Mittwoch, 6. Februar 2013

New Forest Living Article

Ich wurde gefragt einen Artikel über mich und meine Bonsai für Minerva Publications zu schreiben. Der Artikel wird auf einer Doppelseite in der Märzausgabe erscheinen. Viel Spaß beim Lesen !
»» Das erste Mal, als ich einen ausgewachsenen Bonsai vor mir sah, war 2005 als ich in Osnabrück begann Gartenbau zu studieren. Zuvor schon hatte ich ein paar Jahre mit Sämlingen experimentiert, aber noch kein richtiges Wissen über die eigentliche Bonsaikultur aufgebaut. Über Jahre schon gefiel mir die Idee einen Miniaturbaum heranzuziehen. So begann ich mit ein paar Sämlingen herum zu spielen. Erst während des Studiums hatte ich Gelegenheit mich richtig in dieses Hobby zu vertiefen.

Mein allererster Bonsai, und gegenwärtig ältester Bonsai, ist ein Ginkgo biloba, der dieses Frühjahr 11 Jahre alt wird. Mittlerweile bin ich dem Zauber der Bonsai und dem Sammeln kleiner Bäume völlig erlegen, so dass sich meine Sammlung momentan auf rund 120 Exemplare beläuft. Besonders seit ich im Sir Harold Hillier Arboretum als Area Manager arbeite, hat sich meine Sammlung gewaltig vergrößert. Viele davon sind Sämlinge, die noch lange keine Bonsai sind und noch zahlreiche Jahre des Formens brauchen. Andere sind schon durchaus als Bonsai erkennbar, brauchen aber dennoch Jahrzehnte, um ihre wahre Pracht zu zeigen.

Bonsai-Ausstellung auf der Hampton Court Palace Flower Show 2011
Bonsai ist eine Kunst, welchen ihren Ursprung aus China vor über 2000 Jahren hat. Nicht lange danach und diese Kunstform kam nach Japan, wo sie sich frei entfaltete, so wie wir sie heute kennen; während parallel die chinesischen Künstler auf ihre Weise diese Kunst weiter entwickelten, allerdings weniger berühmt damit wurden. Die Kunst der Miniaturbäume kam erst viele Jahre später nach Europa, als 1853 Robert Fortune nach China reiste. Seine Aufgabe war es Pflanzen zu sammeln und beobachtete dabei chinesische Bonsaikünstler.
Seitdem 20 Jh. erst wurden Bonsai mit dem Zweck sie zu verkaufen effektiv kultiviert, vermehrt und produziert.

Bonsai muss als Kunstform verstanden werden. Es ist nicht einfach nur ein Baum, der in einen viel zu kleinen Topf gezwängt wird und dadurch zum Miniaturwuchs gezwungen wird. Um einen Bonsai heranzuziehen, gehört profundes gartenbauliches Wissen und botanisches Verständnis. Die Kunst erschafft Miniaturlandschaften und erweckt genauso Gefühle und Stimmungen wie die Gemälde oder Musik klassischer Künstler. Es geht um das Heranziehen des Bonsai, nicht darum sich einen "fertigen" Baum in den Garten zu stellen. Daher braucht man für dieses Hobby viel Zeit und Geduld. Ein Bonsai wird viele Jahre bis zu seiner endgültigen Form brauchen, und selbst dann hört er nicht auf zu wachsen. Bei richtiger Pflege wird der Bonsai den Besitzer überleben, weswegen Bonsai in der Vergangenheit innerhalb der Familie weitergegeben wurden.

Crataegus monogyna
Ein Bonsai lebt und ändert sich stetig wie jede andere Pflanze, genauso wie sich ein Garten mit jeder Jahreszeit, vor allem aber auch mit jedem Sonnenkreis, verändert. Stetige Beobachtung des Baumes führt zum Verständnis der Bedürfnisse und der Gestaltung. In der Kunst der Bonsai gibt es kein Richtig oder Falsch bei der Gestaltung, sondern Künstler die ihre Kunstobjekte unterschiedlich betrachten und interpretieren. Natürlich geben Bücher Kulturanleitungen und auch Inspiration in Sachen Design, genauso wie der Besuch einer Bonsaiausstellung viele Ideen hervorbringt. Die Umsetzung bleibt letztlich dem Künstler selbst überlassen und kann nach Belieben jederzeit abgeändert werden.

 Das Sir Harold Hillier Arboretum gibt mir in diesem Jahr die Möglichkeit drei Lehrgänge für die Öffentlichkeit abzuhalten. Am 24. März 2013 werde ich mit einer Einführung in dieses faszinierende Hobby beginnen. Ein Starterset kann dort erworben werden, welches einen kleinen Baum, eine Anzuchtschale und die benötigte Erde beinhaltet. Gefolgt wird der März-Lehrgang von zwei weiteren Seminaren im Juni und im September, in denen ich mein Wissen und meine Erfahrung über Gestaltung und Pflege gerne teilen werde. Teilnehmen kann jeder, der ein Interesse an Bonsai hat, sei es selber schon mit Pflanzenmaterial experimentiert oder einfach nur von Bonsai gehört hat. Ich freue mich! ««

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