Montag, 3. Dezember 2012

Winter im RHS Garten Wisley

Am Wochenende habe ich nach langer Zeit wieder einmal den Wisley-Garten der Royal Horticultural Society besucht. Man könnte glauben, dass der erste Dezember nicht unbedingt der beste Zeitpunkt ist einen Garten zu besuchen. Weit gefehlt, denn auch um diese Zeit gibt viele Interessante und wunderbare Dinge zu entdecken. Ich würde sogar sagen, gerade jetzt sieht man Wunder, die einem in der Fülle des Sommers wohl verdeckt geblieben wären.

Cornus-Zweige bringen ordentlich Farbe ins Spiel

Der Winter ist nicht immer eine langweilige oder ruhige Jahreszeit. Sicherlich kalt, oft nass oder windig, insgesamt möglicherweise ungemütlich, aber im Garten gibt es dennoch haufenweise Schönheiten, Farben und Formen die aufmuntern und herrlich dekorieren. Auch für den Winter kann man seinen Garten gestalten.

Wisley hatte hierfür viele Beispiele. Wo im großen Staudengarten fast alles zurückgeschnitten worden war und sehr kahl und langweilig aussah, hatte man hingegen Piet Oudolfs Staudengarten so gelassen, wie die Natur es vorsieht. Das zeigte einen interessanten Kontrast und machte nur allzu deutlich klar: abgestorbenes kann verdammt gut aussehen.

Gräser können selbst abgestorben einen grandiosen Effekt erzielen.

Alles kahl. Im großen Staudenbeet sind die Pflanzen zurückgeschnitten.

Wogen von beige und braun gesprenkelt mit Samenkapseln, dazwischen grell bunte Hartriegel. Piet Oudolf

Selbst die braune Buchenhecke sieht hier mit den Gräsern toll aus.

Wisley hat außerdem einen Bereich für kleine Schaugärten. Natürlich gesponsert von diversen Firmen und Baumschulen werden diese als Werbefläche genutzt. Nichtsdestrotrotz zeigen diese kleinen Gärten was möglich ist, selbst wenn man nicht die finanziellen Mittel hat sich teure Designer-Rankhilfen und Pergola dahinzustellen. Dennoch gibt es viel Inspiration und man kann sich eine Menge Ideen für den eigenen Garten abkupfern.

Auch so gehts. Ein Beispiel für einen kleinen Terrassengarten. Muss nicht langweilig oder teuer sein.


Schaugarten @ RHS Wisley

Einige Pflanzen allerdings brauchen Schutz vor dem Frost, der hier in Südengland zwar nicht so schlimm ist wie in Deutschland; mit normalerweise milden Wintern können hier viele subtropische Pflanzen wachsen. Manchmal ist aber ein milder Winter für einige trotzdem noch zu kalt und auch um auf Nummer sicher zu gehen, werden diverse Pflanzen vor Frost geschützt. Bananenstauden wie Musa basjoo beispielsweise sind widerstandsfähig, würden englische Winter an einem geschützten Standort wie hier in Wisley durchaus ohne Schutz überleben. Zweck der Strohmäntel ist hier also nicht das reine Überleben, sondern vielmehr das überwintern in bestmöglichem Zustand.
Im Frühjahr, wenn die Bananen wieder anfangen zu wachsen, sind sie nicht so sehr geschwächt und sehen gleich im Mai/Juni bereits wieder fabelhaft aus. Während eine Bananenstaude ohne Winterschutz lange Zeit braucht um Abgestorbenes zu ersetzen, sind zwei bis drei Monate vergangen, je nach Witterung, im Falle eines kalten Sommers sogar noch länger.

vor Frost geschützte Bananenstauden

Dicksonia antarctica


Yucca und Agaven brauchen im Winter einen Plastikhut




Noch mehr Winterwunder zeige ich in meinem nächsten Foto-Blogeintrag morgen.



1 Kommentar:

  1. so ist es. jede Jahreszeit hat ihrer Reize. Auch hinsichtlich der Flora.

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