Mittwoch, 9. Januar 2013

Bewertung: "Gartenpraxis" Ulmers Pflanzenmagazin

Der Verlag Eugen Ulmer bringt monatlich ein deutsches Pflanzenmagazin heraus. "Gartenpraxis" kostet € 9,30 im Handel erhältlich. Einzelheftverkäufe zumeist nur an Bahnhöfen, daher ist ein Abonnement empfehlenswert, vor allem dann auch billiger. Auf der Gartenpraxis-Webseite kann man zwischen verschiedenen Abo-Möglichkeiten wählen. So kann man das Abo für 3, 6 oder 12 Monate bestellen, Studenten bekommen 40% Rabatt.  Ein normales Jahresabonnement kostet € 102, für Zustellungen ins Ausland zahlt man € 113,80.

Die "Gartenpraxis" präsentiert sich mir als das wohl hochqualitativste Pflanzenmagazin aus Deutschland. Die Artikel sind sehr profund, gehen ins Detail und sind dennoch nicht zu wissenschaftlich, so dass mögliche Leser außerhalb der anvisierten Ränge nicht abgeschreckt werden. Die Zeitschrift ist hauptsächlich für Fachkräfte im Gartenbau geschrieben.
»Gartenpraxis - Ulmers Pflanzenmagazin ist die führende Zeitschrift für Experten und alle, die auf hohem Niveau pflanzenkundliches Wissen und kompetente Anregungen zur Gartengestaltung erwarten.«
So beschreibt Ulmer Verlag sein Pflanzenmagazin "Gartenpraxis" auf gartenpraxis.de.
»Gartenpraxis ist die Zeitschrift für anspruchsvolle Garten- und Landschaftsarchitekten, Gartenbauingenieure, Landschaftsgärtner, Gärtnermeister und Gartenbesitzer, die ihr Umfeld aktiv und individuell gestalten und Wert auf stilvolles Ambiente im Garten legen.«

"Gartenpraxis", Oktober 2012 "Gartenpraxis", September 2012 "Gartenpraxis", August 2012

Inhaltlich zeigt sich Ulmers Pflanzenmagazin aufgeräumt. Alles ist einheitlich formatiert, es gibt keine "fetzigen" Überschriften oder "ins Auge springende" Annoncen, die sich zwischen den Text, an den Seitenrand schieben. Damit ist es ein strukturiertes Heft mit seriöser Aufmachung.

Es gibt diverse Artikel, die betimmte Gattungen, Arten oder Sorten ausführlich beschreiben. Oftmals auch mit Kulturanleitung, teils geschmückt mit persönlichen Erfahrungen der Autoren, welche nicht selten Betriebsinhaber, Professoren oder Spezialisten sind.

Andere Artikel befassen sich mit Krankheiten und Schädlingen und zeigen die neuesten Erkenntnisse zur Bekämpfung und Behandlung. Forschungsergebnisse der Universitäten und Sortensichtungen halten den Leser auf dem Laufenden hinsichtlich neuer Einführungen auf den Markt bzw. zeigen Möglichkeiten für die Zukunft auf. Auch Eindrücke aus anderen Gärten, deutsche wie ausländische, sowie Pflanzenausstellungen und dergleichen werden ordentlich vorgestellt.

Ulmer versucht die Bandbreite der Artikel breit gefächert zu halten, damit für jede Branche etwas dabei ist. So finden sich in jeder Ausgabe Beiträge über Gehölze, Nutzgarten, Gärten im Ausland, Studienreisen, Hauspflanzen, Gestaltung und Design.

Ausschnitt aus "Mehlbeeren und ihre Hybriden" von Fritz Kummert, Gartenpraxis


Untermalt werden die Beiträge von großen Photografien, welche unbearbeitet botanische Aspekte illustrieren. Zumeist gehen die Artikel über mehrere Doppelseiten. Manche Artikel sind sogar so lang und detailliert, dass sie dann aufgeteilt über zwei bis drei Heftausgaben verteilt werden.

Ulmer versäumt als Buchverlag natürlich nicht neu erschienene Bücher zum Thema Gartenbau zu bewerben. Ansonsten findet man keinerlei Werbung auf oder zwischen den Seiten. Einzig die letzte Doppelseite beinhaltet gartenbauliche Termine und bietet Werbefläche für regionale Gartenbaubetriebe. Eine kleine Sektion ist für Stellenangebote.

Wie oben bereits im Zitat statuiert, ist die Zeitschrift "Gartenpraxis" an professionelle Gärtner und Pflanzenliebhaber gerichtet. Das spiegelt sich auch in der Art der Schreibweise und dem Inhalt der Beiträge wider. Qualitativ liegt es zwischen den englischen Ausgaben von "The Garden" und "The Plantsman" würde ich sagen. Wo "The Garden" mehrheitlich für den Amateur geschrieben ist, ist "The Plantsman" eher für Spezialisten und Botaniker. "Gartenpraxis" spricht den Fachmann in den Baumschulen und Gärtnereien an.

Als deutsche Herausgabe muss man hier kein spezielles Augenmerk auf die Frosthärte der beschriebenen Pflanzen legen, wo man als in Deutschland wohnender Leser immer die Angaben der RHS kritisch betrachten muss, da sich nun einmal das britische Klima vom Deutschen recht unterscheidet. Nichtsdestotrotz können viele "britische" Gartenpflanzen auch in Deutschland kultiviert werden.

Ich halte "Gartenpraxis" für eine äußerst wertvolle Lektüre, gerade im deutschen Raum, aber auch für deutschsprachige Gärtner und Experten im Ausland. Alle Beiträge sind sehr informativ und lehrreich und lassen sich sehr gut lesen. Ist das Ende des Heftes erreicht, hat man Lust auf mehr und wartet gespannt auf die nächste Ausgabe. 
So vergebe ich fünf Sterne.






1 Kommentar:

  1. vielen Dank für die Vorstellung dieser Zeitschrift. Gut wenn man im dichten Wald einen Wegweiser hat.

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