Sonntag, 1. Dezember 2013

Dezember: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • solange der Boden weiterhin frostfrei ist, Beete umgraben
  • Brachflächen alle paar Wochen umgraben. Reduziert Unkrautsamen und schädliche Insekten durch Frostschaden, fördert die Krume
  • Zeit für Landschaftsgestaltung, planen, vorbereiten und durchführen
  • die letzten Blätter harken

Rasen:
  • möglichst nicht den Rasen betreten
  • Blätter zusammen harken, der Rasen vergilbt sonst
  • bei frostfreiem Wetter können Rasenreparaturen durchgeführt werden

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Bäume oder Sträucher umsiedeln, falls Boden frostfrei
  • an windigen Tagen frisch gepflanzte Bäume kontrollieren und das Bindematerial prüfen, damit es die Pflanze nicht verletzt.
  • alte Bäume und Straucher durch Verjüngungschnitt renovieren
  • Zweige zur Dekoration schneiden (Birke, Hartriegel, Haselnuss, Mispel)
  • Weihnachtsbaum organisieren

Blütenstauden:
  • Weihnachtsschmuck sammeln
  • Samen von winterharten Pflanzen aussäen

Balkon:
  • Pflanzen vor Wind und Dauerregen schützen
  • Weihnachtskästen bepflanzen

Gemüse und Kräuter:
  • weiterhin Chicoree treiben
  • weiterhin Ernte von Porree und Rosenkohl
  • Ernte winterfest einlagern

Früchte:
  • gelagerte Früchte aufbrauchen bevor sie schimmeln

Unter Glas:
  • eingelagertes Pflanzenmaterial regelmäßig auf Pilzbefall prüfen
  Wasser:
  • Vorkehrungen treffen, damit der Teich nicht zufriert
  • nicht das Eis einschlagen, die Geräusche schaden den Fischen und Insekten
  • ein Atemloch für Fische und Insekten im Eis bilden



Samstag, 23. November 2013

RHS Samen bestellt

Jetzt ist eine gute Zeit Samen für die nächste Gartensaison zu bestellen. Die Royal Horticultural Society (RHS) hat dazu ein wunderbares, jährliches Angebot für RHS Mitglieder. Aus vielen verschiedenen Kategorien können Samen gewählt werden. Neu dieses Jahr ist die verbesserte Samenliste, die nun mit mehr Details und Informationen aufwartet. Auf der anderen Seite wird die Liste nicht mehr per Post zugeschickt, sondern muss als pdf heruntergeladen werden (RHS Seedlist 2014).

Wie also schon im letzten Jahr habe ich gerade interessante Samen aus der RHS Samenliste bestellt. Als Mitglied hat man das Privileg zwölf Samentütchen auszuwählen. Meine Bestellung seht ihr auf dem Screenshot unten.

Letztes Jahr hatte ich Samen zum ersten Mal bestellt und war dementsprechend aufgeregt. Viele der Samen galten als Versuch, so ganz nach meinem üblichen Experimentier-Motto: Mal sehen was passiert. So einiges hat nicht gekeimt, andere Samen hingegen sprießen fleißig. Somit eine gesunde Mischung von beidem. Dieses Jahr habe wieder einige ungewöhnliche Arten gewählt, welche bestimmte Keimbedingungen benötigen. Ich lasse es einfach mal entspannt angehen und bleibe meinem Motto treu. 

"Mal sehen was passiert."

 
"I can think of no better way of adding to one’s own pleasures as a packet of seeds. Whether you opt for familiar favourites or venture into the unknown in choosing something new, this is a seed scheme I can confidently recommend."
Roy Lancaster, renowned plantsman and broadcaster
aus dem Vorwort der Samenliste, RHS



Freitag, 8. November 2013

Frostiger Freitag

Heute hatten wir den allerersten richtigen Frost. Obwohl bereits schon ein paar Nächte kühl gewesen waren, gab es heute morgen den ersten sichtbaren Raureif auf Gras, Blättern und Blütenständen. Der Frost hielt bis etwa neun Uhr an, bis die Sonne endlich die Luft erwärmte. Unterdessen versuchten wir uns warm zu halten und den Rasen möglichst nicht zu betreten. Zum Glück gab es noch jede Menge Stauden herunterzuschneiden oder zu säubern.

Dry River Beds at Jermyns House

Morina longifolia

Morina longifolia

Sedum telephium 'Leonore Zuuntz'

Sedum telephium 'Leonore Zuuntz'

Salvia officinalis 'Herrenhausen'

Dienstag, 5. November 2013

Luftgarten

Zum Geburtstag bekam ich dieses Jahr Epiphyten á la Tillandsia und Co. Eine wundervolle Idee! Früher hatte ich schon mal die eine oder andere Tillandsie in meinem Terrarium gehabt. Ich kann mich auch erinnern, dass meine Mutter vor vielen Jahren einige auf einem Stein für das Fensterbrett hatte. Seit meinem Studium kenne ich Tillandsien als dschungelartige Kameraden von Orchideen. Zumindest, wo immer ich Orchideen in botanischen Gärten sah, hingen dort auch immer Tillandsia usneoides daneben.

Und genau dieser urige Regenwaldeffekt faszinierte mich genauso. (Sehr "Tillandsia usneoides" in Google Bilder) So dauerte es nicht lange bis ich einen eigenen Strang dieser fadendünnen Tillandsie an einem Draht im Fenster hängen hatte. Sehr leicht zu vermehren, braucht man bloß ein Stück abschneiden... und dann sehr lange warten. Erst da fand ich heraus wie langsam diese Tillandsie wächst.

Drei Tillandsien und ein altes Stück Aquarienholz.
Mein Geburtstagsgeschenk bestand nun aus drei Tillandsien: T. bulbosa, T. ionantha var. scaposa und T. caput var. medusa. Statt eines typischen Steines, funktionierte ich ein altes Stück Holz aus meinem Aquarium um. Zuerst versuchte ich die Pflanzen festzukleben. Leider mangelte es mir an vernünftigem Kleber, so hab ich am Ende einfach BluTack genommen. Nicht 100% perfekt oder ästhetisch, aber funktioniert.

Mein neuer Luftgarten sind gar nicht mal so schlecht aus, finde ich. Gefällt mir richtig gut.
Noch frisch mit Wasser übersprüht und einen absonnigen Platz auf der Fensterbank gefunden.

Fertig ist mein Luftgarten.

Montag, 4. November 2013

How to grow - Cornus

Article for Minerva Publications

Cornus alba 'Elegantissima' in the background
with Iris reticulata and Hamamelis sp. in the foreground
 After the fiery autumn colours are gone it is show time for the equally vibrantly coloured stems of dogwoods. Not to confuse with their profusely flowering cousins in summer, varieties of Cornus alba, C. sanguinea or C. stolonifera are grown for their stems in vivid shades of red, pink, green or yellow. Deservedly the most popular cultivars are probably C. alba ‘Sibirica’, C. alba ‘Elegantissima’, C. sanguinea 'Midwinter Fire' and C. sericea ‘Flaviramea’ or C. sericea 'Budd's Yellow'.



Their feature is one of the major attraction in the Winter Garden at the Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens. In contrast with colourful Rubus sp. or the evergreen black grass Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens' it proves that after leaf fall the cold season is far from being boring or quiet. The petite flowers of snowdrops planted en masse underneath gives the coloured stems elegance which is enhanced by the grace of winter frosts.

Cornus sericea 'Flaviramea' surrounded by snowdrops and Cornus alba 'Sibirica' in the background

Cornus alba 'Sibirica' with Carex morrowii
Another advantage is the ease of cultivation. Hardwood cuttings can be taken any time after the leaves have dropped and before spring when new leaves emerge. Cut pencil thick pieces of 5-6 inches length. They can be bundled together and put in sharp sand in a cold frame. Two to three months later they will have developed roots and are ready to be potted on or planted out.



After the plants have established all there is to do is an annual prune down to a few inches above ground level around March time, just before new leaves emerge. That will keep the shrub neat as well as numerous new shoots at the base will form the next winter display. An unpruned specimen will soon lack in colour and will grow straggly.

Cornus sericea 'Flaviramea' and Cornus
sanguinea 'Midwinter Fire' in the background
The coloured stems of Cornus are easily combined with evergreens or grasses as well as bulbs such as winter flowering Irises and Hellebores. They do not take much space and would happily fit into a small garden, although a nice big drift of course has a greater effect. Certainly uplifting the supposedly dull season during winter, one of the Cornus varieties mentioned above is a must have.

Samstag, 2. November 2013

Niederschlag Oktober 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im Oktober: 132,5mm



Freitag, 1. November 2013

November: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • Beete Umgraben
  • Den Garten winterfest machen. Geräte säubern, ölen und einlagern, Abfälle einsammeln, etc. 

Rasen:
  • möglichst nicht den Rasen betreten
  • falls der Rasen noch wächst, schneiden, aber das Messer höher stellen.
  • Blätter zusammen harken, der Rasen vergilbt sonst
  • Flächen für neue Raseneinsaat vorbereiten, umgraben, harken usw.
  • Rasen aussäen oder Rollrasen legen, falls nicht schon letzten Monat getan

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Wurzelnackte Pflanzen oder Ballenware pflanzen (Bäume, Sträucher, Heckenpflanzen und Rosen)
  • an windigen Tagen frisch gepflanzte Bäume kontrollieren, notfalls vorher anbinden, das Bindematerial prüfen, damit es die Pflanze nicht verletzt.
  • alte Bäume und Straucher durch Verjüngungschnitt renovieren
  • nach dem Blattfall können Steckhölzer geschnitten werden
  • Samen von winter/frostharten Bäumen und Sträuchern in Töpfe aussäen und dem Frost aussetzen

Blütenstauden:
  • weiterhin Tulpen und Hyazinthenzwiebeln pflanzen
  • Stauden jetzt ausgraben, teilen und neupflanzen
  • nach dem ersten Frost Dahlias ausgraben, trocken und frostfrei überwintern
  • Lilien pflanzen
  • Herbtslaub von den Pflanzen sammeln

Balkon:
  • Pflanzen vor Wind und Dauerregen schützen

Gemüse und Kräuter:
  • Knoblauch pflanzen
  • weiterhin Chicoree treiben
  • Ernte von Porree und Rosenkohl
  • bis Mitte des Monats alles Karotten und Pastinaken ausgraben und kalt aber frostfrei lagern

Früchte:
  • weiterhin pflanzen
  • sommerfruchtende Himbeeren pflanzen
  • eingelagerte Früchte auf Druckstellen, Schimmel etc. prüfen

Unter Glas:
  • an sonnigen Tagen lüften
  • wässern auf ein Minimum reduzieren
  • angetriebene Blumenzwiebeln kontrollieren. Sobald die Blütenknopse erste Farbe zeigt ins Haus bringen
  • frostharte Pflanzen aussäen
  • eingelagertes Pflanzenmaterial regelmäßig auf Pilzbefall prüfen
  • Salat und Kräuter für die Fensterbank anziehen
 Wasser:
  • Herbstaufräumarbeiten falls nicht letzten Monat getan
  • Teichpumpen reinigen, Kabel und Lichter prüfen, evtl. winterfest machen



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Niederschlag September 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im September: 39,2mm



Dienstag, 1. Oktober 2013

Oktober: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • Beete in Ordnung bringen (Unkraut ziehen, abgestorbene Blütenstängel schneiden, etc.)
  • Alle Gartenabfälle kompostieren. Holziges sollte gehäkselt sein, bevor es auf den Komposthaufen geht. Wurzelunkräuter oder Samen möglichst nicht dazu tun.

Rasen:
  • Rollrasen kann jetzt gelegt werden
  • weniger mähen
  • Herbstdünger für den Rasen kann nun appliziert werden
  • regelmäßig das Laub vom Rasen zusammen fegen, damit das Gras nicht vergilbt

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Pflanzzeit für Bäume und Sträucher iun Containern und Töpfen.
  • Wurzelnackte Pflanzen oder Ballenware kann gegen Ende Oktober gepflanzt werden (sobald die Blätter vollständig abgefallen sind).
  • an windigen Tagen frisch gepflanzte Bäume kontrollieren, notfalls vorher anbinden, das Bindematerial prüfen, damit es die Pflanze nicht verletzt.
  • Buddleja und andere große Sträucher um 1/3 einkürzen
  • spätblühende Rosen zurückschneiden
  • Ende Oktober können Steckhölzer von Rosen vermehrt werden
  • Stecklinge aus dem Sommer topfen
  • Ligusterhecken schneiden

Blütenstauden:
  • Herbstlaub von Pflanzen entfernen, um Fäule zu vermeiden.
  • Sommerpflanzen mit Winter- und Frühlingspflanzen austauschen
  • frostempfindliche Stauden und Zwiebeln ausgraben und frostfrei überwintern
  • frühlingsblühende Zwiebelgewächse wie Tulpen und Osterglocken jetzt pflanzen

Balkon:
  • Töpfe und Pflanzgefäße nur noch feucht halten, nicht mehr regelmäßig wässern
  • Herbstlaub von Pflanzen entfernen, um Fäule zu vermeiden.
  • Sommerpflanzen mit winter- und frühlingsblühenden Pflanzen austauschen

Gemüse und Kräuter:
  • Ernte von: Lauch, Porree, Rosenkohl, Blumenkohl, Kartoffeln, Karotten, Pastinaken und Kürbisse
  • Salat mit Vlies abdecken, um die Saison und Ernte etwas zu verlängern
  • wenn alles abgeerntet, kann das Beet umgegraben werden
  • Spargellaub schneiden
  • Frühlingskohl jetzt auspflanzen, auch Knoblauch und Winterzwiebeln
  • vergilbendes Laub von Kohlpflanzen entfernen
  • Chicoree ausgraben und antreiben
  • Kräuter eintopfen für Ernte im Winter

Früchte:
  • neue Erdbeerpflanzungen anlegen mit den diesjährigen Ausläufern
  • Äpfel und Birnen ernten und einlagern
  • Neupflanzungen vorbereiten (Fläche umgraben) falls nötig und gegen Ende des Monats pflanzen
  • Brombeersträucher zurück schneiden

Unter Glas:
  • generelles Aufräumen und Vorbereiten für den Winter und den kommenden Frost
  • frostempfindliche Pflanze ins Gewächshaus bringen
  • weniger wässern, Nächte werden kühler und Wuchs ist verlangsamt
  • frühblühende Einjährige jetzt aussäen
  • Tulpen und Hyazinthen eintopfen
  • Wintergemüse einsäen (Spinat, Lauchzwiebeln und Karotten)

Wasser:
  • Teich aufräumen: Algen und abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernen, Schlamm vom Grund schöpfen etc.
  • mit Netz überspannen, um hereinfallendes Herbstlaub zu vermeiden



Dienstag, 3. September 2013

How to grow - Abelia

Article for Minerva Publications

Abelia triflora

This gorgeous member of the honeysuckle family Caprifoliaceae has a graceful habit and attractive, often fragrant flowers. After the lush foliage and vibrant summer flowers Abelia extends this luxuriant season right into autumn. The small rounded shrubs are a delightful addition in small gardens or grown in a pot on the patio. Many well established specimen can be admired at the Sir Harold Hillier Gardens.

Abelia Rose Creek

There are about 30 species and many more cultivars available. Most are semi-evergreen which like a sunny position in any fertile, well-drained soil. Some varieties might require a little shelter in harsher areas of Britain. In their original habitat Abelia is found on hillsides and in open woodlands from the Himalayas to East Asia. The tubular or funnel-shaped inflorescences come in shades from white to pink and flower profusely until the autumn. Many varieties are scented and waft their sweet fragrance through the garden. The most commonly sold species are probably A. chinensis and A. x grandiflora and its many cultivars. A. floribunda and A. triflora are early summer flowering species, although A. floribunda is more on the tender side. Abelia mosanensis comes from Korea and is a large example but probably one of the hardiest.


Abelia Little Richard
Propagation of Abelia is very easy by cuttings. Softwood cuttings can be taken in spring, when the plant material is fresh and sappy. As outside temperatures can be still a bit chilly in spring, cuttings are best grown in a heated propagator with high humidity though good aeration. Only plant out the following year when shoots have ripened as young plants are more tender than their mature parent plants. If a bushier habit is desired, just pinch out the soft tips of the shoots for it will produce side shoots. Young plants will flower after a couple of years.


Further maintenance can be kept fairly simple as Abelia doesn't require much attention at all. Pruning is only needed if the specimen has outgrown its allowed space or if the habit became too straggly. Ideally any pruning should be done after flowering where a third of the old branches can be cut at the base. Quite often young basal shoots have already formed which then will replace those older branches.



Montag, 2. September 2013

Niederschlag August 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im August: 27,1mm


Sonntag, 1. September 2013

September: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • weiterhin wässern und verblühte Blüten schneiden
  • Unkraut ziehen
  • Komposter organisieren für die anfallenden Herbstabfälle

Rasen:
  • sobald das trockene Sommerwetter vorbei ist, kann der Rasen belüftet und mit Herbstdünger gedüngt werden
  • Reparaturarbeiten durchführen wie z.B. nachsäen etc.
  • großflächige Neusaaten Ende September durchführen
  • Rollrasen erst ab Oktober legen

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • immergrüne und Koniferen können jetzt gepflanzt oder umgepflanzt werden
  • weiterhin verblühte Rosen schneiden
  • Hecken schneiden (Buche, Hainbuche, Zypressen)
  • Buxus und Taxus-hecken jetzt schneiden, falls nur ein Schnitt pro Jahr
  • schnellwachsende Liguster und Lonicera zum letzten Mal in diesem Jahr schneiden

Blütenstauden:
  • frühjahrsblühende Zwiebeln (Tulpen, Osterglocken) ab Ende September bis November pflanzen
  • sommerblühende pflanzen durch winterblühende ersetzen, falls gewünscht
  • Dahlien schneiden
  • weiterhin Samen sammeln
  • lange, schwere Blütentriebe stützen

Balkon:
  • winterblühende und Zwiebelpflanzen pflanzen
  • Topfpflanzen nicht mehr düngen
  • frostempfindliche Pflanzen ins Gewächshaus tun

Gemüse und Kräuter:
  • späte Ernten von Salat, Zucchini und Karotten durch abdecken mit Vlies schützen
  • Kohlpflanzen mit Netzen schützen
  • Frühjahrskohlarten jetzt aussäen
  • weiterhin ernten: Zucchini, Mais, Bohnen, Salat, Lauchzwiebeln, Blumenkohl, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Artischoken und andere Kohlarten
  • unreife Tomaten an den Pflanzen lassen und sobald es kühler wird auf der Fensterbank reifen lassen
  • Spargellaub runterschneiden, nachdem es gelb und braun geworden ist
  • Kräuter wie Petersilie, Basilikum etc. topfen

Früchte:
  • Brombeeren ernten, sowie die ersten herbstfruchtenden Himbeeren, frühe Apfelsorten und die ersten Conference-Birnen
  • Stockobst wie z.B. Himbeeren schneiden

Unter Glas:
  • wässern und düngen reduzieren
  • frostempfindliche Pflanzen ins Gewächshaus bringen
  • frühjahrsblühende Zwiebeln topfen
  • einjährige für die Frühjahrsblüte aussäen
  • Tomaten, Zucchini, Auberginen etc. nicht mehr düngen und das wässern reduzieren, sobald die letzten Früchte geerntet sind, Pflanzen entfernen (gibt Platz zum überwintern frostempfindlichen Pflanzen)

Wasser:
  • bis zu den kalten Temperaturen weiterhin Fische füttern
  • das letzte Mal in diesem Jahr Algen entfernen, nur wenn notwendig



Samstag, 3. August 2013

Viel zu tun...

Ich möchte mich gerne bei euch Lesern entschuldigen. Die zweimonatige Stille hier beim Botaniquarium Blog ist nun vorbei. Es gab unheimlich viel zu tun. Der Sommer kam am Ende schnell mit großer Hitze, viel Sonnenschein und hier in England extrem trocken. Allmorgendlich wässerte ich den Garten um fünf Uhr. Auf der Arbeit im Sir Harold Hillier Arboretum ging das große Beregnen weiter, trotzdem sind zahlreiche Pflanzen unter Stress. Besonders die frisch gepflanzten vom letzten Winter bzw. diesen Frühling leiden am meisten, da diese noch kein etabliertes Wurzelsystem bilden konnten.

Camilla und David, Centenary Border
Eröffnungsfeier
Obendrein herrschte Panik im Arboretum, da wir Camilla, Herzogin von Cornwall zu Besuch erwarteten. Wir ihr euch sicher vorstellen könnt, ging dafür alles drunter und drüber, damit am Tage alles perfekt war. Dies bedeutete jede Menge extra Arbeit zum normalen Geschehen.

Außerdem bin ich viel mit meiner Kollegin auf Reisen gewesen, einer der Hauptgründe weswegen es hier so still war, um für das subtropische Projekt Gärten zu besichtigen und deren Gärtner über exotische Pflanzen zu befragen.

Jedes Wochenende fuhren wir durch Südengland, von Devon nach Kent, über Gloucestershire und Dorset mit Abstecher zur Isle of Wight. Daher hatte ich leider keine Zeit hier zu schreiben. Ich hoffe ihr seid nicht allzu enttäuscht gewesen.


Jetzt gibt es Unmengen Fotos (etwa 7000 an der Zahl ! ) zu sichten und zu zuordnen, anhand der Notizen pro Gartenbesuch die Informationen zu filtern und zu sortieren und die Pflanzen auf den Fotos richtig zu benennen. So gesehen also immer noch jede Menge zu tun.

Ventnor Botanic Gardens, Isle of Wight

Ich werde aber in den nächsten Tagen versuchen Stück für Stück die letzten Wochen hier im Blog nachzuholen und euch von all meinen spannenden Erlebnissen zu erzählen. Ich hoffe ihr könnt mir wieder einmal verzeihen, dass solche Blogeinträge in der Vergangenheit auftauchen, je nach Zeitpunk des Geschehens. Ich werde versuchen die Einträge zeitlich chronologisch nachzuholen, das heißt ich beginne mit den ältesten Einträgen aus dem Juni. Ich hoffe bald wieder in der Gegenwart berichten zu können.

Unterdessen danke ich euch für eure Geduld und Verständnis.
Viel Spaß beim Lesen.

Eure Janine

Nicht von dieser Welt: die Blüten von Puya berteroana

Freitag, 2. August 2013

Niederschlag Juli 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im Juli: 4,4mm


Donnerstag, 1. August 2013

August: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • regelmäßig wässern und düngen, besonders Topfpflanzen im Garten, Pflanzen im Gewächshaus, das Gemüsebeet und alle diesjährig neu gepflanzten Sträucher oder Stauden
  • Unkraut ziehen
  • verblühte Blüten abschneiden, einjährige bevor die Samen sich verteilen, Rosen und Stauden nach der Blüte
  • Dickmaulrüsslerlarven jetzt in Topfpflanzen und Gewächshaus bekämpfen, falls notwendig

Rasen:
  • regelmäßig schneiden, aber nicht wässern oder düngen

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Camellien und Rhododendron düngen und wässern, falls kein ausreichender Niederschlag
  • Feuerdorn (Pyracantha) kann jetzt zurück geschnitten werden
  • im späten August können Buchen-, Hainbuchen- und Zypressenhecken geschnitten werden. Nach nistenden Vögeln Ausschau halten!
  • verholzende Kräuter (Lavendel, Rosmarin, Salbei), Sträucher und Rosen können nun über teil-verholzte Stecklinge vermehrt werden
  • Clematis und Rhododendron über Ableger vermehren

Blütenstauden:
  • Samen ernten von Stauden, Sträuchern, Bäumen, Steingartenpflanzen oder einjährigen
  • junge Keimlinge topfen
  • herbstblühende Zwiebelpflanzen jetzt in den Garten pflanzen
  • Iris teilen
  • Stecklinge von Steingartenpflanzen nehmen

Balkon:
  • wässern, düngen und verblühte Blüten schneiden

Gemüse und Kräuter:
  • Erntezeit für Bohnen, Salat, Zucchini, Rote Beete, Zwiebeln, Frühkartoffeln, Tomaten und Artischoken
  • Karotten, Erbsen, Porree, Spinat und Frühjahrskohlarten jetzt aussäen
  • Kräuter beernten und einfrieren
  • Kräuter über Stecklinge vermehren
  • Tomatentriebspitzen ausknipsen, um weiteren Wuchs zu verhindern

Früchte:
  • Stachelbeer-, Johannisbeer- und frühfruchtende Himbeersträucher nun schneiden, nachdem alle Früchte geerntet sind
  • Erntezeit für Brombeeren, Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche, die letzten spätfruchtenden Himbeeren und frühe Apfelsorten
  • Erdbeerausläufer von der Mutterpflanze trennen

Unter Glas:
  • Pflanzen täglich wässern falls notwendig
  • für gute Lüftung sorgen, besonders an warmen Tagen !
  • regelmäßig Oberflächen und Luft zur Kühlung befeuchten
  • Stecklinge von Pelargonien und Fuchsien nehmen
  • winterblühende oder frühjahrblühende Topfpflanzen jetzt aussäen
  • Hyazinthen nun einpflanzen, damit sie zu Weihnachten blühen
  • gelbe Blätter von Gewächshaustomaten entfernen, weiterhin gut düngen und Seitentriebe entfernen
  • Tomaten, Salatgurken, Paprikas, Auberginen, Melonen und Chillis ernten

Wasser:
  • gelbe verrottende See-/Teichrosenblätter entfernen, zu große wuchernde Blätter ebenfalls entfernen
  • Teichwasser auffüllen falls notwendig
  • Algen entfernen



Dienstag, 2. Juli 2013

Niederschlag Juni 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im Juni: 41,7mm



Montag, 1. Juli 2013

Juli: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • den Garten für eventuelle Urlaubsabwesenheit vorbereiten
  • automatisches Wässerungssystem installieren
  • Früchte und Gemüse ernten
  • Gewächshauspflanzen düngen
  • reichlich wässern
  • Unkraut ziehen/hacken
  • nach Krankheiten und Schädlingen Ausschau halten und sofort Gegenmittel nutzen.

Rasen:
  • die Schnitthöhe erhöhen während der Sommerhitze, damit das Gras auch ohne wässern länger grüner bleibt
  • möglichst den Rasen nicht bewässern, es sei denn Trockenheit und Hitze halten lange an

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Rosenblüten nach der Blüte entfernen, Triebe evtl. schneiden
  • Lavendel zum Trocknen schneiden
  • Philadelphus und Wisteria zurückschneiden
  • weiterhin Stecklingsvermehrung von Sträuchern möglich
  • schnellwachsende Hecken wie zB. Liguster oder Lonicera schneiden

Blütenstauden:
  • verblüte Blüten von Beetpflanzen und Rosen entfernen 
  • Blütenstände von Stauden wie zB. Lupine und Rittersporn abschneiden
  • vergreiste Schwertlilien können jetzt geteilt werden
  • Stauden düngen
  • Samen von Steingartenpflanzen, Stauden oder Alpenveilchen ernten und lagern
  • herbstblühende Zwiebelpflanzen pflanzen
  • verwelkte Blüten von einjährigen entfernen, regelmäßig wässern
  • Begonienknospen ausknipsen

Balkon:
  • regelmäßig wässern, düngen und welke Blüten entfernen

Gemüse und Kräuter:
  • weiterhin Zeit zum Aussäen von: Karotten, Erbsen, Frühlingskohl, Kohlrabi. Salat, Radieschen, Chicoree,
  • regelmäßig wässern während Trockenperioden
  • Gemüse ernten sobald es reif ist, Wurzelgemüse ist im Boden länger haltbar
  • Kräuter ernten, trocknen oder einfrieren

Früchte:
  • in Trockenperioden gut bewässern
  • Erdbeerbeet aufräumen, junge Ableger neu pflanzen für nächstes Jahr
  • Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren ernten
  • Fruchtstände ausdünnen falls notwendig

Unter Glas:
  • Pflanzen täglich wässern falls notwendig
  • für gute Lüftung sorgen, besonders an warmen Tagen !
  • regelmäßig Oberflächen und Luft zur Kühlung befeuchten
  • evtl. eine weitere Schicht Schattierungsfarbe auftragen
  • Sämlinge von Zweijährigen und winterblühenden Pflanzen pikieren
  • Fuchsien anbinden
  • winterblühende Alpenveilchenknollen wieder einpflanzen und leicht angießen, damit sie langsam anfangen zu wachsen
  • Früchte und Gemüse im Gewächshaus ernten
  • mehr oder öfter düngen, da die Pflanzen bei der Wärme nun schneller wachsen

Wasser:
  • für gute Sauerstoffzufuhr im Teich sorgen (durch Springbrunnen oder durch das entfernen von "Sauerstoffnutzern" wie Algen etc.)
  • das Wasser nachfüllen falls zu viel verdunstet ist
  • Wasserlilien teilen



Samstag, 22. Juni 2013

Projektnotiz: Architectural Plants Nursery, Juni 2013

Notizen zum Besuch von "Architectural Plants", teil des subtropischen Projekts
22nd June 2013


Ort: Architectural Plants Nursery, Nuthurst St, Horsham, West Sussex RH13 6LH, UK

 "We only sell, what survives outdoors"


Eingangsbereich mit Parkplatz

Klima:


Temperatur:
ähnlich zu Gatwick, aber generell 2° kälter
"frost pocket", d.h. die Kälte (Frost) sitzt in einer Mulde fest, welches diesen Ort kälter als die Umgebung macht.
In den letzten 20 Jahren waren die Winter relativ mild, wobei die letzten 3 Winter ungewöhnlich kalt ausfielen.

Wind:
starke Winde rollen den Hügel hinunter in die Baumschule

Boden:
Topfkulturen

Sonstiges:
Die Gewächshäuser sind generell nicht geheizt, allerdings wird es frostfrei gehalten (Temperaturen unter 5° schaltet automatisch die Heizung ein)
Die Vermehrungseinheit wird geheizt.


Pflanzen:


Musa basjoo: Blätter werden geschnitten, sobald der erste Frostschaden sichtbar wird. Die Bananenstämme werden dann mit Tonröhren umhüllt und mit Stroh ausgestopft. Rundherum Strohballen aufgestapelt (weswegen viel Platz zwischen jeder Bananenstaude gelassen wurde, anderthalb Meter auseinander gepflanzt) und das Ganze mit einer beschichteten Sperrholzplatte abgedeckt, um den Regen fern zu halten. Falls die Bananen faulen werden sie im Frühjahr runtergeschnitten, denn zumeist treiben sie im Sommer von der Basis wieder aus.
Q: Warum haben sie nicht die Bananen enger zusammen gepflanzt um Platz und Stroh zu sparen? Würde auch besser aussehen.

Musa basjoo Gruppe im Schaugarten

Dicksonia sp: wird kaum geschützt. In die Krone wird Vlies gestopft, um die Mittelknospe zu schützen. Ansonsten schützt nur eine natürliche Schicht gefallener Laubblätter der umstehenden Eichen etc.

Echium pininana: kein Schutz, wird als einjährige Pflanze behandelt und somit jedes Jahr mit frischen Sämlingen ersetzt. Allerdings werden die alten Pflanzen belassen, da sie manchmal doch wieder austreiben oder sich selbst versäen. Etwa vor 4 Jahren gab es einen richtig milden Winter, wo die meisten Echiums überlebten. Ansonsten wird jedes Jahr im Oktober der Samen gesammelt, um im folgenden Frühjahr zu keimen und Verluste zu ersetzen. 

Trachycarpus fortunei mit nacktem Stamm
Trachycarpus sp: Sie glauben, dass T. wagneriana frosthärter ist, langsamer wachsend und mit einem ordentlicheren Erscheinungsbild, weil die Palmwedel steifer sind und daher im Wind nicht zerfleddert werden. Die gepellten Stämme von T. fortunei beeinflusst scheinbar nicht die Frosthärte. Alle Trachycarpus überwintern ungeschützt ohne Probleme. 



Tetrapanax papyrifera: wird nicht geschützt


Strelitzia sp: war nicht erfolgreich, überlebten selbst milde Winter nicht im Außenbereich. Daher werden keine weiteren Strelitzien mehr angeboten. 


Unter der Schattierung im Außenbereich

Das Außengelände: Pflanzen sind attraktiv arrangiert


Das komplette Pflanzenangebot findet man in deren Online-Katalog

Allgemein mehr Informationen gibt es auf der Webseite Architectural Plants


geheizte Vermehrungseinheit

geheizte Vermehrungseinheit

Samstag, 8. Juni 2013

Sandstone Trail, Peckerforton Hills, Cheshire

Am Anschluss an den gestrigen Wandertag durch den Monks Dale, entlang des kleinen Flusses und saftig grünen Auen, ging es heute östlich vom Peak District zu den Cheshire Plains. Der "Sandstone Trail" (zu deutsch: Sandsteinweg) ist ein 55km (oder 34 Meilen) langer Wanderpfad, der von Norden nach Süden entlang der Sandsteingrate führt.

Wir begannen unsere Wanderung am Fuße von Bulkeley Hill, welcher den südlichen Zipfel der Peckerforton Hills bildet. Von hier ging es zunächst durch lichten Buchenwald bergauf. Der gesamte Hügel ist bewaldet und spendete uns angenehmen Schatten an diesem warmen Sommertag.

lichter Buchenwald, Bulkeley Hill
Fantastische Wurzelgebilde
Unter den Waldbäumen fanden wir so manches Exemplar, das sich mühsam an den bröckelnden Sandstein klammerte. Fantastische Wurzelgebilde ragten aus Gesteinslücken heraus, zum Teil ausgewaschen über Jahre, erscheint es fast unmöglich auf diese Weise dem Boden Wasser und Nährstoffe zu entringen. Dennoch haben sich diese Bäume hervorragend angepasst und Wege gefunden hier zu überleben.


Eine gute Inspiration für Bonsai - denn nicht anders ist die Kunst der Bonsaigestaltung entstanden: durch Nachahmung der Natur.

Im Wald fanden wir außerdem sehr alte Bäume, mit knorriger Erscheinung und urigem Umfang. Immer wieder finde ich es faszinierend, wenn man bedenkt wieviel diese Bäume "gesehen" haben. 200 Jahre oder gar 500 Jahre erscheinen für uns Menschen eine lange Zeit. In der Zeit der Bäume passiert in 500 Jahren kaum etwas, dagegegen die historische Entwicklung der Menschheit voller Geschichten ist. Wie viele Kriege solche Bäume "gesehen" und überlebt haben, Veränderungen der Landschaft durch Landwirtschaft und Bebauung oder Industrialisierung.

Wie alt dieser Baum wohl ist?

Alter Baum mit schönem Wurzelansatz (Nebari).

Und wie alt ist dieser?

Natürliche Totholzbereiche
an einer Esskastanie, Castanea sativa
- ein wunderbares Studienobjekt
für die Shari- und Jin-Gestaltung
in Bonsai

Die Cheshire Plains ist ein relativ flaches Tiefland, welches fast ausschließlich in der Grafschaft Cheshire im Nordwesten Englands liegt. Begrenzt im Westen von den Hügeln Nord-Wales und dem Peak District im Osten umfasst die Ebene zwei Bereiche mit unterschiedlichen Charakteren. Im Westen verläuft die Hügelkette der Mid Cheshire Ridge, während der größere Teil der Plains sich östlich erstreckt.

Die Mid Cheshire Ridge ist ein Bereich niedriger Sandstein Hügel, die sich von Norden nach Süden erstrecken. Der Grat ist unterbrochen und formt so zwei Hügelblöcke im Norden und im Süden mit der sogenannten "Beeston Gap" dazwischen. Die Formation "Peckforton Hills" liegt im Süden, während die größere Gruppe im Norden scheinbar keinen gemeinsamen Namen trägt.

Die Cheshire-Ebene von den Peckerforton Hügeln aus gesehen.

Die Cheshire-Ebene im Osten.
Von Bulkeley Hill also wanderten wir entlang der Hügelkämme der Peckerforton Hills. Von etwa 200m üNN aus hatten wir hervorragende Aussichten auf die Cheshire Plains unter uns. Dank der klaren Sicht konnte man bis weit in den Horizont blicken. 

Die Ebene wird auch Cheshire-Becken genannt. Es wird davon ausgegangen, dass es seine jetzige Form in der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren bekam. Beim Schmelzen des Eises verblieben die Sedimente und bildeten so vor ca. 15.000 Jahren eine dicke Schicht Geschiebemergels, welches sich als umfangreiche Landstriche aus glazio-fluviale Sande und Kiese zeigt.

Heute besteht die landwirtschaftliche Nutzung der Cheshire Plains zumeist aus der Milchwirtschaft, welches der Landschaft mit den heckenumschlossenen Feldern das typische Aussehen verleiht. Die Seiten des Hügels selbst wurden zunehmend abschüssiger und die steilen Böschungen erinnerten bald an Schluchten. Die Aussichten wurden dramatischer.

dicht begrünter Sandstein an dramatischen Böschungen der Peckerforton Hills

Der Sandsteinweg machte seinem Namen alle Ehre, war der Wanderweg durchweg sandig. Dies gab dem Ganzen ein richtiges Urlaubsgefühl, wo ja auch die Sonne so herrlich schien heute; allein das Meeresrauschen fehlte. Der Sandstein in dieser Gegend war vorwiegend rötlich mit beigen Tönungen. Oft gab es einige Stellen wo der Sand lose und nicht festgetreten war. An steileren Passagen erschwerte der Sand somit etwaige Klettereien abseits des Weges, da man keinen richtigen Halt bekam. Der Fuß rutschte einfach auf dem trockenen Sand weg.

Wir wollten ein wenig mehr entdecken und verließen den Wanderpfad. Nach ein wenig abenteuerlichem Klettern fanden wir eine große Sandsteinhöhle, die angeblich in der Eisenzeit tasächlich Menschen als Behausung gedient hatte. Der Eingang war recht versteckt, über uns meterhoher Sandstein in vom Wind und Regen geschliffene Wellen.


meterhoher Sandstein mit wunderschöner Maserung und Form

Höhle der Eisenzeit-Menschen

Eingang der Höhle

Ob tatsächlich Menschen einst in dieser Höhle gelebt hatten, wäre durchaus gut denkbar. Die Lage wäre perfekt für eine Behausung. Geschützt von den Elementen durch die steilen Felswände und der dichten Bewaldung wäre es ideal. Aber womöglich sah die Landschaft damals anders aus. Vielleicht war die Felswand über dem Eingang ein Überhang gewesen und die Bäume direkt vor der Höhle nicht existent. Wer weiß...

Nach diesem kleinen Abstecher gingen wir zurück zum Sandsteinweg, verließen ihn aber alsbald wieder um einen Rundweg durch die Felder zu finden. Schließlich verläuft der Sandstone Trail nur in Nord-Süd-Richtung.

Unglaubllich, wer auf solch eine dumme Idee kam, diese Kiefer als Zaunpfahl zu benutzen.
Nach etwa fünf Stunden gelangten wir durch die Felder zurück zum Bulkeley Hill. Es war ein herrlicher Wandertag, nicht ganz so anstrengend wie der gestrige, dennoch sehr abwechslungsreich in einer wunderschönen, englischen Hügellandschaft. Man kann hier stundenlang Laufen, ohne dass es je langweilig wird. Zu schade, dass wir morgen wieder zurück nach Hause fahren müssen. Es gibt hier in Cheshire und dem Peakt District so vieles zu entdecken. Wer also Spaß auf einen Wanderurlaub hat, dem kann ich diese Gegend Englands nur wärmstens empfehlen!

charmant, Veronica chamaedrys

Zurück zum Bulkely Hill, wo unser Auto parkte.

Panorama Aussicht, Peckerforton Hills

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