Montag, 21. Januar 2013

Nach dem Schneewunder...

... nun das Chaos.

Schnee ist besonders in Südengland ungewöhnlich, erst recht in der Menge wie wir es hier seit einer Woche liegen haben. Langsam taut der Schnee mittlerweile, die Bäume und Sträucher sind fast frei. Im Garten auf den Rasenflächen und Beeten allerdings hält er sich recht hartnäckig.

Geregnet hatte es zuvor schon sehr viel. Nun bei ungewöhnlich frostigen Temperaturen wechselte der Niederschlag zu Schnee. Schnee allerdings ist schwer, und noch schwerer wenn angetaut und überfroren. Unsere Bäume und Sträucher im Sir Harold Hillier Arboretum kommen oft aus wärmeren Gebieten wie Mexiko, Neuseeland usw. wo Schnee noch seltener vorkommt als in Großbritannien. Andere wiederum aus Nordamerika oder China sind Schnee womöglich eher gewöhnt.

Der Schnee hat eine ganze Menge Schaden angerichtet. So schön und verzaubert das sanfte Weiß auch anfangs aussah, je länger der Schnee auf den Pflanzen liegt, desto mehr zerbricht unter der Last. Am Freitag kam der Schnee und jetzt am Montag mussten wir verheerende Schäden und Verluste verzeichnen. Besonders hat es Pflanzen mit sprödem Holz erwischt. Camellia, Nothofagus, Pinus und Bambus sind besonders betroffen, obwohl der Bambus flexibel genug ist, sich nach einigen Tagen ohne Schnee wieder aufzurichten.

am Freitag: Pinus sylvestris 'Watereri' am Montag: Pinus sylvestris 'Watereri'


Die Bilder zeigen den "Vorher-Nachher" Unterschied. Gerade Kiefern mit ihren ausladenden Kronen und offenem Astwerk leiden besonders unter dem Schnee. Das weiche aber spröde Holz hilft ebenfalls nicht, um den Baum stabil zu halten. So sind sehr viele Kiefern beschädigt, manche derart, dass wir sie nun fällen müssen. Einige sind auch direkt am Boden weggeknickt, wie die Bilder unten zeigen.

am Freitag: Pinus sp.
am Montag: Pinus sp.

Somit entstehen nun große Lücken und Löcher im Garten. Einerseits sehr schade, waren doch stattliche und wertvolle Exemplare darunter. Auf der anderen Seite wird dadurch Platz für Neues gemacht. Auch sind dunkle Ecken nun reicher belichtet. Man könnte es vielleicht sogar natürliche Selektierung nennen.

Nothofagus dombeyi
Camellia sp.


Cupressus sp.

Pinus sylvestris

Das volle Ausmaß des Schadens wird aber wohl erst deutlich, wenn der Schnee vollends geschmolzen ist. Dann heißt es fleißig aufräumen, sägen und schreddern, während man sich Gedanken für möglichen Ersatz machen wird.

Kommentare:

  1. Wow! Danke für's zeigen des vorher-nachher Eindrucks. Sowas habe ich noch nie bewußt gesehen... fällt Ihr dann die Bäume oder bleibt das im Frühling, wenn der Schnee weg ist, dann so?

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    1. Unsere Baumpfleger sind seit Montag non-stop am Sägen, um betroffene Gartenbereiche wieder sicher und begehbar zu machen. Manche Äste liegen auf dem Boden und können zur Seite gezogen werden, andere Exemplare müssen direkt gefällt werden, weil zu gefährlich für die Besucher (und Gärtner). Es gibt allerdings so viel zu tun, dass wir wohl noch mehrere Tage daran zu tun haben. Der Schnee ist jetzt so gut wie weg geschmolzen, von daher sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Ich werde später noch Fotos zeigen, wenn die großen Lücken nach dem Aufräumen im Garten zu sehen sind.

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