Mittwoch, 6. März 2013

Feigen-Renovierung

Im Hillier Garten haben wir einen etwa 30jährigen Feigenbaum, Ficus carica, stehen. Positioniert zwischen Jermyns House und dem alten Bungalow, ist es ein geschützter Standort mit dennoch ausreichender Besonnung. So wuchs die Feige zu einem prächtigen Exemplar heran.

30jährige Ficus carica

Nach so vielen Jahren allerdings wurde das Astwerk immer unübersichtlicher; es war nur noch ein unordentliches Durcheinander von miteinander verwirrten Ästen und Trieben. Der ganze Baum begann sich vom Haus weg zu lehnen, wegen des zunehmenden Holzgewichtes im oberen Bereich der Krone. Gefruchtet hatte die Feige jedes Jahr reichhaltig, allein die britische Sonne reichte in vielen Jahren nicht zur Ausreife. Ausnahme war der Sommer 2010, wo 80% der Früchte reiften und sehr schmackhaft waren.

Es war Zeit für einen drastischen Verjüngungsschnitt.




In wenigen Jahren wäre es wegen des hohen Gewichtes und des Ungleichgewichts innerhalb der Krone zu großem Schaden, viel wahrscheinlicher aber zum Verlust des Baumes, gekommen. Durch den Rückschnitt wurde nun das Gewicht der Krone stark reduziert. Viele der Äste waren zu langen, hängenden Ruten ohne Verzweigung gewachsen, die sich umeinander in seltsamen Winkeln kringelten. Auch wurden ein paar große Äste komplett entfernt. Somit kann der Baum weitere Jahre schadlos gedeihen.

Feigen sind sehr starkwüchsig und vertragen drastischen Schnitt im Frühling sehr gut. Selbst einen solch alten Baum wie diesen hier, kann man sorgenfrei bis auf den Boden absägen. Neue Triebe bilden sich schnell und äußerst zahlreich an den Schnittflächen. Sogar in solcher Fülle, dass man im Sommer die Neutriebe auslesen muss, weil man sonst gleiches Chaos im Astwerk bekommt.

In Deutschland erleiden viele Feigen derben Frostschaden, sterben zumeist bis auf den Boden ab. Dann treiben sie jedes Jahr von der Basis neu aus (solange die Stammbasis vor Frost geschützt ist - evtl. mulchen). Somit könnte man sie, obwohl natürlich holzig, schon fast wie Stauden behandeln.


1 Kommentar:

  1. Das ist ein sehr interessanter Artikel. Jahrelang ist in meinem Kopf der Wunsch zu unseren Obstbäumen einen Feigenbaum zu pflanzen. Ich habe aber nie wirklich Infos darüber gefunden. Es war mir auch nicht klar, dass die so riesig werden können! Ich befürchte auch, dass er hier bei uns auch nicht genug Wärme bekommt um reife Früchte zu produzieren. Wir leben zwar in Südbaden, aber immerhin auf 400 m ü. NN.!
    Wein wächst auf der Höhe auch nur zu einem "Sauerampfer-Bouquet" heran ;-)
    LG Calendula

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