Mittwoch, 30. Januar 2013

Liste aller Galanthus im Sir Harold Hillier Garten

Hier ein Einblick in die Galanthus-Inventurliste. Alle diese Arten und Sorten können in der Ausstellung betrachtet werden, viele davon sind aber auch im Arboretum ausgepflanzt und haben sich seit Jahren ausgebreitet. Ich habe heute den ersten Versuch gestartet Fotos von jeder Pflanze zu machen, um so über die nächste Zeit eine Art Fotodatenbank aufzubauen. Wäre toll in Zukunft Bilder aller Sorten auf einer Seite zu haben, wo man sie direkt vergleichen kann, auch wenn nicht gerade Schneeglöckchen-Blütezeit ist.

Galanthus x allenii
Galanthus Atkinsii
Galanthus Augustus
Galanthus Backhouse Spectacle
Galanthus Bertram Anderson
Galanthus Brendra Troyle
Galanthus Desdemona
Galanthus Dionysus
Galanthus Hippolyta
Galanthus Lady Beatrix Stanley
Galanthus Magnet
Galanthus Mighty Atom
Galanthus Mrs. W.M. George
Galanthus Ophelia
Galanthus S. Arnott
Galanthus Silverwells
Galanthus Straffan
Galanthus elwesii
Galanthus elwesii Grumpy
Galanthus elwesii var. monostictus
Galanthus elwesii Zwanenburg
Galanthus x hybridus
Galanthus ikariae
Galanthus nivalis
Galanthus nivalis
Blewbury Tart
Galanthus nivalis Flore Pleno
Galanthus nivalis Lady Elphinstone
Galanthus nivalis f. pleniflorus Doncaster's Double Scharlock
Galanthus nivalis x plicatus
Galanthus nivalis x plicatus
Green Tips
Galanthus nivalis Pusey Green Tip
Galanthus nivalis Scharlockii Group
Galanthus nivalis Viridapice
Galanthus peshmenii
Galanthus plicatus
Galanthus plicatus
Augustus
Galanthus plicatus Gerard Parker
Galanthus plicatus x nivalis Double
Galanthus plicatus Tubby
Galanthus plicatus Warham
Galanthus reginae-olgae
Galanthus rizehensis
Galanthus sp.
Galanthus woronowii




Demnächst als Botaniquarium-Sortenliste zu sehen.

Sonntag, 27. Januar 2013

Galanthus-Ausstellung im Sir Harold Hillier Garten und Arboretum

25. Januar 2013 - 10. Februar 2013 

Galanthus 'Atkinsii'

Seit Freitag läuft nun die Schneeglöckchen-Ausstellung für ungefähr zwei Wochen, in denen wir um die 30 verschiedenen Galanthus-Arten und Sorten zeigen. Obwohl wir Galanthus nicht als offizielle National Collection haben, ist diese Sammlung dennoch eine vielfältige Kollektion, dessen charakterlichen Unterschiede innerhalb der Arten und Sorten nur hier in der Ausstellung zu sehen sind. Ausgepflanzt im Arboretum fallen diese Unterschiede kaum auf, wenn man nicht gerade auf Knieen jede Pflanzengruppe näher untersucht.





Die Royal Horticultural Society (RHS) hat im Plant Finder 2011-2012 ca. 30 Arten von Galanthus aufgelistet. Daneben sind etwa 215 Sorten von der RHS anerkannt. Allerdings gibt es natürlich weitaus mehr Sorten und wahrscheinlich auch die eine oder andere Art in Kultur. Gerade private Sammler und Züchter haben unzählige eigene Sorten, welche nicht auf dem Markt sind und daher nicht von RHS anerkannt sind. Echte Sammlerstücke eben.

Wie kam diese Sammlung im Sir Harold HIllier Arboretum zustande?

Durch Zufall erfuhren wir von einem nahe gelegenem privaten Garten, dessen betagter Besitzer verschieden war. Man informierte uns über den reichhaltigen Garten des Sammlers und bot uns die dortigen Pflanzen an. Erst bei der Besichtigung wurde das volle Ausmaß dieser erstaunlich vielfältigen Sammlung bekannt. Der Garten sollte auf Wunsch der Kinder dem Erdboden gleich gemacht und das Anwesen verkauft werden. Rasch grub Barry so viele Schätze wie möglich aus, darunter eben viele dieser Schneeglöckchen. Hätte man uns nicht kontaktiert, wären diese Schätze untergegangen.



Freitag, 25. Januar 2013

Solent Bonsai Society: das Januar-Treffen 2013

Im Dezember wurde Arthur Nash als neuer Vorsitzender gewählt, so dass er zum ersten Mal das gestrige Treffen eröffnete. Kenny, der über Jahre Vorsitzender war, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Vorsitzender sein. Letztes Jahr bereits konnte er den Posten nicht 100% erfüllen, blieb aber Vorsitzender, weil sonst niemand sich bereit erklärte. Nun also erlöste ihn Arthur, der zuvor Show Manager in der Society war.

Der Verein hat außerdem seit Kurzem eine neue Webseite, welche visuell ansprechender aussieht. Allerdings findet sich dort, für meinen Geschmack, nach wie vor nicht genug Information, obwohl das wichtigste durchaus vorhanden ist. Meiner Meinung nach könnte man das allerdings noch ein wenig ausbauen.

Colette Harrison von Bonsai Trees Southampton war als Sprecher eingeladen und zeigte uns anhand drei kleiner Bäume wie man die Bonsai ordnunggemäß umtopft. Schließlich beginnt nun die Hochsaison des Umtopfens. Sie zeigte uns anhand Acer palmatum verschiedene Altersstufen und erklärte was wann zu tun sei. Sie zeigte uns auch welches Substrat sie verwendet und erläuterte wie unterschiedlich jeder einzelne Bonsai sein kann. Selbst innerhalb der gleichen Art oder Sorte können große Unterschiede auftreten.

Die Betonung lag vor allem immer wieder auf dem vergangenen Sommer, mit dem miesen Wetter, welches wir hier für Monate hatten, und weswegen alle Bonsai ziemlich schlecht gewachsen sind, sei es Wurzeln oder Triebe. Colette illustrierte dies mittels der verschiedenen Wurzelballen.

Colette hält die Zelkova serrata hoch

Eine Zelkova serrata war hierbei auch ein gutes Beispiel, um schlechtes Wurzelwachstum bei mangelnder Pflege und Schnitt zu zeigen. Colette hatte diese japanische Ulme auf einer Auktion billig ersteigert. Ein vernachlässigtes Exemplar, das mit ein wenig TLC (tender loving care) wieder zur vollen Pracht gebracht werden kann. Der Astaufbau ist ziemlich gut und auch der Stammansatz (Nebari) sieht gut aus. Allerdings die viel zu langen Wurzeln beweisen schlechte Pflege. Colette bemühte sich um Restaurierung.

Am Ende gefiel mir der Bonsai so gut (ich war schon länger auf der Suche nach einer schönen Zelkova serrata), dass ich den kleinen Baum kaufte. Anfang Januar diesen Jahres, als ich an Manuels erster kleinen Auktion teilnahm, gingen solche zum Teil für den dreifachen Preis weg, als ich jetzt für diesen hier bezahlt habe. Was bin ich froh während der Auktion nicht den Kopf verloren zu haben, wie so manch andere.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Blog jetzt als Subdomain von Botaniquarium

Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, läuft dieser Blog nun als Subdomain meiner Webseite Botaniquarium.eu.

Ich habe mich dazu entschlossen, weil Blog und Webseite ohnehin miteinander verbunden waren und in Zukunft noch enger miteinander verlinkt werden sollen. Als ich diesen Blog begann, war es schon immer mein Wunsch gewesen, ihn als Subdomain laufen zu lassen. Aus verschiedenen Gründen habe ich erst jetzt die Verlinkung herstellen können.


Der Blog selber wird sich natürlich nicht ändern, auch ist die Erreichbarkeit keineswegs beeinträchtigt. Über welche Adresse ihr nun diesen Blog ansteuert, spielt absolut keine Rolle, da "j-greengarden.blogspot.de" zu "blog.botaniquarium.eu" weitergeleitet wird. Somit sind eure gespeicherten Lesezeichen von diesem Wechsel nicht betroffen und sollten wie immer einwandfrei funktionieren.

Daher werde ich, sobald ich Zeit habe, ein wenig in Photoshop basteln und einen passenderen Header kreieren.

Damit wünsche ich euch weiterhin frohes Lesen und Kommentieren!


Mittwoch, 23. Januar 2013

Vorbereitung zur Schneeglöckchen Ausstellung

Zum Wochenende hin beginnt eine zweiwöchige Ausstellung von um die 30 Schneeglöckchen-Arten und Sorten. Das ist zumindest der Plan.

Dank des relativ warmen Dezembers hatten wir schon Sorge, dass die Schneeglöckchen früher als gewöhnlich blühen würden, da sie anfingen eifrig zu treiben. Jetzt, kurz vor Ausstellungsbeginn, ist das Wetter plötzlich sehr kalt, mit Schnee und Frost, so dass die Blüten "stecken bleiben". Wie man es will, es ist doch nie richtig.

Als die Ausstellung geplant wurde, war es Sommer, ein sehr gemischter, durcheinander Sommer, was das Erraten des künftigen Winterwetters nicht erleichtert und schon gar nicht wann denn wohl die Schneeglöckchen blühen werden. So blieb man bei den Buchangaben: Ende Januar / Februar. Natürlich konnte niemand ahnen, dass unerwartet viel Schnee und länger anhaltenden Frost kommen sollte. Über zwei Wochen nun ist es sehr kalt, so dass alle geschwollenen Knospen an Baum und Strauch, wie auch die frühen Zwiebeln, weiterhin ausharren.

Nicht gut für die geplante Ausstellung. Immerhin seit Wochen angepriesen, warten tausende Besucher auf dieses Ereignis. Nicht nur um die Schneeglöckchen im Garten zu bewundern, sondern die vielen verschiedenen Sorten dicht zusammen an einem Ort vergleichen zu können.

Aus Verzweiflung haben wir daher die Schneeglocken in ihren schmucken Tontöpfen ins Warme geholt. Hoffentlich treiben die Blüten bei Zimmertemperatur innerhalb der nächsten zwei Tage ordentlich, so dass die Ausstellung am Ende doch noch ohne Enttäuschungen verläuft. Gleichzeitig dürfen die zwei bis drei bereits blühenden Schneeglöckchen nicht vorzeitig aufgeben.

Eine knifflige Angelegenheit, Pflanzen und Natur lassen sich eben nicht herum kommandieren.


Montag, 21. Januar 2013

Nach dem Schneewunder...

... nun das Chaos.

Schnee ist besonders in Südengland ungewöhnlich, erst recht in der Menge wie wir es hier seit einer Woche liegen haben. Langsam taut der Schnee mittlerweile, die Bäume und Sträucher sind fast frei. Im Garten auf den Rasenflächen und Beeten allerdings hält er sich recht hartnäckig.

Geregnet hatte es zuvor schon sehr viel. Nun bei ungewöhnlich frostigen Temperaturen wechselte der Niederschlag zu Schnee. Schnee allerdings ist schwer, und noch schwerer wenn angetaut und überfroren. Unsere Bäume und Sträucher im Sir Harold Hillier Arboretum kommen oft aus wärmeren Gebieten wie Mexiko, Neuseeland usw. wo Schnee noch seltener vorkommt als in Großbritannien. Andere wiederum aus Nordamerika oder China sind Schnee womöglich eher gewöhnt.

Der Schnee hat eine ganze Menge Schaden angerichtet. So schön und verzaubert das sanfte Weiß auch anfangs aussah, je länger der Schnee auf den Pflanzen liegt, desto mehr zerbricht unter der Last. Am Freitag kam der Schnee und jetzt am Montag mussten wir verheerende Schäden und Verluste verzeichnen. Besonders hat es Pflanzen mit sprödem Holz erwischt. Camellia, Nothofagus, Pinus und Bambus sind besonders betroffen, obwohl der Bambus flexibel genug ist, sich nach einigen Tagen ohne Schnee wieder aufzurichten.

am Freitag: Pinus sylvestris 'Watereri' am Montag: Pinus sylvestris 'Watereri'


Die Bilder zeigen den "Vorher-Nachher" Unterschied. Gerade Kiefern mit ihren ausladenden Kronen und offenem Astwerk leiden besonders unter dem Schnee. Das weiche aber spröde Holz hilft ebenfalls nicht, um den Baum stabil zu halten. So sind sehr viele Kiefern beschädigt, manche derart, dass wir sie nun fällen müssen. Einige sind auch direkt am Boden weggeknickt, wie die Bilder unten zeigen.

am Freitag: Pinus sp.
am Montag: Pinus sp.

Somit entstehen nun große Lücken und Löcher im Garten. Einerseits sehr schade, waren doch stattliche und wertvolle Exemplare darunter. Auf der anderen Seite wird dadurch Platz für Neues gemacht. Auch sind dunkle Ecken nun reicher belichtet. Man könnte es vielleicht sogar natürliche Selektierung nennen.

Nothofagus dombeyi
Camellia sp.


Cupressus sp.

Pinus sylvestris

Das volle Ausmaß des Schadens wird aber wohl erst deutlich, wenn der Schnee vollends geschmolzen ist. Dann heißt es fleißig aufräumen, sägen und schreddern, während man sich Gedanken für möglichen Ersatz machen wird.

Sonntag, 20. Januar 2013

Schneebehinderungen

Da hätte ich endlich etwas Zeit den verwucherten Vorgarten zu entkrauten und umzugraben, schneit es doch tatsächlich. Und nicht nur die erwähnten drei Flocken, sondern so richtig. Am Freitag gab es mindestens 10cm Neuschnee innerhalb weniger Stunden. Sehr ungewöhnlich für diese Breiten. Am heutigen Sonntag dann weitere sanfte Flocken, wenn auch wesentlich weniger.

Nach einer frostigen Nacht sieht das Ganze dann so aus:



Dank der frostigen Temperaturen bleibt uns der Winterzauber noch ein wenig erhalten. Manche Kinder bauen Schneemänner oder andere Landschaften aus Schnee, manche Kindern trampeln auch einfach nur durch den Garten. Wie gut dass dieses Beet momentan "nur" verunkrautet ist. Mir schwahnt Übles, wenn ich mit der Renovierung fertig bin...

vielen herzlichen Dank für die vielen Fußabdrücke

Demzufolge eben leider immer noch kein Fortschritt im Vorgarten in Aussicht. Dabei hätte das alles schon fertig sein können. Ich wette am Ende ist der Frühling innerhalb weniger Tage da, und mir läuft die Zeit davon.



Freitag, 18. Januar 2013

Schnee im Sir Harold Hillier Arboretum

Man glaubt es nicht. Die Wettervorhersage prophezeite Schnee. Wo ich noch skeptisch blieb (Südengland und Schnee??? Ja klar, drei Flocken vielleicht...), fielen tatsächlich die ersten drei Schneeflocken. Und weitere drei Flocken. ...

Am nächsten Morgen war da eine hauchfeine weiße Schicht auf den Straßen. Nichts Welt bewegendes, dachte ich, in dem Glauben, das ist alles an Schnee. Auf der Arbeit fing allerdings das große Schneetreiben an, was sich als ordentlicher Schneefall (sogar für deutsche Verhältnisse) bezeichnen lässt. In wenigen Stunden war Südengland unter einer dicken Schicht Schnee bedeckt. Was im Chaos auf den Straßen endete und meine spätere Heimfahrt in ein haarsträubendes Abenteuer verwandelte, sah im Garten überaus friedlich und märchenhaft aus. Solch schönen Schnee hat man hier nicht alle Tage. Also fix davon geschlichen und Bilder gemacht.

Mehr Bilder gibt es hier auf der Hillier Arboretum Facebook-Fanseite (über 100 Fotos).



























Mittwoch, 16. Januar 2013

Netzwerk Pflanzensammlungen

Durch Zufall ist mir eine neue Webseite über den Weg gelaufen. "netzwerkpflanzensammlungen.de" dient als Verbindungsplattform deutscher Pflanzensammler, ob als Privatperson, als Verein oder als Liebhabergesellschaft gruppiert, ist dabei egal. Zweck ist die bisher wenig existierenden Pflanzensammlungen in Deutschland professionell zu organisieren. Dazu gehört auch die Förderungen zur Erstellung neuer botanischen Sammlungen.

Im Grunde kann jeder in Deutschland Pflanzensammler werden und sich dem Netzwerk anschließen. Man muss keine gärtnerische Fachkraft oder Botaniker sein. Allerdings sollte man sich idealerweise durchaus ein wenig mit den Pflanzen innerhalb der eigenen Sammlung auskennen, denn es geht auch viel um Erfahrungsaustausch in Sachen Vermehrungsmethoden oder Kultivierungsanleitungen.

Gesammelt werden können alle Gattungen, Arten und Sorten von (Zier-) Pflanzen, die angebaut, gepflegt und vermehrt werden. So kann eine Sammlung beispielsweise aus verschiedenen Sorten des Schneeglöckchens bestehen. Eine andere Sammlung besteht aus verschiedenen Sorten der Amaryllis auf der heimischen Fensterbank. Oder aber Arten der Zwergmispel. Vielleicht hat auch jemand ein Feld frei und hat dort über Jahre verschiedene asiatische Gehölze gesammelt. Solche und ähnliche, große wie kleine, Sammlungen treffen sich auf dieser Internetplattform wieder.

Das Netzwerk Pflanzensammlungen wurde von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (kurz: DGG) eingeführt, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Webseite ist damit die Internetpräsenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Pflanzensammlungen (BAPS), welche sich als beratendes Gremium für den Aufbau eines Netzwerkes für deutsche Pflanzensammlungen versteht und sich vor allem auch für die Dokumentation sowie Erhalt solcher privater oder öffentlichen Pflanzensammlungen einsetzt, um auf diese Weise die botanische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Die Idee ist nicht neu. Europaweit, vor allem aber in England, gibt es schon seit langem die "National Collections", mit gleichem Ziel, nämlich die genetischen Ressourcen kultivierter Pflanzen (Zierpflanzen) zu bewahren.
Auf der britischen Insel heißt die Organisation "National Council for the Conservation of Plants and Gardens" (NCCPG). Hier sind die Pflanzensammlungen gesellschaftlich extrem hoch angesehen. Sammler, wie auch die Pflanzen selber, haben einen hohen Stellenwert. An dieses Vorbild möchte die BAPS gerne anknüpfen.

Auch hier ist es Ziel Zuchtsorten und/oder Zuchtmaterial jedweder Art, und damit eben die genetischen Ressourcen, dauerhaft zu erhalten. Denn gerade gegenwärtig werden doch jedes Jahr neue Sorten auf den Markt förmlich geworfen. Dabei sind die bereits existierenden Sorten nicht immer schlecht, oftmals sogar ähnlich im Erscheinungsbild. Häufig werden die neuen Sorten um des reinen Profit machens produziert. In einigen Fällen bringen sie möglicherweise Verbesserungen auf den Markt. Neue Apfelsorten sind womöglich weniger anfällig für Pilzkrankheiten, andere Pflanzen sind frostresistenter weil mit einer frostharten Art gekreuzt usw. hierfür gibt es viele Beispiele. Wichtig ist in jedem Fall genetisches Material zu sichern.

Seit der Gründung der BAPS in Berlin im März 2010 haben sich über 15 Liebhaber-Gesellschaften, Institutionen und private Pflanzensammler angeschlossen. Mittels der Internetseite NetzwerkPflanzensammlungen.de ist es nun auch unorganisierten Privatpersonen möglich, ihre Sammlungen untereinander zu veröffentlichen und zu dokumentieren. Es ist ein Weg zur langfristigen Erhaltung der botanischen Vielfalt.




Dienstag, 15. Januar 2013

Roy Lancasters Erinnerungen

Für unser subtropisches Projekt hatten wir Roy Lancaster, Patron des Sir Harold Hillier Gartens, gebeten uns zu beratend zur Seite zu stehen. Denn Roy arbeitete um die 60er und 70er Jahre mit Sir Harold im Arboretum und weiß daher mehr als jeder andere über die Entstehung und Geschichte des Tender Garden, welcher heute ein Parkplatz bei Jermyns House ist.

Wie sich herausstellte, war es zudem auch sehr von Vorteil ihn bezüglich des Stipendiumantrages im Boot zu haben, teilte uns Roy mit. Sein Name würde uns eine wesentlich bessere Chance geben das Stipendium der Royal Horticultural Society auch zu bekommen. Wie er uns mitteilte, ist dies Standard der RHS, was er zugleich bedauert, weil auf diese Weise Anträge mit weniger bekannten Persönlichkeiten aber hohem Potential kaum eine Chance haben.

Nun nach Weihnachten war Roy Lancaster unerwartet begierig uns im Garten zu treffen und über das Projekt zu reden. Bisher hatten wir nur über Email während der Weihnachtszeit kommuniziert, weswegen Roy wie jedermann sehr beschäftigt war. Jetzt zeigte er ein ausgesprochenes Interesse an unserem Projekt und wollte uns eifrig unterstützen.

So erzählte er uns jede Menge über die Zeiten, als Sir Harold Jermyns House ersteigerte und die ersten Gartenbereiche mit seinen botanischen Souvenirs und Schätzen bepflanzte. Der große Mammutbaum neben dem Haus war mit eine der ersten Pflanzungen und von extremem Wert, da zugleich auch mit einer der ersten Mammutbäume überhaupt in Britannien.

Jermyns House, Sir Harold Hillier Arboretum and Gardens, ca. 1970


David hatte außerdem ein altes Foto ausgegraben, auf dem man Jermyns House, die jungen Koniferbeete und den Tender Garten aus der Vogelperspektive in den 70gern sehen konnte. Mit Hilfe von Roys Erinnerungen war es uns möglich viele Informationen zu sammeln, z.B. welche Pflanzen damals im Tender Garden gepflanzt waren, woher das Pflanzenmaterial stammte und wo damals im Garten Mikroklimate vorhanden waren, um grenzwertig frostharte Pflanzen anzupflanzen.

Es zeigte sich schon jetzt im Gespräch eine scheinbar drastische Veränderung bezüglich der botanischen Möglichkeiten in Verbindung mit den damaligen Temperaturen. So waren Pflanzen wie Eucalyptus sp., Olearia sp., Choysia sp., Viburnum tinus und Photinia nussia damals absolute Exoten, während heute diese Pflanzen eher Standard in England sind und andere wie Musa basjoo, Trachycarpus fortunei, Yucca sp. und empfindliche Salvia sp.zu den frostempfindlichen Exoten zählen. Damals wäre es undenkbar gewesen Yucca sp., Musa basjoo oder Salvia sp. über den Winter draußen im Garten zu belassen, sagte Roy.

Wie der Zufall es wollte, schlenderte ein Gartenbesucher vorbei, der sich als Stan Dodring entpuppte. Stan arbeitete lange Jahre als Botaniker für Hilliers, teils in der Baumschule, aber auch teils im Arboretum. Er und Roy sind damit ehemalige Arbeitskollegen und bis heute enge Freunde. Roy involvierte Stan auch direkt in unser Projekt und bat ihn seine Erinnerungen beizusteuern.

Ich notierte alles fleißig und war fasziniert von den alten Geschichten. Zu gern hätte ich den Garten und die Pflanzen damals im Anfangsstadium gesehen und auch gerne Sir Harold persönlich kennen gelernt. Dieses Projekt verspricht auf jeden Fall spannend zu werden, auch wenn wir wohl letztlich eine mögliche Renovierung des Tender Gardens nicht durchführen können, so werden wir dennoch potentielle Mikroklimate innerhalb des Arboretums untersuchen und eventuell exotisch bepflanzen. Vor allem aber werden wir auch ein wenig die Geschichte des Arboretum aufrollen, da es hier wohl einige Defizite und "Erinnerungslücken" im Archiv gibt und jemand wie Roy Lancaster natürlich nicht ewig leben wird und daher die schriftliche Festhaltung seiner Erinnerungen von hoher Wichtigkeit ist.


Mittwoch, 9. Januar 2013

Bewertung: "Gartenpraxis" Ulmers Pflanzenmagazin

Der Verlag Eugen Ulmer bringt monatlich ein deutsches Pflanzenmagazin heraus. "Gartenpraxis" kostet € 9,30 im Handel erhältlich. Einzelheftverkäufe zumeist nur an Bahnhöfen, daher ist ein Abonnement empfehlenswert, vor allem dann auch billiger. Auf der Gartenpraxis-Webseite kann man zwischen verschiedenen Abo-Möglichkeiten wählen. So kann man das Abo für 3, 6 oder 12 Monate bestellen, Studenten bekommen 40% Rabatt.  Ein normales Jahresabonnement kostet € 102, für Zustellungen ins Ausland zahlt man € 113,80.

Die "Gartenpraxis" präsentiert sich mir als das wohl hochqualitativste Pflanzenmagazin aus Deutschland. Die Artikel sind sehr profund, gehen ins Detail und sind dennoch nicht zu wissenschaftlich, so dass mögliche Leser außerhalb der anvisierten Ränge nicht abgeschreckt werden. Die Zeitschrift ist hauptsächlich für Fachkräfte im Gartenbau geschrieben.
»Gartenpraxis - Ulmers Pflanzenmagazin ist die führende Zeitschrift für Experten und alle, die auf hohem Niveau pflanzenkundliches Wissen und kompetente Anregungen zur Gartengestaltung erwarten.«
So beschreibt Ulmer Verlag sein Pflanzenmagazin "Gartenpraxis" auf gartenpraxis.de.
»Gartenpraxis ist die Zeitschrift für anspruchsvolle Garten- und Landschaftsarchitekten, Gartenbauingenieure, Landschaftsgärtner, Gärtnermeister und Gartenbesitzer, die ihr Umfeld aktiv und individuell gestalten und Wert auf stilvolles Ambiente im Garten legen.«

"Gartenpraxis", Oktober 2012 "Gartenpraxis", September 2012 "Gartenpraxis", August 2012

Inhaltlich zeigt sich Ulmers Pflanzenmagazin aufgeräumt. Alles ist einheitlich formatiert, es gibt keine "fetzigen" Überschriften oder "ins Auge springende" Annoncen, die sich zwischen den Text, an den Seitenrand schieben. Damit ist es ein strukturiertes Heft mit seriöser Aufmachung.

Es gibt diverse Artikel, die betimmte Gattungen, Arten oder Sorten ausführlich beschreiben. Oftmals auch mit Kulturanleitung, teils geschmückt mit persönlichen Erfahrungen der Autoren, welche nicht selten Betriebsinhaber, Professoren oder Spezialisten sind.

Andere Artikel befassen sich mit Krankheiten und Schädlingen und zeigen die neuesten Erkenntnisse zur Bekämpfung und Behandlung. Forschungsergebnisse der Universitäten und Sortensichtungen halten den Leser auf dem Laufenden hinsichtlich neuer Einführungen auf den Markt bzw. zeigen Möglichkeiten für die Zukunft auf. Auch Eindrücke aus anderen Gärten, deutsche wie ausländische, sowie Pflanzenausstellungen und dergleichen werden ordentlich vorgestellt.

Ulmer versucht die Bandbreite der Artikel breit gefächert zu halten, damit für jede Branche etwas dabei ist. So finden sich in jeder Ausgabe Beiträge über Gehölze, Nutzgarten, Gärten im Ausland, Studienreisen, Hauspflanzen, Gestaltung und Design.

Ausschnitt aus "Mehlbeeren und ihre Hybriden" von Fritz Kummert, Gartenpraxis


Untermalt werden die Beiträge von großen Photografien, welche unbearbeitet botanische Aspekte illustrieren. Zumeist gehen die Artikel über mehrere Doppelseiten. Manche Artikel sind sogar so lang und detailliert, dass sie dann aufgeteilt über zwei bis drei Heftausgaben verteilt werden.

Ulmer versäumt als Buchverlag natürlich nicht neu erschienene Bücher zum Thema Gartenbau zu bewerben. Ansonsten findet man keinerlei Werbung auf oder zwischen den Seiten. Einzig die letzte Doppelseite beinhaltet gartenbauliche Termine und bietet Werbefläche für regionale Gartenbaubetriebe. Eine kleine Sektion ist für Stellenangebote.

Wie oben bereits im Zitat statuiert, ist die Zeitschrift "Gartenpraxis" an professionelle Gärtner und Pflanzenliebhaber gerichtet. Das spiegelt sich auch in der Art der Schreibweise und dem Inhalt der Beiträge wider. Qualitativ liegt es zwischen den englischen Ausgaben von "The Garden" und "The Plantsman" würde ich sagen. Wo "The Garden" mehrheitlich für den Amateur geschrieben ist, ist "The Plantsman" eher für Spezialisten und Botaniker. "Gartenpraxis" spricht den Fachmann in den Baumschulen und Gärtnereien an.

Als deutsche Herausgabe muss man hier kein spezielles Augenmerk auf die Frosthärte der beschriebenen Pflanzen legen, wo man als in Deutschland wohnender Leser immer die Angaben der RHS kritisch betrachten muss, da sich nun einmal das britische Klima vom Deutschen recht unterscheidet. Nichtsdestotrotz können viele "britische" Gartenpflanzen auch in Deutschland kultiviert werden.

Ich halte "Gartenpraxis" für eine äußerst wertvolle Lektüre, gerade im deutschen Raum, aber auch für deutschsprachige Gärtner und Experten im Ausland. Alle Beiträge sind sehr informativ und lehrreich und lassen sich sehr gut lesen. Ist das Ende des Heftes erreicht, hat man Lust auf mehr und wartet gespannt auf die nächste Ausgabe. 
So vergebe ich fünf Sterne.






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