Freitag, 29. März 2013

Tonnenweise Mulch

In den vergangenen vier Wochen hat das ganze Gärtnerteam des Sir Harold Hillier Arboretum damit zugebracht, dienstags und donnerstags Mulch zu schaufeln und auf den weitläufigen neuangelegten Centenary Border-Beeten zu verteilen.

Als Mulch haben wir Pro-Grow von der Kommune Hampshire County Council bekommen. Da wir teil dessen sind, war dies eine kostenfreie Variante. Aber auch wenn es mit Kosten verbunden gewesen wäre, Pro-Grow ist ein fantastischer Mulch. Aus Grünabfällen der umliegenden Haushalte gesammelt, professionell kompostiert und zur Hygiene stark erhitzt, ist Pro-Grow ein sehr reichhaltiger, fein zermahlener, dunkler Mulch, welcher die Beete konditioniert und gleichzeitig wunderbar sauber und uniform aussehen lässt.

Beete mit kommunalem Pro-Grow Mulch

Geschätzte 400 Tonnen Mulch wurden auf den Beeten verteilt, nicht mehr als 5cm dick aufgetragen. So gab es unendlich viele Schubkarren zu schieben und stundenlanges harken war vorprogrammiert. Für die nächsten zehn Jahre habe ich genug Mulch in meinem Leben gesehen. Schwierig war es die vielen frischen Pflanzentriebe nicht zu beschädigen oder unter dem Mulch zu begraben. So gesehen war diese Mulchaktion zeitlich zu spät durchgeführt, konnte allerdings aufgrund von Lieferschwierigkeiten dank des schlechten Wetters leider nicht besser organisiert werden.

Zuvor waren alle Rittersporne (Delphinium sp.) mit Drahtröhren eingezäunt worden. Diese werden die Triebe stützen und später die schweren Blütenstängel aufrecht halten. Den Draht wird man im Sommer dann kaum noch sehen, wenn die Pflanzen das meiste mit ihren Blättern verdecken. Auch umrandeten wir die Rosen mit Haselzweigen, um sie vor Rehfraß zu schützen. Leider gibt es viele derbe Schäden durch Rehe (und Kaninchen). Ein Experiment, welches hoffentlich erfolgreich ausgeht. Zuvor schon, gab es Rosen hier in der Vergangenheit, damals von Sir Harold gepflanzt, die aber schnell durch kontinuierlichen Fraßschaden aufgaben und somit von Centenary Border verschwanden.

Damit ist die Renovierung von Centenary Border zu 98% abgeschlossen. Einzig ein Pavillon fehlt noch, der östlich vom Mittelkreis (auf dem Bild links vom großen Baum) in den nächsten Wochen aufgebaut werden soll.

Anfang Juli diesen Jahres wird Centenary Border offiziell zelebriert.

Donnerstag, 28. März 2013

Frühlingsblüher - Osterausstellung im Sir Harold Hillier Garten

Heute haben wir in Jermyns House Oakroom eine Frühlingsausstellung für das Osterwochenende aufgebaut. Trotz des eher winterlichen (kalten) Frühlings, sind einige wenige Sträucher und Co. vereinzelt am blühen. So war es dieses Jahr fast schon eine Herausforderung gute Triebe mit umwerfenden Frühlingsblüten für die diesjährige Osterausstellung aufzutreiben.

Normalerweise wären die Kamelien und Magnolien um diese Zeit voll beladen mit wunderschönen Blüten. Keine einzige Magnolie blüht und nur wenige Kamelien haben ihre Blüten sporadisch geöffnet. Stachyurus praecox und Berberis sp. hingegen blühen reichhaltig. Osterglocken ('February Gold' und 'Jet Fire') dürfen natürlich auch nicht fehlen. Allerdings hatten diese bald den Ausstellungstisch gelb dominiert. So waren wir strebsam andere Farben unterzumischen.


Einige Rhododendron sp. blühten bereits und langlebige Helleborus sp., die in der kalten Witterung besonders lange blühen. Auch Pieris japonica 'Blush', Sophora 'Sun King' gesellten sich unter. Weide, Salix sp. vervollständigt die Ausstellung mit ihren samtig behaarten Kätzchen.


Die Ausstellung ist über das Osterwochenende von Freitag 29. März 2013 10.oo Uhr bis Montag 1. April 2013 17.oo Uhr geöffnet und mit dem normalen Eintrittspreis frei zu besichtigen.



Dienstag, 26. März 2013

Die Netzblatt-Schwertlilie - Iris reticulata

Iris reticulata Blüte von oben
Diese besondere Iris hat intensiv dunkel lila bis blaue oder violette Blüten, die sehr auffällig hervorstechen. Iris reticulata bringt brilliante Farben ins Frühjahr. Sie wachsen kompakt in Büschel und sind somit ideal für den Container, Topf oder Balkonkasten. In der Regel wachsen sie mit den großen, langen Blüten etwa 10-15cm hoch, wobei die schmalen Laubblätter etwa doppelt so lang hervorstehen können.

Die Zwiebeln können auch direkt in den Boden gepflanzt werden, um dem Frühlingsbeet intensive Farbspritzer zu geben. Die Zwiebeln sollten für beste Ergebnisse etwa 10-12cm tief gepflanzt werden und sorgen dann in vielen Folgejahren für atemberaubende Blüten. Die Blütezeit kann je nach Witterung viele Wochen andauern; meistens im Winter beginnend bis in den Frühling hinein, wobei März wohl die Hauptblütezeit ist.

Die Netzblatt-Schwertlilie (auch Zwerg-Iris) ist recht tolerant in der Standortwahl. Sie gedeiht allerdings am besten in voller Sonne in neutralem bis leicht alkalischem Lehm oder sandigem Boden, solange es durchlässig ohne Staunässe ist.


Ursprünglich stammt Iris reticulata aus dem Kaukasus, der Türkei, dem Irak und dem Iran und wächst in den heimatlichen Standorten auf steinigen Berghängen und Wiesen, zwischen 600 und 2700 Metern ü. NN.

Am leichtesten kann man diese Iris über Saat vermehren. Dies bringt dann die natürliche Variation in der Blütenfarbe hervor. Will man eine einheitliche Farbschattierung, kann man die Zwiebelgruppen nach einigen Jahren teilen. Dies geschieht am besten im frühen Herbst, damit sich die Zwiebeln nach dem Pflanzen wieder einwurzeln können und die Blüte im Frühjahr nicht beeinträchtigt wird.

Farbvariationen von Iris reticulata aufgrund von Genvermischungen in den Samen

Sonntag, 24. März 2013

Umtopfen unserer Hauspflanzen

Schon wieder ein Wochenende, das wettermäßig nun mal gar nicht in den Garten lockt. War es in der Woche noch einigermaßen warm mit um die 5°C gewesen, hat nun ein ordentlicher Nordost-Wind aufgebraust und eisige Luft mitgebracht. Bei sehr windigen 0°C erscheinen mir diverse geplante Projekte, wie das Umtopfen meiner Bonsai und weiteres Renovieren des Vorgartens nicht praktikabel.

Was nun? Irgendwie möchte ich dennoch die kostbare Zeit sinnvoll nutzen.
Kurzerhand habe ich also Substrat in einen Eimer geschaufelt und zum Aufwärmen ins Haus gebracht. Unser Esstisch wurde dann mit einer Plastikdecke bedeckt und schon war die Umtopf-Arena fertig.

Anstatt Bonsai, reihten sich unsere Hauspflanzen in die Warteschlange. Diese brauchten ebenso dringend neues Substrat und eine Wurzel-Maniküre. Viele hatten seit über zwei Jahren nicht mehr den Luxus frische Nährstoffe zu bekommen.

Zum Umtopfen benutzte ich normale Blumenerde aus dem Handel. Einige unserer Hauspflanzen sind in trockene Gegenden beheimatet, so dass diese eine bessere Drainage brauchten. Dazu mixte ich Perlite unter. Perlite ist weiß und sehr leicht, erscheint damit ein wenig wie Styropor, ist allerdings steiniger Natur. Tatsächlich ist Perlite vulkanisches Gestein, dass durch starke Hitzeeinwirkung aufgebläht wurde.


Die Eigenschaften von Perlite sind derart positiv, dass es in vielen Industrien kommerziell genutzt wird, nicht nur im Gartenbau. Für den Gartenbau allerdings ist vor allem die verbesserte Drainage wichtig. Im Gegensatz zu Sand, welcher zu gleichem Zweck in Substrate gemischt wird, muss Perlite nicht sterilisiert werden, denn es ist naturgemäß absolut keimfrei. Daher eignet sich Perlite wunderbar in der Pflanzenvermehrung, wo die Hygiene sehr bedeutend ist.

Beim Umtopfen hat man wunderbar Gelegenheit den Zustand seiner Pflanzen zu kontrollieren. Sind die Wurzeln in Ordnung? Gibt es Fäulnis? Sehen die Wurzeln stark und wüchsig aus? Oftmals finde ich beim Umtopfen auch Exemplare, die sich über die Zeit vermehrt haben. So wie hier unten auf dem Bild zu sehen, war unsere Zamioculcas zamiifolia reif für eine Teilung, denn die Knollen deformierten bereits den Topf. Am Ende blieb mir sogar nichts anderes übrig als den Topf zu zerschneiden, ansonsten hätte ich den Wurzelklumpen nicht aus dem Topf bekommen. Schließlich hatte ich viele kleine Z. zamiifolia.

Teilen von Zamioculcas zamiifolia
Grundsätzlich versuche ich durch Wurzelschnitt die Pflanzen in denselben Topf zu pflanzen. Ansonsten hat man nach wenigen Jahren riesige Töpfe, die kaum mehr Platz auf der Fensterbank finden. Ein Wurzelschnitt reduziert aber nicht nur die Größe des Wurzelballen, sondern stärkt außerdem das Wurzelwachstum. Die Pflanze reagiert durch vermehrtes Feinwurzelwachstum, welche Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können. Mit diesem Mehr an lebenswichtigen Stoffen, wächst die Pflanzen erheblich gesünder und kräftiger.

Bei dieser Umtopf-Aktion konnte ich gleichzeitig die Fenster und -bänke reinigen. Nun sehen meine neu getopften Hauspflanzen wieder frisch aus und können herrlich weiter gedeihen. Je nach Wüchsigkeit, werde ich sie in ein bis zwei Jahren erneut umtopfen müssen.

Freitag, 22. März 2013

Bonsai Workshop für Anfänger

"Grow your own Bonsai"

Geeignet für Jedermann mit Interesse für Bonsai.
Vielleicht schon einmal von Bonsai gehört und du möchtest mehr über dieses faszinierende Hobby erfahren? Oder schon eigene Erfahrungen gesammelt und du möchtest Tipps und Tricks? Dieser Workshop orientiert sich nach Laien, welche in die Kunst der Bonsai einsteigen möchten.

Alle Materialien werden gestellt, mit Bonsai zum Üben; ebenso kleine Erfrischungen.

Sonntag 24. März 2013 9.30 - 13.30 Uhr
Sonntag 2. Juni 2013 9.30 - 13.30 Uhr
Sonntag 15. September 2013 9.30 - 13.30 Uhr

Kursleiter: Janine Richter
Ort: Sir Harold Hillier Gardens & Arboretum



Crataegus monogyna

Donnerstag, 21. März 2013

Narcissus cyclamineus

Normalerweise bin ich zugegebenermaßen nicht der größte Fan von Osterglocken. Obwohl durchaus das satte Gelb mir sehr gefällt und die Osterglocken mir auch jedes Jahr den Frühling mit ein bisschen "Sonne" erhellen. Dennoch, ich würde keinen Platz im Garten für dieses Zwiebelgewächs machen, wenn ich wesentlich attraktivere Flora pflanzen kann.

Allerdings gibt es unter den Osterglocken eine wirklich charmante Art, die mein Herz im Sturm erobert hat. Narcissus cyclamineus ist eine niedliche Form, aus Spanien und Portugal beheimatet. Jede Zwiebel sprießt mit zwei grünen Blättern, während die Blüte nicht höher als 20cm hinausragt. Kräftig gelb gefärbt wie die meisten Osterglocken, gibt es hier allerdings eine Spezialität.  Der mittlere Teil der Blüte, die sogenannte Trompete oder Korona, ist schlank und leicht glockenförmig verengt. Die Blütenhülle (Perianth) ist nach hinten zurück gebogen und ähnelt dabei dem Alpenveilchen. So kam der Artname N. cyclamineus zustande.

Narcissus cyclamineus
Noch bevor die gewöhnliche Osterglocke, Narcissus pseudonarcissus, blüht, bezaubert N. cyclamineus bereits mit den attraktiven Blüten in intensivem Gelb. Sehr schön kombiniert mit blau blühendem Lungenkraut, Pulmonaria angustifolia, oder dem Blaustern, Scilla siberica. Auch mit lila Crocus sticht das Gelb fabelhaft heraus. Eine wunderschöne Alternative zur gewöhnlichen Osterglocke finde ich, besonders für kleine Gärten geeignet, oder im Topf auf dem Balkon.

Narcissus cyclamineus


Dienstag, 19. März 2013

Camellia Blütezeit 2013

Camellia 'Cornish Snow'

Wir nähern uns Ende März, doch von den sonst so reichhaltig blühenden Kamelien sieht man dieses Jahr im Sir Harold Hillier Arboretum noch nicht so viel. Einige blühen sporadisch, manche sind sogar schon verblüht, andere stehen noch in ihren Knospen, ausharrend auf wärmere Tage.

Aber so wirklich überzeugend ist die Kamelienblüte wie gesagt nicht. Da kann ich mich noch an vergangene Zeiten erinnern, als "Spring Walk" überladen mit pink, rosa und weißen Blüten war. Gegenwärtig ist die Absprache zwischen Camellia sp. nicht besonders gut; die Kamelien scheinen verwirrt, wann es denn nun Zeit wäre zu blühen.




Letztes Jahr war es da zwar einheitlich und reichhaltig, allerdings zeitlich sehr daneben. 2012 standen die meisten Kamelien im Januar (!) in voller Blüte. Gefolgt von einem sehr warmen und trockenen Frühling (im März 2012 waren es 20°C), der eine Wassersperre verursachte. Danach besagter verregneter, kalter und dunkler Sommer.

Der März 2013 dagegen ist eher wie er sein sollte (abgesehen von sibirischen Winden und deren eisigen Luftströmen) ist es tagsüber um die 7°C. Allerdings gibt es nach wie vor leichte Nachtfröste.

Camellia japonica 'Nobilissima'

So glich die Suche nach ein paar schönen Blüten eher einer Jagd, denn leider muss man schon genau wissen, welche Kamelie sich entschlossen hatte, ihre Knospen zu öffnen.

Glücklicherweise konnte ich einige erwischen. Frisch nach einem Regenschauer konnte ich die schönsten Blüten ohne Frostschaden mit meiner Kamera festhalten.

Camellia 'Maud Messel'

Camellia japonica 'Jupiter'

Mittwoch, 13. März 2013

How to grow - Camellia

Article for Minerva Publications

During March and April at Sir Harold Hillier Gardens a glorious display of Camellias heralds the arrival of spring, particularly in the pretty woodland areas of the garden close to Sir Harold Hillier’s former home, Jermyn’s House. They certainly deserve a place in any garden with their handsome evergreen foliage and variable shades of flower colour, often white, pink and red during late winter through to spring.

Camellia 'Adolphe Audusson'
In your own garden Camellias can easily be grown in any good, lime free soil ideally enriched with leaf mould. They appreciate a west facing aspect or sheltered corner against a wall, even better a woodland situation where high trees can give them protection from frost and early morning sun. Alternatively grow them in a sunny position but pay careful attention to watering and a good surface mulch will be essential to avoid bud dropping which may occur if the plant becomes too dry. Avoid windy situations or waterlogged conditions or grow them in tubs, the cool greenhouse or conservatory.

The best time for planting out is usually September and October or in March and April and young plants may need lightly staking until they are settled in. During spring, give a good well-rotted mulch about 5cm (2in.) deep of well-rotted farmyard manure, leaf mould or lime free compost. The more adventurous gardener might prefer to propagate their own plants from cuttings taken from half ripe shoots 7.5-10cm (3-4in) long during June to August. Place them in a propagating box which has bottom heat and use a proprietary well drained cuttings compost and keep lightly shaded until the cuttings have rooted.

My Tips:
Camellias associate well with other spring flowering shrubs too such as deciduous Stachyurus praecox 3m (10ft.) which has very attractive pendulous pale yellow flowers or try evergreen Pieris with their flush of pinkish red new growth and waxy lily of the valley like flowers. Three of my favourite Camellias would include satin-pink C. ‘Barbara Hillier’, white C.‘Cornish Snow’and blood red C. ‘Adolphe Audusson’ Why not add smaller scale Narcissus bulbs mixed with a tapestry of informal ferns, Pulmonarias and Hellebores as they would help complete the picture - suitable for any garden don’t you think?

Dienstag, 12. März 2013

Amerikanische Frosthärtezonen

Die Frosthärte der Pflanzen Teil 1:


Als frosthart bezeichnet man die Robustheit einer Pflanze kalte Temperaturen zu überstehen. Es ist der Widerstand gegen Frost, also die Toleranz und das Überleben von Temperaturbereichen unter 0°C. Pflanzen sind mehr oder weniger frosthart, je nach heimatlichem Standort, an den sich die Pflanze über Jahrtausende angepasst hat. Tropische Pflanzen haben überhaupt gar keine Frostresistenz, wohingegen Pflanzen aus alpinen Standorten hohe Frostresistenzen bilden.

Nicht zu verwechseln mit dem Begriff "winterhart", welcher nicht nur den Temperatureinfluss, sondern auch den Niederschlag, Wind etc. als Gesamtheit der winterlichen Witterung bezeichnet.

Das amerikanische System:

Zur Veinfachung der Auswahl potentieller Gartenpflanzen und -kulturen hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA (United States Department of Agriculture) geographische Lagen von Nordamerika in dreizehn Zonen klassifiziert. Zone 1 ist dabei die kälteste, Zone 13 die wärmste. Diese Zonen wurden aufgrund einer 30jährigen Statistik der durchschnittlichen Tiefsttemperaturen eingeteilt. Jede Zone unterscheidet sich um 10°F (= 5,5°C).

USDA Winterhärte-Zonen

Bis auf das amerikanische System gab es allerdings nichts Vergleichbares für den europäischen Raum, so dass diese Zonen für Europa übertragen werden mussten. Hierbei wurden die Zonen halbiert (a und b), um dem verhältnismäßig kleinräumigen, mitteleuropäischen Klima gerecht zu werden.

Dieses System wird in Europa allerdings weniger von Agrarwirten als von Gärtnern genutzt. Vor allem im Gartenbau erweisen sich Frosthärtezonen als hilfreich, wenn man Gärten mit fremdländischen Pflanzen bestücken möchte. Daher ist eine Angabe der Frosthärte von Pflanzen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes bedeutsam. (siehe auch: "Die Frosthärte der Pflanzen Teil 3 - Anwendung der Frosthärte-Angaben")

Da aber scheinbar keine offizielle Behörde wie z.B. die deutsche Landwirtschaftkammer oder das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eine Frosthärtezonenkarte für Deutschland bisher erstellt hat, kursieren im Internet einige "Amateur"-Versionen. Solche Karten haben recht grob markierte Zonen, die farblich ebenfalls nicht mit dem amerikanischen System übereinstimmen.

Europäische Frosthärtezonen (www.tropenland.de)

Die Royal Horticultural Society (RHS) geht sogar überhaupt gar nicht auf die amerikanische Zonenbezeichnung ein, sondern klassifiziert hier nur vier Zonen im RHS-eigenen System.
Es lässt vermuten, dass die obige Karte von tropenland.de mehr oder weniger eine Verflechtung der RHS-Karte und den amerikanischen Zonen ist.

Winterliche Durchschnittstemperaturen in Europa (Royal Horticultural Society)

Allerdings herrscht ein derber Irrtum. Denn ein großer Fehler dieses Systems ist, dass es sich nach durchschnittlichen Tiefsttemperaturen richtet. Das bedeutet, dass eine solche Temperatur zwar eine grobe Richtlinie bietet, aber dennoch kein sicheres Indiz für das Überleben einer weniger frostempfindlichen Pflanze in einer bestimmten Frosthärtezone ist.

Als Beispiel:
Ein Gehölz ist als frostempfindlich für Zone 9 eingetragen. Die Pflanze kann damit theoretisch nur Fröste bis -6,7°C aushalten, bevor es zu Schäden kommt. Eine Durchschnittstemperatur besteht aber aus Maximum- und Minimumwerten. So könnten also in Zone 9 trotzdem Fröste weit kälter als die angegebenen -6,7°C auftreten, was womöglich nicht nur zu Schäden an der Pflanze, sondern unter Umständen zum Totalausfall führt.

Dies ist der Grund weshalb die RHS 2012 endlich die Frosthärtezonen für Großbritannien und Europa komplett neu überdacht hat. (siehe "Die Frosthärte der Pflanzen Teil 2 - Das britische System")



Freitag, 8. März 2013

Der Frühling naht...Zeit Bonsai zu topfen

Februar und März sind wohl die Hauptmonate in England, um Bonsai zu topfen. Ich persönlich versuche es so spät wie möglich zu machen, ohne aber natürlich zu spät zu sein. Getopft werden sollte vor dem Laubaustrieb, das heißt, wenn die Knospen geschwollen sind. Fangen die Knospen an aufzugehen, wird es allerhöchste Zeit; man hat dann, je nach Witterung, noch ein bis zwei Wochen bis es zu spät zum Topfen ist.

Quercus monimotricha
Man sagt bei Ahörner z.B.: hängen die Blätter noch herab, kann noch getopft werden. Haben sie sich horizontal auf-/ausgerichtet, darf nicht mehr getopft werden. Ich persönlich finde aber, dass man es soweit nicht kommen lassen sollte. Ich topfe nicht mehr, sobald die Blätter zu sehen sind.

In Deutschland verschiebt sich dieses Fenster womöglich bis in den April, einfach weil es dort viel kälter sein kann. Logischerweise kann nicht getopft werden, wenn der Wurzelballen gefroren ist. Gleichermaßen sind die Wurzeln nach dem Topfen und dem einhergehenden Wurzelschnitt wesentlich frostempfindlicher als vor dem Topfen. Daher sollte man den Frost im Auge behalten. Idealerweise bringt man vor und nach dem Topfen seine Bonsai in einem frostfreien Folienhaus unter, aber natürlich besitzen nur wenige solchen Luxus.

Somit kann das Zeitfenster des "deutschen" Umtopfens recht klein werden. Dennoch, eine längere Zeitspanne (z.B. wegen mildem Winter mit spätem Frühling) kann trotzdem sehr kurz werden, weil man zu viele Bonsai hat, die alle zur gleichen Zeit umgetopft werden müssen. Dies kann man umgehen, indem man die Hälfte seiner Bonsai dieses Jahr umtopft, und die andere Hälfte im Folgejahr topft. So topft man jedes Jahr ein bisschen, dafür aber in jedem Frühling. Trotzdem kann das Umtopfen von Bonsai im Frühling zur Mammutaufgabe und Vollzeitjob werden.

Ich habe es da ein wenig leichter, habe ich "nur" 60 Pflanzen zu topfen und ist der britische Winter generell milder. Obwohl der Klimawechsel besonders in den letzten Jahren die Jahreszeiten sehr durcheinander wirft und damit das Wetter unberechenbar wird. Es erscheint mir fast schon wie ein Lotteriespiel: warmer Winter dieses Jahr? Oder doch eher "deutscher" Winter mit -15°C? Gleiches gilt für die Sommerprognosen. Dürre und Hitze? Oder kalt, nass und dunkel? So oder so, ich versuche auf alles so gut wie möglich vorbereitet zu sein.

Mittwoch, 6. März 2013

Feigen-Renovierung

Im Hillier Garten haben wir einen etwa 30jährigen Feigenbaum, Ficus carica, stehen. Positioniert zwischen Jermyns House und dem alten Bungalow, ist es ein geschützter Standort mit dennoch ausreichender Besonnung. So wuchs die Feige zu einem prächtigen Exemplar heran.

30jährige Ficus carica

Nach so vielen Jahren allerdings wurde das Astwerk immer unübersichtlicher; es war nur noch ein unordentliches Durcheinander von miteinander verwirrten Ästen und Trieben. Der ganze Baum begann sich vom Haus weg zu lehnen, wegen des zunehmenden Holzgewichtes im oberen Bereich der Krone. Gefruchtet hatte die Feige jedes Jahr reichhaltig, allein die britische Sonne reichte in vielen Jahren nicht zur Ausreife. Ausnahme war der Sommer 2010, wo 80% der Früchte reiften und sehr schmackhaft waren.

Es war Zeit für einen drastischen Verjüngungsschnitt.




In wenigen Jahren wäre es wegen des hohen Gewichtes und des Ungleichgewichts innerhalb der Krone zu großem Schaden, viel wahrscheinlicher aber zum Verlust des Baumes, gekommen. Durch den Rückschnitt wurde nun das Gewicht der Krone stark reduziert. Viele der Äste waren zu langen, hängenden Ruten ohne Verzweigung gewachsen, die sich umeinander in seltsamen Winkeln kringelten. Auch wurden ein paar große Äste komplett entfernt. Somit kann der Baum weitere Jahre schadlos gedeihen.

Feigen sind sehr starkwüchsig und vertragen drastischen Schnitt im Frühling sehr gut. Selbst einen solch alten Baum wie diesen hier, kann man sorgenfrei bis auf den Boden absägen. Neue Triebe bilden sich schnell und äußerst zahlreich an den Schnittflächen. Sogar in solcher Fülle, dass man im Sommer die Neutriebe auslesen muss, weil man sonst gleiches Chaos im Astwerk bekommt.

In Deutschland erleiden viele Feigen derben Frostschaden, sterben zumeist bis auf den Boden ab. Dann treiben sie jedes Jahr von der Basis neu aus (solange die Stammbasis vor Frost geschützt ist - evtl. mulchen). Somit könnte man sie, obwohl natürlich holzig, schon fast wie Stauden behandeln.


Dienstag, 5. März 2013

Einkaufen für den Vorgarten

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist Einkaufen. Allerdings nur, wenn es sich um Pflanzen handelt. Kleidung, Schuhe, Nahrungsmittel - diese Arten von Einkaufen kann ich gar nicht leiden. Gärtnereien, Baumschulen und Gartenzentren jedoch sind sehr gefährlich für mich (genauso wie Buchläden). Meistens schaffe ich es nicht den Laden zu verlassen, ohne wenigsten eine Kleinigkeit zu kaufen. Besonders wenn ich eine Besonderheit oder Schnäppchen entdecke.

Jetzt hatte ich eine gute Ausrede (Stichwort Vorgarten) meinen Lieblingsgeschäften einen erneuten (begründeten) Besuch abzustatten. Tatsächlich wurde ich fündig. Ich hatte ein paar Pflanzen auf die Liste geschrieben, die mir für den Vorgarten gut gefallen würden. Nach wie vor soll es sich ja hauptsächlich um Rot-Grün drehen.

Weil ich außerdem den Vorgarten im Winter nicht völlig kahl aussehen lassen möchte, brauchte ich etwas Immergrünes. So kaufte ich Mahonia 'Winter Sun', Nandina domestica 'Firepower' und Phormium 'Back in Black'. Untermalt von Dahlia 'Burgundy' und Gladiolus 'Black Star'.

Mahonia 'Winter Sun', Nandina domestica 'Firepower' und Phormium 'Back in Black', Dahlia 'Burgundy' und Gladiolus 'Black Star'.

Sonntag, 3. März 2013

Ein Silberstreif am Himmel

Endlich tut sich was im Vorgarten. Das Wetter war herrlich. Warmer Sonnenschein lud zum fleißigen Gärtnern ein. Da habe ich natürlich nicht lange getrödelt und bin sobald raus aus dem Haus.

Langsam wird die Zeit knapp. Nachdem der Winter so furchtbar verregnet war, gab es nun zwei Wochen Trockenheit. Insgesamt war der Winter bisher traditionell Englisch mild, was ich sehr begrüße. So brauchte ich mir nicht all zu viele Sorgen um meine Zöglinge in meiner kleinen Baumschule machen. Allerdings wuchs dementsprechend das Unkraut und machte praktisch keine Winterpause. Auch dürften sich diverse Schädlinge ebenfalls über den milden Winter gefreut haben. Denn auch wenn ein milder Winter mir persönlich lieber ist, so hat der Frost doch sein Gutes und dezimiert die Anzahl der Schädlinge und Unkräuter.

Innerhalb weniger Tage allerdings sind die Knospen an Strauch und Baum geschwollen, die Unkräuter wachsen umso grüner und die ersten Vögelchen zwitschern. Kein Zurück, der Frühling ist so ziemlich da. Für mich eine wundervolle Jahreszeit. Pflanzen erwachen aus ihrem Winterschlaf und was für lange Zeit abgestorben aussah, fängt mit frischer Energie an zu sprießen. Man kann förmlich diese Energie spüren oder sogar riechen. Automatisch habe ich ein Lächeln auf den Lippen, gehe mit mehr Freude durch den Tag und fühle ich mich gleichermaßen voller Energie.

Nun diese Energie wollte ich doch gleich für etwas Sinnvolles nutzen. Nämlich für den Vorgarten, der schon längst hätte fertig sein sollen; und nun bleiben mir nur noch sehr wenige Wochen zum Aufholen. Immer noch musste ich diesen unbekannten Strauch entlang der Hauswand ausgraben, zwei Hartriegel entfernen, Wurzeln der Ackerwinde jagen und das Ganze am Ende schön mulchen und umgraben. So wäre dann alles fertig zum Pflanzen.

vorher nachher

Natürlich gab es wieder einmal Unmengen Steine und Kiesel aufzusammeln. ICh weiß, dass es wahrscheinlich eine dumme Idee ist, nehmen die Kiesel einfach kein Ende und ist scheinbar eine örtliche Gegebenheit (Nachbarn usw. haben das gleiche Problem). Dennoch denke ich mir: jeder Tropfen höhlt den Stein. Wo ich ohnehin schon am Graben war, kann ich auch eben ein paar Kiesel sammeln. Irgendwann vielleicht ist der Boden weitestgehend Kieselfrei und damit schön kultiviert. Langfristig denken ist doch immer besser als kurzsichtig.

Am Ende erwies sich der Strauch entlang der Hauswand als ziemlich zäh (umso mehr möchte ich unbedingt herausfinden was es ist). Eine scheußliche Pflanze, die ich nicht einmal einem unbeliebten Nachbar geben würde. 
Schließlich blieb der Stumpf eines Juglans-Sämlings stehen. Nach stundenlangem Graben, Hacken und Sägen, ging mir die Puste aus. Den Stumpf werde ich beim nächsten Mal ausgraben.

Nigella damascena, Osterglocken und einer bunten Mischung Unkräuter
Gegenüber im Beet an der Straßenseite (wobei das Beet sich gut getarnt unter die ehemalige Rasenfläche mischt) gibt es immer noch haufenweise Unkraut. Ein wenig konnte auch hier die Zahl dezimiert werden, es bleibt dennoch ordentlich viel Arbeit für das nächste Mal über.



Samstag, 2. März 2013

Niederschlag Februar 2013

Ort: Romsey, Hampshire, UK

Messungszeitpunkt: täglich um 8.00 Uhr morgens

Gesamtniederschlagsmenge im Februar: 46,7mm

Freitag, 1. März 2013

März: Wichtige Gartenarbeiten

Generelle Gartenarbeiten:
  • Frühjahrsputz im Garten: unkrauten, umgraben und mulchen.
  • zu groß gewordene Stauden teilen.
  • Unkräuter und Moos von Wegen entfernen
  • Nematoden als biologisches Bekämpfungsmittel gegen Blattrüssler oder Schnecken übers Internet bestellen, damit vorhanden wenn es gebraucht wird.

Rasen:
  • Maulwurfshügel ebnen
  • den ersten Rasenschnitt bei trockener Witterung durchführen
  • Rasenkanten neu definieren
  • Rollrasen legen

Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen:
  • Sträucher und Rosen aus der Containerzucht können jetzt gepflanzt werden.
  • Frühjahrsschnitt: Rosen, Schmetterlingssträucher Buddleja davidii, farbige Hartriegel wie Cornus alba "Siberica", Weiden, Eucalyptus.
  • sommergrüne Gehölze jetzt umpflanzen.
  • wurzelnackte Pflanzen vor dem Austrieb pflanzen
  • große sommergrüne Gehölze für eine Umpflanzung im nächsten Frühjahr vorbereiten (Wurzelballen graben und mit Mulch auffüllen um Wurzelwachstum zu stimulieren)
  • Renovierungsschnitt bei überwachsenen Kletterpflanzen 

Blütenstauden:
  • Steingärten sortieren und aufräumen
  • Wildblumen aussäen
  • Stauden teilen und neupflanzen
  • Schneeglöckchen teilen, solange sie noch grün sind
  • Gladiolus- und Lillium-knollen pflanzen
  • verblühte Blüten von Osterglocken abschneiden, bevor Samen angesetzt werden (konserviert die Energie in der Zwiebel für eine bessere Blüte im nächsten Jahr) 

Balkon:
  • Balkon- und Terrassenflächen schrubben oder mit Hochdruckreiniger reinigen.
  • Frühlingsblüher in Töpfe pflanzen

Gemüse und Kräuter:
  • Gemüsefläche vorbereiten (umgraben, mulchen etc.)
  • Zeit zum Aussäen von: Salat, Spinat, frühe Karotten, Erbsen, Pastinaken, Porree und Radieschen
  • Jungpflanzen von Zwiebeln, Artischocken oder Kohlarten von Herbstaussaaten oder Gartenzentren jetzt auspflanzen
  • gegen Ende des Monats Frühkartoffeln auspflanzen
  • Spargelbeet vorbereiten
  • die letzten vom Rosenkohl, Broccoli und Mangold ernten
  • winterharte Kräuter auspflanzen
Früchte:
  • Frühjahrsputz im Obstgarten: unkrauten und mulchen
  • Rhabarber pflanzen
  • Obstbäume in Töpfen und Erdbeeren auspflanzen und wässern
  • Falls noch nicht erledigt, letzte Cnance Apfel- und Birnenbäume beschneiden, bevor die Knospen treiben
  • frühe Blüten mit Vlies oder Frostschutzberegnung schützen
  • wenn nötig Pfirsiche und Aprikosen im Glashaus per Hand bestäuben

Unter Glas:
  • Glashaus reinigen (vor allem das Glas)
  • weiterhin heizen und nicht zu oft wässern
  • Tomaten, Chilli, Paprika und Auberginen auf Bodenheizung aussäen
  • Einjährige aussäen (Dufterbsen, Wildblumen etc.)
  • Jungpflanzen in Minitöpfen (Plugs) aus dem Gartencenter direkt umtopfen
  • Begonien, Gloxinien, Cannas und Dahlien einfplanzen (frostfrei halten !)
  • Kakteen und Sukkulente mit Wasser besprühen, frostempfindliche Stauden und Fuchsien wässern
  • Erdbeerpflanzen wässern und falls nötog von Hand bestäuben

Wasser:
  • Teichnetze heben und reinigen, trocken bis zum Herbst einlagern
  • Teichbelichtung und Wasserpumpen warten oder reparieren
  • Fische nur füttern wenn sie aktiv sind und es etwas wärmer ist



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