waren - selbst die Pflanzen sind recht verwirrt - ist es doch ganz eindeutig jetzt herbstlich im Sir Harold Hillier Garten.

Pampasgras vor Sumpfzypresse

Die Bäume sind schön verfärbt, leuchten in Gelb, Orange- und Rottönen. Der nasse Sommer hat da sicher geholfen die Farbpigmente noch mehr strahlen zu lassen.

Aber wie eigentlich kommt es zu dieser Färbung? Für alle diejenigen, die sich nicht so gut mit der Pflanzenphysiologie auskennen, hier eine kurze Erklärung:

Acer rubrum 'Schlesengeri'
Hamamelis Cult.

Jede Blattzelle beinhaltet Farbpigmente, welche dem Blatt eine charakteristische Färbung geben. Grundsätzlich erscheinen die meisten Blätter grün, aufgrund des Chlorophylls, jenes Pigment, welches die Photosynthese betreibt. Das Chlorophyll liegt in solch hohen Mengen und Dichten vor, dass alle anderen Pigmente überlagert werden und damit die meiste Zeit des Jahres nicht sichtbar sind.
Zum Teil im Frühjahr, wenn die Blattknospen austreiben, vor allem aber im Herbst, werden die anderen Farbpigmente (Carotinoide, Xanthophylle und Anthocyane) sichtbar. Sie lassen die Blätter im Herbst leuchtend bunt erstrahlen, weil das Chlorophyll in den abkühlenden und dunkler werdenden Tagen langsam abgebaut wird und daher nicht mehr dominant in den Blattzellen vorliegt. Ähnlich im Frühling, wenn die Blätter z.B. pink austreiben, liegt es an dem Chlorophyll, dass noch nicht ausreichend produziert wurde, um die anderen Pigmente zu überlagern.

Ein nasser Sommer hilft der Herbstfärbung in dem Sinne, dass die Blattzellen mit ausreichend Wasser gefüllt sind, sprich kein Wassermangel vorliegt. Denn Carotinoide und Xantophylle sind in Wasser gelöst. Bei Wassermangel würden folglich weniger Pigmente vorhanden sein, was weniger Farbbrillianz bedeutet.



Nach diesem kleinen Wissenschaftlichem Exkurs zurück zum Garten, der einfach fantastisch zur Zeit aussieht! Besonders erstrahlen hier nordamerikanische Eichen und Ahörner, Taxodium distichum, Larix spec., Nyssa sylvatica, Liquidambar styraciflua, Fothergilla major, Rhus typhina, Euonymus spec. und viele andere.



Rhus typhina, der Essigbaum im Vordergrund
 

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