Mittwoch, 16. Januar 2013

Netzwerk Pflanzensammlungen

Durch Zufall ist mir eine neue Webseite über den Weg gelaufen. "netzwerkpflanzensammlungen.de" dient als Verbindungsplattform deutscher Pflanzensammler, ob als Privatperson, als Verein oder als Liebhabergesellschaft gruppiert, ist dabei egal. Zweck ist die bisher wenig existierenden Pflanzensammlungen in Deutschland professionell zu organisieren. Dazu gehört auch die Förderungen zur Erstellung neuer botanischen Sammlungen.

Im Grunde kann jeder in Deutschland Pflanzensammler werden und sich dem Netzwerk anschließen. Man muss keine gärtnerische Fachkraft oder Botaniker sein. Allerdings sollte man sich idealerweise durchaus ein wenig mit den Pflanzen innerhalb der eigenen Sammlung auskennen, denn es geht auch viel um Erfahrungsaustausch in Sachen Vermehrungsmethoden oder Kultivierungsanleitungen.

Gesammelt werden können alle Gattungen, Arten und Sorten von (Zier-) Pflanzen, die angebaut, gepflegt und vermehrt werden. So kann eine Sammlung beispielsweise aus verschiedenen Sorten des Schneeglöckchens bestehen. Eine andere Sammlung besteht aus verschiedenen Sorten der Amaryllis auf der heimischen Fensterbank. Oder aber Arten der Zwergmispel. Vielleicht hat auch jemand ein Feld frei und hat dort über Jahre verschiedene asiatische Gehölze gesammelt. Solche und ähnliche, große wie kleine, Sammlungen treffen sich auf dieser Internetplattform wieder.

Das Netzwerk Pflanzensammlungen wurde von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (kurz: DGG) eingeführt, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Webseite ist damit die Internetpräsenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Pflanzensammlungen (BAPS), welche sich als beratendes Gremium für den Aufbau eines Netzwerkes für deutsche Pflanzensammlungen versteht und sich vor allem auch für die Dokumentation sowie Erhalt solcher privater oder öffentlichen Pflanzensammlungen einsetzt, um auf diese Weise die botanische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Die Idee ist nicht neu. Europaweit, vor allem aber in England, gibt es schon seit langem die "National Collections", mit gleichem Ziel, nämlich die genetischen Ressourcen kultivierter Pflanzen (Zierpflanzen) zu bewahren.
Auf der britischen Insel heißt die Organisation "National Council for the Conservation of Plants and Gardens" (NCCPG). Hier sind die Pflanzensammlungen gesellschaftlich extrem hoch angesehen. Sammler, wie auch die Pflanzen selber, haben einen hohen Stellenwert. An dieses Vorbild möchte die BAPS gerne anknüpfen.

Auch hier ist es Ziel Zuchtsorten und/oder Zuchtmaterial jedweder Art, und damit eben die genetischen Ressourcen, dauerhaft zu erhalten. Denn gerade gegenwärtig werden doch jedes Jahr neue Sorten auf den Markt förmlich geworfen. Dabei sind die bereits existierenden Sorten nicht immer schlecht, oftmals sogar ähnlich im Erscheinungsbild. Häufig werden die neuen Sorten um des reinen Profit machens produziert. In einigen Fällen bringen sie möglicherweise Verbesserungen auf den Markt. Neue Apfelsorten sind womöglich weniger anfällig für Pilzkrankheiten, andere Pflanzen sind frostresistenter weil mit einer frostharten Art gekreuzt usw. hierfür gibt es viele Beispiele. Wichtig ist in jedem Fall genetisches Material zu sichern.

Seit der Gründung der BAPS in Berlin im März 2010 haben sich über 15 Liebhaber-Gesellschaften, Institutionen und private Pflanzensammler angeschlossen. Mittels der Internetseite NetzwerkPflanzensammlungen.de ist es nun auch unorganisierten Privatpersonen möglich, ihre Sammlungen untereinander zu veröffentlichen und zu dokumentieren. Es ist ein Weg zur langfristigen Erhaltung der botanischen Vielfalt.




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