Samstag, 8. Dezember 2012

Großes Eschensterben !!

Hier in England herrscht Panik. Fraxinus excelsior, die heimische Esche, ist heftigst von einer tödlichen Pilzkrankheit bedroht. Hymenoscyphus pseudoalbidus ist die geschlechtliche Form, Chalara fraxinea ist die Nebenfruchtform desselben Pilzes. Die Krankheit zeigt sich durch trockene Blätter und Triebe, daher in Deutschland als Eschentriebsterben (auch Eschensterben oder Eschenwelke) bekannt.

Es soll die schlimmste Bedrohung für heimische Bäume in Europa sein, seit dem Ulmensterben vor einigen Jahren.

Quelle: Eschentriebsterben.org


Der Pilz Chalara fraxinea lebt parasitär in den Geweben der Blätter, Triebe und verholzten Teilen von Eschen. Querschnitte von Zweigen und Ästen zeigen Nekrosen (schwarze. abgestorbene Bereiche) im Holzteil. Junge Bäume sterben kurzerhand, ältere Exemplare werden zunächst geschwächt und sind damit anfälliger für andere fatale Krankheiten wie z.B. Phytophtora sp., Armillaria sp. etc. Über kurz oder lang sterben die Bäume.

Der Pilz bildet Sporen an infizierten Blättern und streut sie zwischen Juni und September in den Wind, der sie dann verbreitet. Scheinbar überleben die Sporen nur wenige Tage. Außerdem braucht es eine hohe Anzahl von Sporen um einen Baum zu infizieren. Anfällig sind alle Arten von Fraxinus. Schon nach einigen Wochen bis wenigen Monaten kann man den Befall sehen. Ist ein Baum erst einmal infiziert gibt es keine Möglichkeit der Heilung. Weder Chemikalien noch andere Mittel helfen gegen den Befall. Das zügige Entfernen und Verbrennen des befallenen Materials reduziert allerdings die weitere Ausbreitung.

Quelle: TheGuardian.com

Angeblich soll dieser Pilz schon seit 1851 bekannt sein, trat aber seither nicht als eliminierender Schädling auf. In England ist die Krankheit seit mindestens 2010 verbreitet und bedroht nun 80 Millionen Eschen auf den britischen Inseln. Dänemark verlor bereits 90% der dort heimischen Eschen. Eine europaweite Importsperre soll das weitere Ausbreiten des Pilzes reduzieren, meiner Meinung nach allerdings völlig zu spät.

Seit mindestens zwanzig Jahren kennen Wissenschaftler diesen Pilz, der wohl ursprünglich aus dem Baltikum stammt und erstmals 2006 fatale Schäden in Polen verursachte. Nun langsam über Polen, Deutschland, Schweiz und den Niederlanden ausbreitend, erreichte der Pilz die britischen Inseln und verbreitet sich weiter. Die Karte unten zeigt, dass besonders der Osten Englands die meisten Fälle des Eschensterbens aufweist.

Forestry Commission, Distribution of Ash Dieback
Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass ein kleiner Anteil der Eschen eine natürliche Resistenz besitzt. Im Sinne der natürlichen Selektion werden diese überlebenden Eschen sich dann vermehren und die Immunität an die nächste Generation weitergeben. Bis dahin muss jedoch mit großen Verlusten gerechnet werden.

Sehr gute Informationsquellen über diese Pilzkrankheit sind:


Kommentare:

  1. Hey :)

    Möchtest du vielleicht einen Header gewinnen?
    Mit deinen Ideen und Bildern würde ich dir dann einen Header basteln ♥
    Mehr dazu hier:

    http://she-believesinfairytales.blogspot.de/2012/12/header-verlosung.html

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    1. danke für das angebot. bin mit meinem header aber ziemlich zufrieden und falls nicht kann ich mir selber eins basteln ;)

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  2. Also das ist es was seit Jahren an unseren Bäumen vorkommt.

    Dass es eine Krankheit ist war mir nicht bewusst da unsere Bäume hin und wieder so einige plötzlich absterbende Stellen aufweisen, danach andere Knospen austreiben und wieder Ruhe ist.

    Abgestorben ist daran noch kein Baum, weder die hüfthohen Jungbäume noch die alten Eschen.


    Sicher ist es schade wenn Bäume absterben, ich denke aber dass sich Mensch da zuviele Sorgen macht(und andererseits hinverbrannt Monokulturen hinpflanzt und andere Nichtnutzpflanzen an den Rand der Ausrottung bringt).

    Genauso wie die Hysterie mit dem Borkenkäfer...

    Die Natur merzt halt auf natürliche Art die schwachen Gene aus, die, die resistent und daher stark sind, überleben...wenn Mensch nicht mal wieder gerade riesen Bockmist gebaut hat und dadurch die naürlichen Regelmechanismen verkorkst hat.

    Sicherlich wäre es tragisch wenn schöne, alte Bäume deswegen absterben, klar...aber diese Bäume sind seit Jahrmillionen da und werden nicht so einfach verschwinden..ausser ein gewisser Menschenaffe verbockt es.

    Eschen wachsen hier wie Unkraut und sind bei den Gartenbesitzern wegen ihres wilden Wachstums richtiggehend verhasst(was ich sehr schade finde), jetzt wird sich gesorgt anderswo...

    Aber der Speyerling z.b. ist viel seltener, wächst extrem langsam und ist sehr bedroht..warum kreischt da keiner(ausser gewisser Vereine)?

    Weil er halt aufgrund der Empfindlichkeit(Verbiss, Frost) und langsamen Wachstums nicht für die schnellwachsende Holzwirtschaft geeignet ist...

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